Erste Schulöffnungen - so geht´s in Mitteldeutschland weiter

Zuletzt aktualisiert: 21.04.2020 | 14:04 Uhr

In wenigen Tagen machen die ersten Schulen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nach wochenlanger Zwangspause wieder auf. Doch wer darf zuerst rein und wer muss weiter zu Hause lernen? Hier bekommst du einen Überblick.

Schultafel und Schultasche
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Update (30.04.2020, 14:01 Uhr): So geht es in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weiter

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen planen, wie und wann die Schulen wieder geöffnet werden. Dabei gibt es verschiedene Ideen. Hier der aktuelle Überblick.

Sachsen

Laut Kultusminister Christian Piwarz werden die Schulen schon ab Montag (20. April) schrittweise wieder öffnen. Dabei sind zuerst die Abiturienten dran, ab Mittwoch (22. April) auch die Abschlussklassen an den Berufs- und Oberschulen. Nach zwei bis drei Wochen soll über weitere Klassenstufen entschieden werden. Einen regulären Unterricht wird es erstmal noch nicht geben. Wegen der Schutzmaßnahmen können die Schüler nicht wie gewohnt im Klassenverband zusammenkommen. Grundschulen und Kitas bleiben laut Piwarz vorerst geschlossen. Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Abiturienten

Alle, die das Abitur schreiben, sollen zu Konsultationen mit ihren Lehrern in die Schulen gehen. Das bestätigte Roman Schulz, Pressesprecher des Landesamtes für Schule und Bildung, im Gespräch mit MDR JUMP. Möglich ist das ab dem 20. April. Die Schulen werden den Ablauf selbst organisieren. Zum Beispiel werden Schülerinnen und Schüler nur in kleinen Gruppen das Schulgebäude betreten. Dabei wird nie der gesamte Klassenverband oder ein gesamter Kurs zeitgleich in einem Klassenraum sein. Es geht hier also um eine individuellere Prüfungsvorbereitung ohne frontalen Unterricht. Die Hygienevorschriften sollen eingehalten werden. Sachsen hält weiter an den ursprünglich geplanten Prüfungsterminen fest.

Andere Abschlussklassen

Alle Abschlussklassen sollen zu Konsultationen mit ihren Lehrern in die Schulen gehen. Das bestätigte Roman Schulz, Pressesprecher des Landesamtes für Schule und Bildung, im Gespräch mit MDR JUMP. Möglich ist das ab dem 22. April. Die Schulen werden den Ablauf selbst organisieren. Zum Beispiel werden Schülerinnen und Schüler nur in kleinen Gruppen das Schulgebäude betreten. Dabei wird nie der gesamte Klassenverband oder ein gesamter Kurs zeitgleich in einem Klassenraum sein. Es geht hier also um eine individuellere Prüfungsvorbereitung ohne frontalen Unterricht. Die Hygienevorschriften sollen eingehalten werden. Sachsen hält weiter an den ursprünglich geplanten Prüfungsterminen fest.

Alle anderen Schüler

Wann die jüngeren Schülerinnen und Schüler wieder unterrichtet werden können, soll Ende April besprochen werden. Laut Roman Schulz vom Landesamt für Schule und Bildung ist für den 30. April eine Konferenz mit Kanzlerin Merkel angesetzt.

Hygienevorschriften

Damit die Abschlussklassen und ihre Lehrkräfte geschützt sind, hat das Landesamt für Schule und Bildung Desinfektionsmittel und einige Mund-Nasen-Masken organisiert. „Die werden wir in den kommenden Tagen an die Schulen verteilen“, sagt Roman Schulz vom Landesamt für Schule und Bildung.

Kindergärten

Kindergärten bleiben weiterhin geschlossen.

Notbetreuung

Weiterhin gilt für Grundschulen und Kindergärten: Eine Notbetreuung ist eingerichtet. „Kinder und Grundschüler, deren Eltern in systemrelevanten Berufen beschäftigt sind, wird eine Notbetreuung angeboten“ schreibt das Land dazu.

Finanzielle Entschädigung

Wer wegen der Betreuung seines unter 12 Jahre alten Kindes zu Hause bleiben muss und nicht arbeiten kann, hat Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Das ist im Infektionsschutzgesetz geregelt. Infos dazu gibt es hier.

Nächste Entscheidung

Wann die jüngeren Schülerinnen und Schüler wieder unterrichtet werden können, soll Ende April besprochen werden. Laut Roman Schulz vom Landesamt für Schule und Bildung ist für den 30. April eine Konferenz mit Kanzlerin Merkel angesetzt.

Sachsen-Anhalt

Die Landesregierung will heute entscheiden, wie es konkret weitergeht. Bisher ist bekannt, dass auch hier die Schulen ab dem 4. Mai Stück für Stück wieder öffnen. Prüfungsvorbereitungen soll es schon vorher geben. Auch in Sachsen-Anhalt sind die Abschlussklassen zuerst dran. Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßte diese Entscheidung. Allerdings hält sie es für fraglich, ob die schriftlichen Abiturprüfungen wie geplant am 4. Mai beginnen können. Im Gespräch mit MDR JUMP konnte Stefan Thurmann, Pressesprecher des Ministeriums für Bildung, kaum weitere Informationen geben. „Das muss noch besprochen werden“, sagte er.

Abiturienten und andere Abschlussklassen

“Am Montag öffnen die Schulen für Prüfungsvorbereitungen noch nicht. Das kommt erst im Verlauf der kommenden Woche”, sagt Stefan Thurmann, Pressesprecher des Ministeriums für Bildung. Wann genau Abiturienten und andere Abschlussklassen wieder in die Schulen dürfen, soll noch entschieden werden. Als Grund nannte er zum Beispiel den Transport für Schülerinnen und Schüler. Da müsse die Organisation noch geklärt werden. Als Beispiel nannte Thurmann den Landkreis Salzwedel. Für die Abiturprüfungen gelten die bereits vor einigen Wochen festglegten Ausweichtermine im Mai und Juni.

Alle anderen Schüler

Wann die jüngeren Schülerinnen und Schüler wieder unterrichtet werden können, soll später entschieden werden.

Hygienevorschriften

“Es gibt keine Maskenpflicht”, sagt Stefan Thurmann vom Bildungsministerium. Er ergänzt: “Wir kennen noch nicht alle Vorgaben der Gesundheitsbehörden”. Aber auf jeden Fall bleibe es die Aufgabe der Schulträger, zum Beispiel Reinigungen durchzuführen.

Finanzielle Entschädigung

Wer wegen der Betreuung seines unter 12 Jahre alten Kindes zu Hause bleiben muss und nicht arbeiten kann, hat Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Das ist im Infektionsschutzgesetz geregelt. Infos dazu gibt es hier.

Thüringen

Ministerpräsident Bodo Ramelow hat angekündigt, dass Abiturienten ab dem 27. April wieder zur Schule gehen können, um sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten. Eine Woche später sollen weitere Schüler von Abschlussklassen und dann schrittweise alle Schüler folgen. Der Sprecher des Thüringer Kultusministeriums Felix Knothe sagte zu MDR JUMP, dass der Schulbetrieb im Freistaat auf längere Sicht nicht so laufen wird wie gewohnt. Es wird einen Mix aus Distanz- und Präsenzunterricht geben. Details findest du hier:

Abiturienten

Ab 27. April dürfen sich die Abiturienten in den Schulen auf die Prüfungen vorbereiten. Wie diese Vorbereitungen gestaltet werden, ob die Schüler ganztägig betreut werden, wie es mit Raumkapazitäten und Lehrpersonal aussieht, wird derzeit geprüft und in ein Konzept gegossen. Der für den 30. April geplante Prüfungsstart wird verschoben. Es gibt momentan noch keinen neuen Termin. Das Ministerium verspricht: alle Prüflinge bekommen ausreichend Zeit für die Vorbereitung.

Andere Abschlussklassen

Schüler der Abschlussklassen 9 und 10 sollen ab 4. Mai wieder in die Schule gehen dürfen. Auch hier steht die Vorbereitung auf die Prüfungen im Vordergrund. Prüfungstermine stehen noch nicht fest, werden aber derzeit erarbeitet.

Alle anderen Schüler

Alle anderen Schüler sollen zwischen 4. Mai und 2. Juni nach und nach wieder in den Unterricht. Ob tatsächlich ab Anfang Juni wieder alle Schüler in die Schule gehen können, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Auch welche Jahrgänge zuerst in die Schulen dürfen, ist derzeit unklar. Es wird allerdings bis Schuljahresende für einige Schüler weiter Homeschooling geben. Wer davon betroffen ist, konnte der Sprecher des Kultusministeriums nicht sagen.

Schüler und Lehrer, die zur Risikogruppe gehören

Auf Schüler und Lehrer der Risikogruppe wird besonders Rücksicht genommen. Nicht jeder Schüler aus dieser Gruppe wird zurück in die Schule dürfen und nicht jeder Lehrer wird vor einer Klasse stehen können. Im Durchschnitt sind die Pädagogen im Freistaat relativ alt, viele von ihnen haben auch bereits Vorerkrankungen. Derzeit läuft eine Bestandsaufnahme an allen Schulen in welcher gesundheitlicher Verfassung die Lehrer sind.

Hygienevorschriften

Es wird mit Hochdruck an Hygienestandards gearbeitet. Dazu gehören auch Fragen wie Raumkapazitäten oder Maskenpflicht an den Schulen. Ob es letzteres geben wird, ist derzeit offen.

Schulbusbetrieb

Die Organisation des Schulbusbetriebes ist Angelegenheit der Kommunen. In Abstimmung mit dem Land werden derzeit Konzepte erarbeitet. Durch die zunächst schrittweise Öffnung der Schulen ist die Lage nicht kritisch.

Kindergärten

Zur Öffnung der Kindergärten lässt sich momentan keine konkrete Aussage treffen. Der Sprecher des Bildungsministeriums sagte, dass der Mai angestrebt wird. Ob ab 4. Mai eine schrittweise Öffnung ermöglicht wird oder erst später im Mai, ist aber noch unklar. Auch hier müssen Konzepte erarbeitet werden, wie man die Gruppengrößen anpassen kann. Viele Kitas haben nicht genügend Räume, um viele kleine Grüppchen voneinander fern zu halten. Hygienevorschriften sind schwer einzuhalten.

Notbetreuung

Die Regeln für die Notbetreuung ändern sich nicht. Weiterhin haben nur Kinder von Eltern mit systemrelevanten Berufen einen Anspruch. Verkäufer, die ab Montag wieder arbeiten gehen, wenn Geschäfte bis 800 qm öffnen, müssen die Kinderbetreuung in Absprache mit ihren Arbeitgebern regeln.

Finanzielle Entschädigung

Wer wegen der Betreuung seines unter 12 Jahre alten Kindes zu Hause bleiben muss und nicht arbeiten kann, hat Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Das ist im Infektionsschutzgesetz geregelt. Infos dazu hier:

Einschulung

Zum Thema Einschulung gibt es noch keine Festlegungen. Man hat die Problematik auf dem Schirm, aber ob und in welchem Rahmen Feiern stattfinden können, lasse sich jetzt noch nicht sagen.

Nächste Entscheidung

Am 21. April tagt das Landeskabinett erneut und gibt möglicherweise weitere Schritte bekannt. Aktuell informiert die Regierung auf ihrer Homepage .

 

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