Sperrstunde und Beschränkung für Familienfeiern: Das sind die neuen Corona-Regeln für Sachsen

Die Infektionszahlen in Sachsen steigen weiter an. Die sächsische Landesregierung zieht deshalb die Änderung der Corona-Verordnung vor und erlässt wieder Einschränkungen.

Sozialministerin Köpping bei einer Pressekonferenz
Sachsen kündigt schärfere Corona-Regeln an und hebt Beherbergungsverbot auf Bildrechte: MDR

Die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz die neue sächsische Corona-Verordnung vorgestellt. Diese wurde wegen stark ansteigenden Infektionszahlen schon früher beschlossen.

Zweistufiges System

Die neue Verordnung sieht ein zweistufiges System vor. Ab einer Inzidenz von 35 Infizierten pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen greift die erste Stufe. Sie sieht vor, dass in Restaurants und Hotels Daten zur Kontaktverfolgung erfasst werden sollen.

Außerdem soll dann eine Maskenpflicht an Orten erlassen werden, an denen Menschen dichter zusammenkommen. Welche das genau sind, müssen Landkreise und Städte selbst entscheiden.

Private Feiern sind ab einer Inzidenz von 35 nur im Familien- und Freundeskreis mit maximal 25 Teilnehmern erlaubt. Größere Veranstaltungen wie Konzerte dürfen in geschlossenen Räumen von max. 150 Menschen besucht werden. Im Freien wird die Besucherzahl auf 250 beschränkt. Ausnahmen könne es geben, so Köpping, aber nur mit neuen Hygienekonzepten, die durch die Gesundheitsämter genehmigt werden müssen. Außerdem gilt eine Sperrstunde ab 23 Uhr.

Sperrstunde ab 22 Uhr

Steigt die Inzidenz auf 50, greifen weitere Beschränkungen: Private Feiern werden dann auf 10 Teilnehmer beschränkt, in geschlossenen, öffentlichen Räumen gilt dann ebenfalls Maskenpflicht. Die Sperrstunde wird auf 22 Uhr vorverlegt und Veranstaltungen auf maximal 100 Teilnehmer begrenzt.

Ist die Inzidenz nach zehn Tagen immer noch nicht unter den Wert von 50 gesunken, werden die Regeln noch einmal verschärft: Dann dürfen nur noch maximal fünf Personen aus zwei Hausständen zusammenkommen.

Köpping appellierte auch nochmal an die Eigenverantwortung der Sachsen. Die meisten Ansteckungen gebe es im privaten Bereich, der sehr schwer zu kontrollieren sei. Die Lage sei ernst, so Köpping.

Wir haben es selbst in der Hand, nächste Schritte zu vermeiden.

Die neue Verordnung tritt am Samstag in Kraft und soll vorerst bis 25. Januar 2021 gelten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Nachrichten | 22. Oktober 2020 | 13:00 Uhr

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In Dresden gilt wie in vielen anderen Städten auch eine Maskenpflicht für bestimmte Teile der Innenstadt. Die Einhaltung der Maskenpflicht wird hier von Polizei und Ordnungsamt kontrolliert. Bildrechte: imago images / xcitepress