2020: Weniger Kinder geboren, mehr Menschen gestorben

Mehr Menschen sind gestorben, weniger wurden geboren. Das sagen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. So haben sich Geburten, Sterbefälle und Eheschließungen entwickelt.

Neugeborenes neben seiner Mutter im OP
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Weniger Kinder geboren

In ganz Deutschland sind laut Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr etwa 773.000 Kinder geboren worden. Das waren etwa 5.000 (-0,6%) weniger, als noch im Jahr 2019. Trotzdem war es im Vergleich zu Werten seit 1999 ein sehr starker Geburtenjahrgang. Das Fazit der Statistikerinnen und Statistiker lautet deshalb: Das Geburtengeschehen wurde offenbar nicht von der Corona-Pandemie beeinträchtigt.

In Mitteldeutschland ist die Zahl der Neugeborenen deutlich stärker gesunken. Das zeigen vorläufige Daten der statistischen Landesämter aus Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Geburten in Mitteldeutschland
Jahr Sachsen Sachsen-Anhalt
2020 33.402 ca. 16.100
2019 34.491 ca. 16.600
Differenz 2019 auf 2020 -3,2% -3%

Zahl der Todesfälle steigt

Die Daten zeigen auch: In Deutschland sind im Jahr 2020 etwa fünf Prozent mehr Menschen gestorben als im Jahr 2019. Absolut gab es etwa 986.000 Sterbefälle (+46.000). Ein Teil des Anstieges wird von den Statistikerinnen und Statistikern ganz klar begründet: 2020 war ein Schaltjahr, weshalb durch den zusätzlichen Tag etwa 3.000 Sterbefälle hinzugekommen sind. Außerdem ist durch die Verschiebung der Altersstruktur der Bevölkerung und der steigenden Lebenserwartung ein Anstieg um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartbar gewesen.

Die vorläufigen Daten aus Mitteldeutschland zeigen: Vor allem in Sachsen ist der Anstieg der Todeszahlen deutlich höher als im bundesweiten Vergleich. Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen sind die Zahlen angestiegen.

Sterbefälle in Mitteldeutschland
Jahr Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen
2020 61.797 33.800 30.231
Differenz +12,5% (2019 auf 2020) +4,7% (2019 auf 2020) + mehr als 3% (zum Durchschnitt der vier Vorjahre)

Brennendes Grablicht auf einem Friedhof
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Zahl der Eheschließungen stark eingebrochen

Im Vergleich zu den Vorjahren wurden im Jahr 2020 deutlich weniger Ehen geschlossen. Insgesamt waren es etwa 373.000 - und damit ungefähr zehn Prozent weniger, als im Jahr 2019. Grund dafür sehen die Statistikerinnen und Statistiker auch in den Schließungen und eingeschränkten Öffnungen vieler Standesämter aufgrund der Corona-Pandemie ab März 2020. Später war auch die Zahl der Gäste bei Trauungen stark begrenzt.

Zwei verbundene golden Ringe
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Mit Material von Reuters.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 27. April 2021 | 10:15 Uhr

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