Sollten wir künftig alle mit Mundschutz auf die Straße gehen?

31.03.2020 | 18:03 Uhr

In den asiatischen Ländern gehören Mundschutze zum normalen Straßenbild. Wir haben Fakten von Experten zusammengefasst, ob auch hier bei uns in Mitteldeutschland ein Mund-Nasen-Schutz zum Standard werden sollte.

Immer wieder steht in der Diskussion, ob nicht alle in der Öffentlichkeit Mundschutzmasken tragen sollten und somit die Ausbreitung des Corona-Virus unterbunden werden kann. Das größte Gegenargument: Es gibt derzeit zu wenige. Aber auch dafür gibt es eine Lösung.

Wen schützen Mundschutze überhaupt?

Die Idee, draußen auf der Straße mit einem Mundschutz umherzulaufen, nützt in erster Linie allen anderen. Denn das Abdecken von Mund und Nase mit den klassischen Mundschutzen aus Papier und Zellulose hilft dabei, dass die eigenen Tröpfchen nicht zwingend auf umherstehende Menschen fliegen. Das hat der Hallesche Apotheker Kay van Alste dem MDR erklärt.

Um wirklich einen größeren Schutz in der Öffentlichkeit zu schaffen, braucht es also einen solidarischen Gedanken. Wenn alle mit einem Mundschutz unterwegs wären, dann würde jeder seinen Hustenschleim und seine Tröpfchen vom Sprechen bei sich behalten. Die Gefahr einer Ansteckung würde sich also verringern. In asiatischen Ländern wie Japan gehört das übrigens zum guten Ton. Wer dort unterwegs ist und ohne Mundschutz niest, wird mit belehrenden Blicken angeschaut.

Der Virologe Alexander Kekulé geht übrigens aufgrund neuer Daten aus Hongkong davon aus, dass ein Mundschutz tragen auch selbst bis zu einem gewissen Maße helfen kann, sich nicht anzustecken.

OP-Masken müssen zum Standard für alle werden.

Ob nun Selbstschutz oder der Schutz der anderen. Kekulé spricht sich dafür aus, dass jeder einen Mundschutz, oder auch OP-Maske genannt, tragen sollte.

Selbstnähen für den guten Zweck

Die zentrale Frage, die natürlich im Raum steht, ist: Und wie soll jetzt jeder an solche Mundschutze kommen? Die Nachfrage nach den Abdeckungen für Mund und Nase ist derzeit enorm. Sie werden vor allem in Krankenhäusern und in der Pflege vom Personal getragen, um ältere und kranke Menschen vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen.

Das Problem macht kreativ. Viele Privatleute schmeißen, während sie zu Hause sitzen, ihre Nähmaschinen an. Manche Unternehmen stellen auch extra ihre Produktion um. Sie nähen nun einfach selbst Mundschutze. Für die eigene Familie, für Freunde und wenn dann alle versorgt sind, auch für Arztpraxen, Betriebe und Co.

Diese Mundschutze können dann im Alltag getragen werden. Egal, ob man gesund ist, oder nicht. Da Menschen mit dem Coronavirus bis zu zwei Wochen ohne erste Symptome unterwegs sein können, können sie im Zweifel dazu beitragen, weniger Menschen anzustecken, bis das Virus bei ihnen überhaupt nachgewiesen wird.

Wer sich nicht talentiert genug für einen Nähversuch sieht, kann die öffentlichen Gebäude und den Nahverkehr übrigens auch mit einem Schal oder Tuch im Gesicht weiter nutzen, das versicherte uns Nitzsche.

Mit einem Mundschutz unterwegs zu sein, könnte im ersten Moment befremdlich wirken. Dabei ist es eine Sache der Einstellung: Mitarbeiter in Supermärkten dürften erfreut über so eine Entscheidung sein, sie könnten sich sicherer fühlen. Und übrigens: In Japan werden die Mundschutze nicht nur aus Höflichkeit getragen, sondern weil man sich dann auch morgens das stressige MakeUp sparen kann.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 31. März 2020 | 07:45 Uhr

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