Schulen bis Ostern zu: Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario?

Bleiben die Schulen bis Ostern geschlossen? Dieses Szenario hält Thüringens Bildungsminister Holter für möglich. Wie sieht es in Sachsen und Sachsen-Anhalt aus? Wie reagieren Eltern auf diese Ankündigung?

Ein leeres Klassenzimmer mit hochgestellten Stühlen in der Gemeinschaftsschule Heinrich-Heine in Halle.
Auch in der Gemeinschaftsschule Heinrich-Heine in Halle bleiben viele Klassenräume leer. Bildrechte: MDR/Kathrin Köcher

Es ist ein langer Zeitraum, den Helmut Holter, der Bildungsminister in Thüringen, für möglich hält. Noch eine sehr lange Zeit könnten die Schulen geschlossen bleiben, sagte er dem MDR:

Wir gehen davon aus, dass wir bis Ostern in dieser Situation verharren bleiben.

Helmut Holter, Bildungsminister Thüringen

Je nach Infektionsgeschehen soll entschieden werden, wie die Schulen weiter verfahren. Doch Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer sollen sich auf einen längeren Distanzunterricht einstellen, als es bisher geplant ist. Mit dieser Ankündigung reagiert der Bildungsminister auf die Kritik, dass Schulschließungen und deren Verlängerungen oft viel zu kurzfristig angekündigt wurden.

Helmut Holter (Die Linke), Bildungsminister von Thüringen, sitzt im Parksaal des Steigerwaldstadions, wo die dreitägige Landtagssitzung beginnt.
Helmut Holter, Bildungsminister von Thüringen, hält Schulschließungen bis Ostern für möglich. Bildrechte: dpa

Eltern loben Planungssicherheit

Die Aussicht, dass die Schulen bis Ostern geschlossen bleiben, schockierte viele Eltern in Thüringen. Claudia Koch von der Landeselternvertretung Thüringen lobt im Gespräch mit MDR JUMP jedoch die klaren Worte des Bildungsministers. „Es ist auf der einen Seite ein schwerer Schlag, wenn man so einen langen Zeitraum hört. Auf der anderen Seite gibt es auch eine gewisse Sicherheit“, sagt sie.

Wenn das Worst-Case-Szenario jetzt ist ‚Bis Ostern‘, dann muss man zusehen, wie wir versuchen die Zeit zu verkürzen, oder wie wir die Zeit überbrückt kriegen.

Claudia Koch Landeselternvertretung Thüringen

Die Zeit der Schulschließungen könne mit Hygienekonzepten verkürzt werden. Das sagt der Landeselternrat Sachsen-Anhalt dem MDR: "Wir haben das letzte halbe Jahr erwartet, dass sich die Schulen Konzepte überlegen, wie man wieder vor Ort arbeiten kann."

Stühle stehen in einem leeren Klassenzimmer
Bildrechte: dpa

Situation in Mitteldeutschland

Dass die Schulen erst nach Ostern wieder öffnen, wollen Sachsen und Sachsen-Anhalt derzeit nicht mutmaßen. Sachsens Bildungsminister Christian Piwarz möchte nicht, dass Familien bis Ostern auf die Schulöffnungen warten müssen. Auf Anfrage von MDR JUMP heißt es, dass mit sinkenden Infektionszahlen im Verlauf des Februars die Schulen wieder öffnen sollen. Zunächst im eingeschränkten Schulbetrieb. Auch in Sachsen-Anhalt wird derzeit mit Lockerungen im Februar gerechnet. Es soll jede Öffnungsperspektive genutzt werden, die sich anbietet, heißt es aus dem Ministerium auf Anfrage von MDR JUMP. Ein kompletter Vollbetrieb sei sehr unwahrscheinlich. Eine Prognose über den Februar hinaus soll nicht getroffen werden.

In allen drei Bundesländern werden derzeit die Abschlussklassen bevorzugt behandelt. Sie können zum Teil schon jetzt an Präsenzunterricht teilnehmen.

Kultusministerkonferenz für regionale Unterschiede

Im Februar sollen erste Schulöffnungen in Deutschland möglich sein. Das sagte Britta Ernst, die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz der Rheinischen Post. Grundlage für eine solche Entscheidung soll die Infektionslage sein. Teilweise wäre auch Wechselunterricht vertretbar. Das weitere Vorgehen soll auch in Mitteldeutschland auf Grundlage der Infektionslage entschieden werden. Das optimale Ziel sei ein Inzidenzwert rund um den Wert 50.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 25. Januar 2021 | 19:10 Uhr

Weitere Informationen zu Corona