Ab in den Normalbetrieb? So geht es in den Schulen nach den Sommerferien weiter

In gut einem Monat sind die Sommerferien schon wieder vorbei. Dann soll in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wieder regulärer Unterricht gehalten werden. Der Lehrerverband fürchtet Chaos.

Wenn nach den Sommerferien die Schule wieder losgeht, dann soll damit auch ein Stück Normalität zurückkehren: Statt des Wechsels aus Heim- und Präsenzunterricht wollen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an den Schulen wieder den Regelbetrieb starten.

Wann die Schule in den einzelnen Ländern losgehen soll und welche besonderen Regelungen geplant sind, kannst du hier nachlesen.

Thüringen - Start am 31. August

  • Unterricht und Betreuung ohne Einschränkungen
  • Gleiches gilt für die Hortbetreuung
  • Maskenpflicht außerhalb des Klassenzimmers
  • Corona-Tests für alle Beschäftigten im Schuldienst
  • Klassenfahrten sollen ohne Einschränkungen erlaubt werden
  • Drei-Stufen-Plan: Je nach Infektionslage soll Präsenzunterricht oder Wechsel zwischen Heim- und Präsenzunterricht angeboten werden. Häufen sich Infektionen, sollen Schulen geschlossen werden.

Sachsen-Anhalt - Start am 27. August

  • Lokale Schulschließungen durch Gesundheitsbehörden bleiben möglich
  • Kein Chorgesang und keine Blasinstrumente in der Schule
  • Nur eintägige Klassenfahrten innerhalb Sachsen-Anhalts oder in angrenzende Landkreise
  • Schüler mit Vorerkrankungen, die zur Corona-Risikogruppe gehören, können sich vom Unterricht befreien lassen
  • Das Bildungsministerium empfiehlt außerdem die Corona-Warn-App
  • Genaue Konzepte sind noch in Arbeit

Sachsen - Start am 31. August

  • Ab dann Schulbesuchspflicht für alle Schüler
  • Schulschließungen nur als letztes Mittel im Notfall
  • Klassenfahrten zu Theatern, Museen etc. sollen wieder möglich sein
  • Mindestabstand von 1,5 Metern soll entfallen
  • Schulleitung kann selbst über Maskenpflicht entscheiden
  • Dokumentation, wer in der Schule war, um Infektionsketten nachvollziehen zu können
  • Schulen sollen sich auf mögliche Schließungen vorbereiten und Lösungen für den Unterricht zu Hause entwickeln

Verbände befürchten "Durcheinander"

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger sieht die Pläne der Länder kritisch. Er befürchte ein "großes Durcheinander", sagte er der Nachrichtenagentur DPA. Meidinger bemängelte, für einen Vollbetrieb ohne Abstandsregeln fehlten die Lehrkräfte. Auch die Hygieneregeln der Kultusminister der Länder für die Schulen werden als wenig praktikabel kritisiert, beispielsweise die Vorgabe, regelmäßig "intensiv" stoßzulüften.

"An vielen Schulen lassen sich die Fenster in höher gelegenen Klassenräumen aus Sicherheitsgründen nicht oder nur einen Spalt öffnen", sagte Meidinger.

Zudem sei die Idee fester Lerngruppen vielleicht an Grundschulen umsetzbar, aber kaum an einer gymnasialen Oberstufe mit Kurssystem, wo die Schüler ständig mit anderen Mitschülern zusammen seien. Auch der Bundeselternrat geht laut Vorsitzendem Stephan Wassmuth davon aus, dass das kommende Schuljahr "keineswegs planmäßig verläuft".

Mit Material von DPA

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