Luftfilter im Klassenzimmer: Der perfekte Schutz gegen Corona?

Die Corona-Infektionszahlen steigen wieder an. Deshalb wird viel geforscht und untersucht: Wie kann Schulunterricht stattfinden, ohne dass eine große Gefahr von neuen Infektionen ausgeht? Eine Idee: Luftfilter in allen Klassenräumen. Kann das funktionieren?

Ein Lehrer unterrichtet Deutsch in einer Klasse, die wegen Corona geteilt wurde
Derzeit wird in Schulen regelmäßiges Lüften im Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt. Bildrechte: imago images/Mattias Christ

Viele Menschen nah beieinander in einem geschlossenen Raum: So muss der Schulunterricht funktionieren, trotz Corona. Die Lösung, um Viren fernzuhalten, ist in diesem Herbst regelmäßiges Lüften. In den Schulen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gehört das mittlerweile zum Alltag vieler Schüler dazu. Doch der Herbst ist da und der Winter wird folgen. Das bedeutet, dass es in den Klassenräumen beim regelmäßigen Lüften schnell sehr kalt werden kann.

Lösung: Luftfilter im Klassenraum?

In anderen Ländern wird es bereits vorgemacht: In Schweden gibt es in vielen Klassenzimmern Belüftungsanlagen mit Virenfiltern. Auch in Deutschland wird an solchen Lösungen geforscht. Portable Lüftungssysteme sind Gegenstand der Untersuchungen an der Universität der Bundeswehr in München. Innerhalb weniger Minuten kann das eingesetzte Gerät einen Raum so groß wie ein Klassenraum reinigen. An den eingesetzten Filtern bleiben fast alle Viren und Bakterien hängen.

Bereits in Thüringen im Einsatz

Auch in Thüringen wird getestet, wie spezielle Belüftungsgeräte den Klassenraum frei von Viren machen können. Eine Altenburger Firma stellt ein entsprechendes System her und testet es derzeit am Friedrich-Gymnasium in Altenburg. Warme Aerosole werden von der Maschine nach oben gezogen, abgesaugt und gefiltert. Dirk Barnstedt von der Altenburger Firma sagte dem MDR:

Wir können es nicht verhindern, wenn ein Klassenkamerad seinen Freund anspuckt. […] Aber wir können verhindern, wenn ein Erkrankter im Klassenzimmer sitzt, dass er nicht die ganze Klasse ansteckt. Wir können wahrscheinlich vermeiden, dass die ganze Klasse auf einmal Corona bekommt.

Dirk Barnstedt, Schulz & Berger Luft- und Verfahrenstechnik

Bei dem Versuch wird die Luft im Klassenraum regelmäßig auf verschiedene Faktoren überprüft und gemessen. Erste Ergebnisse sollen in wenigen Tagen vorliegen.

Gute Technik ist teuer

Wenn der Versuch in Thüringen gut verläuft, ist es denkbar, dass mehr Schulen mit der Technik ausgestattet werden. Ministerpräsident Bodo Ramelow ist bereit, Geld zu investieren. Denn er erhofft sich mehr technische Mittel im Kampf gegen das Coronavirus. Eine Möglichkeit wäre, die Luftreiniger in Form von Leasingprogrammen an die Schulen zu bringen, sagte Ramelow dem MDR. Auch Fördermittel der Bundesregierung könnten zum Einsatz kommen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 29. September 2020 | 17:40 Uhr

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