Schule zu? So viel Geld bekommen Eltern jetzt als Entschädigung

Im Infektionsschutzgesetz gibt es eine Neuregelung. Hilfen gibt es jetzt auch für Eltern, wenn an der Schule der Kinder die Präsenzpflicht ausgesetzt ist. Immerhin 67 Prozent vom Lohn gibt's weiter – wenn ein paar Bedingungen erfüllt sind.

Ein Kind arbeitet an einem Schreibtisch, auf dem Schulmaterialien und eine Corona-Maske liegen.
Bildrechte: imago images / MiS

Durch eine Neuregelung im Infektionsschutzgesetz gibt es jetzt eine etwas bessere Hilfe für berufstätige Eltern, die wegen der Schließung von Kitas und Schulen ein Betreuungsproblem haben und deswegen nicht zur Arbeit können. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums bestätigte MDR JUMP auf Nachfrage, dass die Ergänzung des Gesetzes inzwischen Bundestag und Bundesrat passiert hat und in diesen Tagen im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird. Sie gilt dann rückwirkend zum 16. Dezember 2020.

Maximal 2016 Euro pro Monat

Das Infektionsschutzgesetz sieht Entschädigungen für Eltern vor, die ihren Job nicht machen können, weil das Gesundheitsamt die Kinder unter Quarantäne gestellt hat oder weil Schule und Kitas behördlich geschlossen wurden. Das war bisher schon so. Nun kommen noch weitere Fälle hinzu, in dem es ebenfalls Hilfe vom Staat gibt – und zwar zum Beispiel wenn die Präsenzpflicht an der Schule der Kinder ausgesetzt ist oder wenn es Wechselunterricht gibt. Außerdem ist zukünftig auch der Fall verlängerter Schul- oder Betriebsferien abgedeckt.

Die Höhe der Unterstützung liegt bei 67 Prozent des Nettoeinkommens. Allerdings gibt es eine Obergrenze von 2016 Euro pro Monat. Außerdem existieren eine ganze Menge Einschränkungen. Zunächst einmal gilt die Regelung nur für Kinder bis 12 Jahre sowie solche mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind. Außerdem ist die Unterstützung zeitlich begrenzt. Wenn Eltern die Kinder gemeinsam betreuen, können sie jeweils bis zu zehn Wochen lang die Hilfe bekommen. Für Alleinerziehende liegt der Zeitraum bis 20 Wochen. Die muss man aber nicht am Stück nehmen, das ist zum Beispiel auch tageweise möglich.

Im Homeoffice? Dann sieht es eher schlecht aus

Und noch weitere Einschränkungen stehen im Gesetz: Wer zum Beispiel in Kurzarbeit ist, in Elternzeit oder arbeitslos hat keinen Anspruch. Das gleiche gilt im Grundsatz, wenn die Eltern im Homeoffice arbeiten. Dann besteht nämlich, so schreibt etwa die Landesdirektion Sachsen, eine „zumutbare Betreuungsmöglichkeit“ – auch wenn jeder, der das schon mal machen musste, die Sache höchstwahrscheinlich ein bisschen anders sieht. Allerdings: „Der individuelle Betreuungsbedarf des Kindes (z.B. aufgrund von Lebensalter oder Behinderung) kann dem jedoch entgegenstehen“, heißt es von den sächsischen Behörden. „Tritt trotz der Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten ein Verdienstausfall ein, kann dies entschädigt werden.“

Wer sich jetzt denkt, dass ihm das Angebot – bei allen Einschränkungen – doch helfen könnte, muss mit seinem Arbeitgeber sprechen. Denn der stellt den Antrag bei der zuständigen Behörde vor Ort – in Sachsen ist das zum Beispiel die Landesdirektion, in Thüringen und Sachsen-Anhalt das jeweilige Landesverwaltungsamt.

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