Corona-Regeln in Sachsen und Sachsen-Anhalt: So geht es in den nächsten Wochen weiter

Sachsen passt die Regeln im Lockdown etwas an, Sachsen-Anhalt will stärker kontrollieren: Am Dienstagnachmittag haben die Regierungschef vorgestellt, wie sie für die nächsten Wochen planen.

Fahrgäste mit medizinischen Masken im Nahverkehr in Brandenburg
Bildrechte: IMAGO / Eibner / Lakomski/Eibner-Pressefoto

Mehr Homeoffice, erweiterte Maskenpflicht, mehr Tests und ein landesweites Alkoholverbot: Sachsens Landesregierung hat wie erweitert seine Corona-Schutzverordnung leicht angepasst. Größere Änderungen gibt es nicht, die neuen Regeln sollen ab Donnerstag gelten.

Landkreise in Sachsen dürfen bei Ausgangssperren lockern

In Sachsen sind ab Donnerstag medizinische Masken im Einzelhandel, im Nahverkehr, in Gesundheitseinrichtungen und Kirchen Pflicht. Dazu gehören die OP-Masken und die Masken mit der FFP2-Schutzklasse. Für Kinder bis sechs Jahre gilt die Tragepflicht nicht. In Flüchtlingsheimen, der ambulanten Pflege und in Pflegeheimen sind generell FFP2-Schutzmasken vorgeschrieben. In Alten- und Pflegeheimen soll in Zukunft drei Mal statt wie bisher zwei Mal pro Woche getestet werden. Das wird allerdings erst ab Ende der ersten Februarwoche gemacht.

Mutter arbeitet am Laptop und ihr kleiner Sohn umarmt sie dabei (Symbolbild)
Bildrechte: imago images / Westend61

Neu in Sachsens Corona-Schutzverordnung ist auch die Verpflichtung von Arbeitgebern, ihren Beschäftigten Homeoffice anzubieten – wenn dem keine besonderen Gründe entgegenstehen, so Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden. Sachsen führt zudem ein landesweites Alkoholverbot in Innenstädten und an anderen öffentlichen Orten ein. Die genauen Regeln dafür sollen dann die Landkreise und kreisfreien Städte festlegen. Die können auch bei Lockerungen für die nächtlichen Ausgangssperren selbst entscheiden. So ist es in der geänderten Corona-Schutzverordnung festgelegt. Liegt der Inzidenzwert bei den Neuansteckungen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100, können die Ausgangssperren aufgehoben werden. Die generelle 15-Kilometer-Regel für Einkäufe und Freizeit bleibt bestehen.

In die Schulen sollen ab 8. Februar auch die Abschlussklassen für Berufsschulen wieder zurückkehren. In Gymnasien und Oberschulen lernen sie schon seit dem 18. Januar wieder. In Sachsen wird derzeit beraten, wie es mit den anderen Klassen ab Mitte Februar weitergeht. Grundschulen und Kitas mit festen Klassen und Gruppen, die älteren Schüler mit Wechselmodell, das sei die Wunschvorstellung, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) gestern.

Sachsen-Anhalt: Keine Lockerungen denkbar

Sachsen-Anhalt gilt derzeit bei den Corona-Neuinfektionen als Hotspot. Entsprechend vorsichtig gab sich Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auf der Landespressekonferenz am Dienstagnachmittag. Er sagte:

Wir sind einer schwierigen Lage, wie die Entwicklung der letzten Woche insgesamt für Deutschland und auch für Sachsen-Anhalt gezeigt haben.

Eine Strategie für eine Öffnung könne es daher derzeit nicht geben. Ab nächster Woche berate aber das Kabinett des Landes, wie es nach dem 15. Februar weitergehen könnte. Sachsen-Anhalt will stärker als bisher kontrollieren, ob sich alle an die Regeln der verschärften Corona-Verordnung halten. Dafür will das Land die Landkreise unterstützen. Außerdem wolle man "weitere Kräfte der Bundeswehr anfordern", die dann etwa in Pflegeheimen aushelfen könnten.

Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und epd.

Anmerkung: Wir haben in einer früheren Version des Textes "blaue OP-Masken" geschrieben. Das war zu Veranschaulichung gedacht, weil die meisten diese Masken in der blauen Version kennen. Die mehrlagigen OP-Masken gibt es aber auch in anderen Farben. Darauf haben uns Hörer aufmerksam gemacht. Vielen Dank!

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 26. Januar 2021 | 16:00 Uhr

Weitere Informationen zu Corona