20.000 „Querdenken“-Demonstranten in Leipzig angekündigt: So reagiert die Polizei

Am kommenden Samstag soll in Leipzig gegen die geltenden Corona-Maßnahmen demonstriert werden. Die Initiative „Querdenken“ hat eine Veranstaltung angemeldet, zu der mehr als 20.000 Teilnehmende erwartet werden.

Teilnehmer einer Demonstration der Bewegung Querdenken 351 versammeln sich auf dem Theaterplatz in Dresden
Bereits am vergangenen Wochenende haben in Dresden mehr als 1.000 Personen auf dem Theaterplatz versammelt, um gegen die Coronapolitik der Bundesregierung zu demonstrieren. Bildrechte: dpa

Bei der „Querdenken“-Demonstration am Samstag in Leipzig steht der Polizei ein Großeinsatz bevor. Denn zusätzlich sind Gegendemonstrationen geplant. Olaf Hoppe ist Sprecher der Polizeidirektion Leipzig. Im Gespräch mit MDR JUMP sagte er, dass „vom Verschwörungstheoretiker bis hin zum Rechtsextremisten“, aber auch im Bereich der Gegendemonstranten „radikale Kräfte mit am Werk sein“ werden. Der Polizei sind auch gewaltbereite Aufrufe in Telegram-Gruppen bekannt:

Wir lesen das mit und nehmen diese Aufrufe wahr. Darauf wird unser Einsatzkonzept abgestimmt.

Olaf Hoppe, Polizei Leipzig

Querdenken Dresden
Eine Demonstration der Bewegung „Querdenken 351“ auf dem Theaterplatz in Dresden. Bildrechte: xcitePRESS

Großer Polizeieinsatz besonders schwierig

Derzeit steht laut Hoppe noch nicht fest, wie viele Beamte im Einsatz sein werden. Es wurde auch Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert. Die Schwierigkeit bei diesem Einsatz ist, die für solche Versammlungen geltende Maskenpflicht und der Mindestabstand von 1,5 Metern zu kontrollieren. Auch Helikopter werden von der Polizei eingesetzt. Die Demonstration wurde von der Stadt aufgrund der geplanten großen Zahl der Teilnehmenden und der geltenden Abstandsgebote auf das Gelände der Neuen Messe verlegt. Damit kann die Veranstaltung nicht in der Innenstadt stattfinden. Die Anmelder der Demonstration haben dagegen Widerspruch eingelegt. Sollten sich die Teilnehmenden nicht an die Regelungen halten, will die Stadt mit Kontrollen, Anzeigen und Bußgeldern durchgreifen. Das sagte Leipzigs Oberbürgermeister Jung gegenüber MDR exakt.

Wir gehen in der Stadt Leipzig davon aus, dass es pro Versammlungsteilnhemer, um die Einhaltung des Mindestabstandes zu gewährleisten, einer Fläche von sechs Quadratmetern bedarf. Insofern gab es von uns gegenüber dem Anmelder den ausdrücklichen Hinweis, dass das nur auf dem Messegelände auf dem dortigen Parktplatz hinter den Messehallen kontrolliert abbildbar ist.

Heiko Rosenthal, Ordnungsbürgermeister Stadt Leipzig

Demonstrierende dürfen nicht in Hotels übernachten

Es wird erwartet, dass viele Teilnehmende der Demonstration aus anderen Bundesländern anreisen werden. Ursprünglich wurde die Versammlung nicht als touristischer Zweck eingestuft. Dadurch hätten die Personen auch in einem Hotel übernachten dürfen. Mittlerweile soll diese Einstufung laut mehreren Medienberichten verändert worden sein. Die Stadt stuft die Teilnahme an einer Versammlung demnach nicht als dringend notwendige Reise ein. Das bedeutet nach den derzeit gültigen Corona-Verordnungen, dass eine Übernachtung im Hotel nicht möglich sein wird.

Mit Material der dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 05. November 2020 | 19:20 Uhr

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