FAQ: Positiver Corona-Test? Das müsst ihr wissen!

Diese Nachricht will niemand bekommen – und doch trifft es immer mehr Menschen bei uns in der Region: Entweder sind sie selbst an Covid-19 erkrankt oder ein enger Kontakt. Hier Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Symbolbild Corona-Test
Bildrechte: imago images / MiS

1. Mein Corona-Test ist positiv ausgefallen. Was jetzt?

Die wichtigste Aufgabe jetzt: niemanden anstecken! Das heißt, ihr müsst sofort in Selbstisolation gehen und umgehend Kontakt zu eurem Gesundheitsamt aufnehmen. Hier findet ihr die Nummern der Corona-Hotlines in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mit den Behörden besprecht ihr dann alles Weitere.

Ihr müsst auch euren Kontaktpersonen der letzten 14 Tage Bescheid geben. Denn die müssen sich jetzt auch in Quarantäne begeben. Zu Hause solltet ihr möglichst wenig Kontakt mit anderen Haushaltsangehörigen haben, wenn das irgendwie geht. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat dazu Tipps veröffentlicht. Und hier findet ihr die amtlichen Bekanntmachungen zu den aktuell geltenden offiziellen Corona-Regeln in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

2. Ich habe selbst keinen positiven Test, habe aber gerade erfahren, dass ich Kontakt mit jemandem hatte, der positiv getestet wurde. Was muss ich machen?

Das kommt darauf an, wie genau der Kontakt abgelaufen ist. Nach der Einteilung des RKI gibt es verschiedene Gruppen von Kontaktpersonen. Die Einstufung läuft über das Gesundheitsamt.

Am engsten war der Kontakt bei Kontaktpersonen der Kategorie I. Hier wird noch in A und B unterschieden. Kategorie I (A) ist man, wenn man einer infizierten Person näher als anderthalb Meter gekommen ist und keinen Mund-Nasen-Schutz aufhatte. Beispiele dafür können etwa ein 15-minütiges Gespräch sein oder ein Kuss. Hier geht es um die Gefahr durch eine Tröpfcheninfektion.

Bei Kategorie I (B) geht es nicht um Abstand, sondern um die Gefahr durch Aerosole. In diese Gruppe fällt man, wenn man unabhängig vom Abstand zum Beispiel mehr als 30 Minuten mit einer infizierten Person im selben Raum war. Hier hilft es leider auch nichts, wenn man eine Alltagsmaske getragen hat, weil die gegen Aerosole nicht viel bringt.

Wenn ihr eine Kontaktperson der Kategorie I seid, müsst ihr in Quarantäne gehen und das Gesundheitsamt kontaktieren. Das ordnet dann normalerweise eine 14-tägige Quarantäne und einen Test an.

Dann gibt es noch Kontaktpersonen der Kategorie II. Die haben ein geringeres Infektionsrisiko, zum Beispiel weil der Nahkontakt kürzer war oder man sich nicht so lange im selben Raum wie die infizierte Person befand. Hier müsst ihr nicht in Quarantäne. Es wäre aber sinnvoll, eure Kontakte aus Sicherheitsgründen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wenn ihr Krankheitssymptome bekommt, lasst euch testen.

Eine letzte Gruppe sind die Kontaktpersonen der Kategorie III. Die haben ein potentiell erhöhtes Infektionsrisiko, zum Beispiel weil sie als medizinisches Personal arbeiten. Diese Menschen sollen sich selbst genau überwachen, unterliegen aber keiner stärkeren Kontaktbeschränkung.

3. Was ist der Unterschied zwischen Isolation und Quarantäne?

Die häusliche Quarantäne gilt für Kontaktpersonen der Kategorie I. In Isolation müsst ihr euch begeben, wenn ihr positiv getestet wurdet (siehe Punkt 1) oder eine Verdachtsperson seid. Das ist der Fall, wenn ihr klassische Covid-19 Krankheitssymptome habt: Husten, Halsschmerzen, Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden oder Geschmacksverlust. Nehmt in diesem Fall mit eurem Hausarzt Kontakt auf und klärt, ob ihr einen Test braucht. Ach, und wenn der negativ ausfallen sollte, habt ihr als ehemalige Verdachtsperson auch keine Pflicht zur Isolation mehr.

Wie lange eine häusliche Quarantäne dauert, entscheidet das Gesundheitsamt. Und eine Isolation dürft ihr erst beenden, wenn der enge Kontakt zur infizierten Person 14 Tage her ist – und ihr in der Zeit keine Krankheitssymptome hattet. Falls ihr dagegen ein positives Testergebnis hattet, entscheidet wiederum das Gesundheitsamt.

4. Was ist für Haushaltsangehörige von Kontaktperson der Kategorie I zu beachten?

Das wichtigste zuerst: Auch wenn ihr als Kontaktperson der Kategorie I eingestuft wurdet, gilt das nicht automatisch auch für eure Mitbewohner oder Familie. Das ist zum Beispiel auch für die Eltern von Schulkindern wichtig. Das heißt: Haushaltsmitglieder müssen – solange sie nicht positiv getestet wurden oder Symptome aufweisen – auch nicht in Quarantäne. Wenn es praktikabel ist, wäre es aber trotzdem sinnvoll einerseits die Kontakte außerhalb des Haushalts herunterzufahren und andererseits auch über eine räumliche Trennung im Haushalt nachzudenken. Also: Wo das geht: vielleicht darüber nachdenken, getrennt zu essen und zu schlafen. So als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme.

Auch eine freiwillige Quarantäne könnte sinnvoll sein, wenn ihr das mit eurem Arbeitgeber regeln könnt. Eine Krankschreibung vom Arzt bekommt ihr dafür aber nicht.

5. Was müssen Eltern von Schulkindern beachten, wenn sie selbst positiv getestet wurden?

Durch den positiven Test beim Elternteil ist das Kind zu einer Kontaktperson der Kategorie I geworden. Es muss also zu Hause in Quarantäne bleiben. Die Eltern müssen die Schule informieren, auch wenn es später ein Testergebnis vom Kind gibt.

6. Wer sollte überhaupt getestet werden?

Nach den Leitlinien des RKI sollen Kontaktpersonen der Kategorie I und II auf jeden Fall getestet werden, wenn sie Symptome aufweisen. Wichtig ist: Ein negatives Testergebnis ersetzt die Quarantäne nicht.

7. Was muss man während als Kontaktperson der Kategorie während der Quarantäne beachten?

Es ist vor allem wichtig, dass ihr euren Gesundheitszustand überwacht: am besten zwei Mal am Tag Fieber messen. Ihr könnt ein Tagebuch mit eventuellen Symptomen (siehe Punkt 3) führen. Meldet euch im Fall von Fieber bei eurem Gesundheitsamt. Weil die aktuell oft überlastet sind, kann das leider ein ziemlich mühseliges Geschäft sein. Wenn ihr statt der typischen grippeartigen Symptome andere schwere Probleme bekommt – Atemnot, Lähmungserscheinungen oder besonders starke Schmerzen – meldet euch auf jeden Fall bei einem Arzt. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreicht ihr unter der Telefonnummer 116117. Wenn ihr dort anruft, sagt bitte unbedingt, dass ihr euch in Quarantäne befindet. In Notfällen wählt den Notruf 112.

8. Muss man während Isolation oder Quarantäne arbeiten, wenn man symptomfrei ist?

Wenn ihr im Homeoffice eurem Job weiter nachgehen könnt, lautet die Antwort ja. Wenn nicht, bekommt ihr eine Bestätigung vom Gesundheitsamt für euren Arbeitgeber. Wenn ihr Symptome habt, dann braucht ihr eine Krankschreibung vom Arzt, die ihr an Arbeitgeber und Krankenkasse weiterleiten müsst.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 06. November 2020 | 19:20 Uhr

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