Die Veranstaltungsbranche sieht rot

Seit Monaten dürfen Veranstaltungen gar nicht oder nur unter strengen Auflagen stattfinden. Die Branche verzeichnet gigantische Einbußen, tausende Beschäftigte stehen ohne Einkommen da. Die "Night of Light" soll auf die desaströse Lage aufmerksam machen.

Night of Light

Ein rot angestrahltes Gebäude
Der Fernsehturm in Berlin soll am Montagabend rot angestrahlt werden um auf die verheerende Lage in der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen. Bildrechte: LK Aktiengesellschaft
Ein rot angestrahltes Gebäude
Der Fernsehturm in Berlin soll am Montagabend rot angestrahlt werden um auf die verheerende Lage in der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen. Bildrechte: LK Aktiengesellschaft
Ein rot angestrahltes Gebäude
Genauso das Brandenburger Tor. Bildrechte: LK Aktiengesellschaft
Ein rot angestrahltes Gebäude
Der Römer in Frankfurt. Bildrechte: LK Aktiengesellschaft
Ein rot angestrahltes Gebäude
Die Organisatoren der Aktion kommen aus dem Ruhrgebiet, wo viele ehemalige Zechen zu Eventlocations umgebaut wurden. Bildrechte: LK Aktiengesellschaft
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Ein rot angestrahltes Gebäude
Bildrechte: LK Aktiengesellschaft

Tom Koperek befürchtet das Schlimmste: "Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht", sagt der Initiator der Night of Light.

Rotes Licht als Alarmsignal

Mit der Aktion will er auf die desaströse Lage in der Veranstaltungsbranche aufmerksam machen. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind Veranstaltungen abgesagt worden, fast alle Aufträge in dieser Zeit seien abgesagt worden. Unternehmer und Beschäftigte bangen um ihre Existenzen. Die Branche gehört mit einem jährlichen Umsatz von rund 129 Milliarden Euro zu den zehn umsatzstärksten in Deutschland.

Hilfsprogramme würden wenig ausrichten und Betriebe stattdessen in die Überschuldung führen, sagt Koperek. Er befürchtet eine Pleitewelle in der Branche.

Tausende Teilnehmer

In der Nacht von Montag auf Dienstag sollen bundesweit Gebäude rot angestrahlt werden, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Mittlerweile sind über 7.000 Gebäude auf der Karte der Night of Light eingezeichnet. Sie alle sollen am Montagabend von 22 Uhr bis 1 Uhr rot angestrahlt werden.

Auch in Mitteldeutschland sind viele Veranstaltungsorte dabei. Nicht nur in den großen Städten wie Leipzig, Erfurt oder Magdeburg, auch in kleineren und ganz kleinen Städten sollen dann Gebäude rot angestrahlt werden.

Veranstalter wünschen sich mehr Hilfe

In Zwickau sind beispielsweise die Stadthalle, das Puppentheater und das Konzert- und Ballhaus Neue Welt mit von der Partie, sagt Jürgen Flemming, Geschäftsführer der Zwickauer Kulturbetriebe.

90 Prozent der Veranstaltungen, die hier in dem Zeitraum jetzt stattgefunden hätten sind verschoben oder abgesagt worden. Ich rede da von etwa 100.000 Besuchern.

Er wünscht sich mehr Hilfe für die Veranstalter, vor allem für kleine Unternehmen. Vor allem die kleinen, privaten Firmen seien existentiell Bedroht, sagt Fleming. Er hofft auf einen Ausgleich für Verluste, wie er auch für die Autoindustrie im Gespräch ist. Dazu hofft er auf die Signalwirkung der Night of Lights.

Vielleicht gelingt es uns, mit dieser Aktion den ein oder anderen zu sensibilisieren.

Eine Karte mit allen Teilnehmenden Firmen und Gebäuden gibt es hier. Organsiert wird die Beleuchtung dabei von betroffenen Unternehmen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 22. Juni 2020 | 11:45 Uhr

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