Neue Corona-Verordnungen: Das gilt rund um Ostern in Mitteldeutschland

In Sachsen-Anhalt sind die neuen Corona-Regeln schon in Kraft, in Sachsen und Thüringen gelten ab 1. April neue Schutzverordnungen. Wegen hoher Infektionszahlen bleiben vielerorts die bisherigen Regeln bestehen oder werden gar verschärft.

Ein Hinweisschild zur Maskenpflicht steht am Beginn der Fußgängerzone.
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Bund und Länder hatten sich schon vor einer Woche auf eine weitgehende Lockdown-Verlängerung geeinigt. Zudem solle die "Notbremse" konsequent umgesetzt werden. Die soll Lockerungen wieder rückgängig machen und ab einer Inzidenz von über 100 greifen – was in Mitteldeutschland fast flächendeckend erreicht ist.

Das sind die wichtigsten Neuerungen ab 1. April in Sachsen

Kontakte:
Die privaten Kontaktbeschränkungen bleiben prinzipiell bestehen. Wie bisher dürfen sich zwei Hausstände mit höchstens fünf Personen treffen; Kinder unter 15 Jahren werden nicht mitgezählt. In manchen Landkreisen und Städten gelten allerdings schon wieder strengere Bestimmungen: So darf sich etwa in Dresden vorerst nur ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen.

Kind in Schuhgeschäft
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Shoppen und Freizeit:
Auch wenn die Wocheninzidenz über 100 liegt, können Städte und Landkreise nach Ostern (ab 6.4.) "Click & Meet" anbieten sowie Zoos, Museen, Galerien oder Gedenkstätten öffnen. Bedingung ist allerdings, dass es in Sachsen nicht mehr als 1300 Covid-19-Patienten auf den Normalstationen der Krankenhäuser gibt. Zudem müssen Kunden und Besucher ein tagesaktuelles negatives Testergebnis vorlegen. Garten- und Baumärkte bleiben geöffnet, zudem zählen fortan auch Babyfachmärkte zur Grundversorgung und dürfen inzidenzunabhängig öffnen.

Testpflicht in Arbeitsstätten:
Beschäftigte und Selbstständige mit direktem Kundenkontakt müssen sich statt bisher einmal wöchentlich zweimal in der Woche testen oder testen lassen. Der Arbeitgeber muss die Tests zur Verfügung stellen. Für den Friseurbesuch müssen Kunden künftig einen negativen Test vorlegen. Überall dort, wo ein Selbsttest genügt, muss dies durch eine dokumentierte Selbstauskunft nachgewiesen werden.

Schulen:
Sachsen will nach Ostern Schulen und Kitas unabhängig von der Zahl der Neuinfektionen öffnen. Statt wie bisher einmal müssen sich Schüler dann zweimal pro Woche selbst testen. Neu: Die Testpflicht gilt künftig schon ab der ersten Klasse - also auch für Grundschüler. Die Schulbesuchspflicht wird in allen Bereichen ausgesetzt – Eltern können also frei entscheiden, ob ihr Kind die Schule besucht.

Kitas:
In den Kitas werden die Erzieher ebenfalls zweimal pro Woche getestet, Corona-Tests für Kleinkinder sind aber nicht vorgesehen. Eltern sollen ihre Kinder auf dem Außengelände abgeben oder abholen. Wer seine Kinder ins Kita-Gebäude hinein begleiten möchte, muss einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als drei Tage sein darf.

Maskenpflicht:
Schüler ab der fünften Klasse müssen im Unterricht eine medizinische Maske tragen. Für Lehrer und alle Schüler gilt zudem auf dem Schulgelände sowie im Schulhaus Maskenpflicht. Sachsen hat zudem die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit präzisiert: Ab 1. April müssen in Fußgängerzonen, auf Spielplätzen, Wochenmärkten, Verkaufsständen und beim Abholen und Liefern von Speisen Masken getragen werden.

Das gilt seit 29. März in Sachsen-Anhalt

Kontakte:
Private Treffen sind weiter nur sehr eingeschränkt möglich. Es darf sich ein Hausstand mit einem weiteren treffen, sofern dieser nicht mehr als fünf Personen umfasst. Sollte die Inzidenz über 100 liegen wird die Notbremse gezogen. Dann darf sich ein Hausstand nur mit einer weiteren Person treffen, sowohl zu Hause als auch in der Öffentlichkeit.

Shoppen und Freizeit:
Die meisten Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen, Museen und Gedenkstätten dürfen allerdings unter strengen Auflagen wieder öffnen. Außerdem sollen Geschäfte weiter "Click & Meet" anbieten dürfen. Auch kontaktloser Sport für Gruppen im Freien ist weiter erlaubt. Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren dürfen die Gruppen inklusive der Trainer 20 Personen umfassen, bei Erwachsenen sind Fünfergruppen möglich.

Schulen und Kitas:
Sachsen-Anhalt will die Schulen und Kitas auch nach den Osterferien weiterhin geöffnet lassen. Schüler und Personal sollen sich zweimal pro Woche testen dürfen. Außerdem soll es bei den Impfungen für Lehrer und Erzieher schneller vorangehen.

Experimente:
Für Gastronomie und Tourismus soll es nach Ostern möglich sein, erste Öffnungsversuche zu wagen. Bedingung sind Tests und Nachverfolgung. Dafür soll die Luca-App eingesetzt werden.

Das ist ab 1. April in Thüringen geplant

Kontakte:
Private Treffen sind mit einem weiteren Hausstand und insgesamt maximal zu fünft möglich.

Shoppen und Freizeit:
Nach den Osterferien sollen die Corona-Regeln im Einzelhandel gelockert werden. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit unter 200 liegt, könnten dann ab 12. April Geschäfte mit "Click & Meet" öffnen. Der Zutritt soll nur mit negativem Corona-Test möglich sein. Da der Inzidenzwert derzeit über 200 liegt, ist dieser Öffnungsschritt nach derzeitigem Stand nicht möglich. Unter ähnlichen Bedingungen könnten Zoos und Tierparks ab 10. April öffnen. Liegt der Inzidenzwert über 100 werden keine weiteren Öffnungsschritte unternommen.

Schulen und Kitas:
Auch in Thüringen soll es nach den Osterferien regelmäßige Selbsttests für die Kinder und Jugendlichen geben. Eine Testpflicht ist bislang nicht geplant.

Passanten gehen durch die Innenstadt von Weimar
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Modellprojekte:
Ein Versuch ist in Thüringen schon gestartet worden: In Weimar sind für drei Tage Geschäfte geöffnet. Dort darf mit negativem Corona-Test eingekauft werden. Weitere Modellprojekte werden in Erfurt, sowie den Landkreisen Nordhausen, Hildburghausen und Sonneberg angestrebt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Nachrichten | 30. März 2021 | 14:00 Uhr

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