Corona: Was gilt für Verträge mit Fitnessstudio, Kita und Co?

19.03.2020 | 08:16 Uhr

Nichts geht mehr in Deutschland: Shutdown. Kita und Schulen geschlossen, dazu Kinos, Theater oder Clubs. Aber was ist mit abgeschlossenen Verträgen, Dauerkarten oder Beiträgen? Muss das Abo für das Bezahl-Fernsehen weiter gezahlt werden, obwohl es dort keinen Live-Sport gibt? Wir klären die wichtigsten Fragen!

 In einem geschlossenen Laden in der Salzburger Altstadt hängt ein Schild mit der Aufschrift «Sorry, we are closed»
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Fitnessstudio hat zu – muss ich weiter Beiträge zahlen?

Hier gilt: Keine Leistung – keine Zahlung. Bedeutet: Für den Zeitraum der Schließung müssen keine Mitgliedsbeiträge gezahlt werden. Allerdings enthalten die meisten Verträge dazu keine konkreten Regelungen. Deshalb: Am besten mit dem Betreiber in Verbindung setzen und nach einer einvernehmlichen Lösung suchen.

Kita und Hort haben geschlossen – was ist mit den Gebühren?

Kita in Dresden geschlossen - Hinweisschild
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Da ist die Situation in Mitteldeutschland unterschiedlich. In Thüringen sollen Eltern keine Beiträge für die angeordnete Schließung zahlen müssen. Allerdings sei noch nicht geklärt, wie die Kosten erstattet werden sollen, sagt Thüringens Bildungsminister Holter. Anders ist die Lage in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Dort ist bislang nicht geklärt, was mit den bereits gezahlten Gebühren passiert. In Sachsen haben einzelne Kommunen angekündigt, die Gebühren erlassen zu wollen.

Darf ich mein Pay-TV-Abo kündigen, weil dort kein Exklusiv-Fußball läuft?

Ein so genanntes Sonderkündigungsrecht haben Bezahl-Fernseh-Kunden wegen der Corona-Krise nicht. Auch wenn die Bezahl-Sender nicht mehr Live-Fußball zeigen können, weil die Ligen den Spielbetrieb eingestellt haben. Immerhin: Manche Anbieter haben angekündigt, Kosten zu erstatten. Andere bieten die Möglichkeit, eine Abo-Pause einzulegen.

Was ist mit Dauerkarten für Fußball-Spiele oder der 10er-Karte für das Schwimmbad?

Geisterspiel Borussia Mönchengladbach gegen 1. FC Köln
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Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen haben Dauerkarten-Besitzer einen Anspruch auf Erstattung von Kosten für ausgefallene Veranstaltungen. Ist es noch möglich, die 10er-Karte fürs Schwimmbad im Gültigkeitszeitraum einzulösen, hat man keinen Anspruch auf Rückerstattung.

Muss der Essenslieferant für die abgesagte Geburtstagsfeier bezahlt werden?

Nein, liegt ein behördliches Verbot für private Feiern vor, trifft an der Absage weder Besteller noch Lieferant die Schuld. Bedeutet: Der Kunde muss nichts zahlen. Anders die Situation, wenn kein offizielles Verbot privater Feiern vorliegt und die Absage nur aus Vorsicht vor einer etwaigen Ansteckung geschehen ist. Erfolgt dann die Absage an den Essenslieferant, kann der unter Umständen Schadensersatz verlangen.

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2020, 08:16 Uhr

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