Corona-Meldepflicht für Haustiere geplant

Eine Katze beim Tierarzt
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Das Coronavirus kann nicht nur Menschen infizieren und erkranken lassen, sondern auch Tiere. Erst Anfang April hatte ein Tiger mit trockenem Husten im New Yorker Zoo für Schlagzeilen gesorgt. Bis jetzt gibt es zu solchen Fällen allerdings nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse. Deswegen will der Bund eine Pflicht einführen, mit der eine Infektion eines Haustieres gemeldet werden muss. Anfang Juli soll der Bundesrat diese beschließen.

Meldepflicht um eine bessere Datenlage zu bekommen

Dadurch sollen mehr Daten zur Forschung beim Friedlich-Loeffler-Institut ankommen. Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner stellte allerdings klar, dass jetzt nicht alle Haustiere auf das Virus getestet werden sollen. Ziel seien Tests nur in Haushalten, in denen Tiere klare Symptome aufweisen:

Etwa wenn eine Katze in einem Haushalt, in welchem es eine Corona-Infektion gibt, klinische Symptome zeigt.

Bei einem positiven Test soll das Tier dann in Quarantäne gehalten werden, um eine Infektionsgefahr für andere Tiere oder den Menschen so gering wie möglich zu halten.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge können Mäuse, Ratten, Schweine und Hühner offenbar kein Corona bekommen. Bei Rindern laufen Tests aktuell. Bei Hunden sind selten Fälle erfasst worden. Gefährdeter sind scheinbar Katzen. Sie können bei einer Infektion auch Symptome aufweisen, wie der Tiger aus dem New Yorker Zoo. Dass Tiere das Virus auf Menschen übertragen, gilt derzeit als unwahrscheinlich. Dafür gibt es aktuell noch keine Beweise. Deshalb ist die Forschung in dem Gebiet umso wichtiger. Sie soll Tiere und Menschen schützen und auch Erkenntnisse bringen, die bei der Behandlung von erkrankten Menschen helfen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 17. Juni 2020 | 10:00 Uhr

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