Maskenpflicht im Sommer: Hitzeschäden durch Mund-Nasen-Schutz?

Je höher die Temperaturen, desto lästiger wird die Maskenpflicht. Man bekommt schlecht Luft und schwitzt noch mehr als sonst. Wir klären, worauf du achten solltest und wie du trotz Maske gut durch den Sommer kommst.

Frau mit Maske und Sonnenbrille
Bildrechte: imago images/ddbd

In Geschäften, Bussen und Bahnen bleibt das Tragen von Masken weiter Pflicht und ein Ende ist nicht abzusehen. Für viele ist das sehr unangenehm, vor allem jetzt im Sommer, wenn es recht heiß ist. Doch die gute Nachricht: das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes ist auch bei hohen Temperaturen nicht gefährlich. Zwar kann es zu vermehrtem Schwitzen und gelegentlicher Atemnot kommen, aber eine Gesundheitsgefahr besteht in den allermeisten Fällen nicht, beruhigt Fernseharzt und Medizinjournalist Christoph Specht im MDR JUMP-Gespräch:

Dr. med. Christoph Specht
Bildrechte: Jo Kirchherr

Im Wesentlichen ist es ein psychologischer Effekt. Also wenn wir eine starke Aversion gegen das Tragen der Maske haben, dann wird es tatsächlich noch mal schwer für uns, weil unsere Psyche uns dann einen Streich spielt. Obwohl die tatsächlich messbaren Parameter: Sauerstoff oder das Ab-atmen von CO2, also Kohlendioxid gar nicht so stark behindert sind.

Was beim Maske-tragen auch zum Problem werden kann: die Haut leidet. Vor allem jetzt, wo es wärmer ist, so Dr. Specht:

Ich habe inzwischen schon einige Patienten gesehen, die aufgrund des Maske-tragens tatsächlich auffällige Hautveränderungen hatten, nämlich Scheuerstellen, worauf dann Hautbakterien, die normalerweise gar nicht gefährlich sind, in diese offenen Stellen hineingegangen sind und zu Entzündungen geführt haben. Es kann Pickel geben, gerade an den Stellen, wo die Maske eng anliegt, dann eben reibt, also sich bewegt.

Das solltest du beachten

  • Wichtig ist, dass man die Maske nicht all zu lange trägt und nur dort, wo es wirklich nötig ist. Zur Erinnerung: die Maske schützt dich nicht vor Ansteckung, sondern es ist ein Schutz für die anderen.
  • Wenn die Maske vom Schwitzen feucht geworden ist, sollte man sie umgehend wechseln. Denn ein feuchter Mund-Nasen-Schutz ist eine Brutstätte für Bakterien und Pilze. Es ist also gut, immer mehrere Masken dabei zu haben.
  • Im Sommer besonders auf das Gewebe achten, aus dem die Maske gemacht ist, besonders wenn es sich um eine selbstgenähte Maske handelt. Gut geeignet sind Jersey und Biberstoff.
  • Öfter das Fahrrad nehmen, statt sich mit Maske in eine warme Straßenbahn oder in den Bus zu setzen.
  • Bei Atemnot ganz bewusst ein paarmal tief durchatmen.
  • Einkäufe am besten nicht in der Mittagszeit oder den Nachmittagsstunden erledigen.
  • Ansonsten gelten die üblichen Hitze-Ratschläge wie in jedem Sommer.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Bei der Arbeit | 26. Juni 2020 | 12:45 Uhr

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