Erweiterte Maskenpflicht: Wo gibt es kostenlose Schutzmasken?

Statt Stoffmasken sind beim Einkaufen, in Bussen und Bahnen OP-Masken und FFP2-Masken Pflicht. Die filtern besser, kosten aber mehr als selbstgefertigte Masken. Wir geben einen Überblick, wo es kostenlose Masken gibt.

Eine Frau mit FFP2-Maske kauft im Supermarkt ein.
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Sie gelten als besserer Schutz gegen das Coronavirus als die Stoffmasken, die viele tragen: "Medizinische Masken" werden daher jetzt Pflicht, um die Ansteckungszahlen weiter nach unten zu drücken. Dazu zählen nach den Beschlüssen von Bund und Ländern von Mitte Januar die OP-Masken und Masken mit den Schutznormen FFP2 und KN95.

Überblick: Die erweiterte Maskenpflicht bei uns

"Medizinische Masken" müssen seit Montag, 25. Januar, in Sachsen-Anhalt beim Einkaufen und im Nah- und Fernverkehr getragen werden. Ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren. In Thüringen gilt die Vorschrift ab Dienstag, 26. Januar, für den Nahverkehr, fürs Einkaufen, für Gottesdienste und Arztpraxen. Im Freistaat gilt die erweiterte Maskenpflicht für alle ab 15 Jahren. Sachsen startet am Donnerstag, 28. Januar: Dann sind OP-Masken oder der FFP2-Schutz beim Einkaufen und in Bussen und Bahnen vorgeschrieben.

Höhere Maskenkosten für viele

Masken mit der Bezeichnung KN95. Die chinesische Schutznorm ist in etwa vergleichbar mit der europäischen FFP2-Norm. Sie gelten nach dem Beschluss von Bund und Ländern vom 19. Januar auch als "medizinische Masken".
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Viele müssen wegen der erweiterten Tragepflicht jetzt Masken nachkaufen: Die Alltagsmasken aus Stoff konnte man mit etwas Geschick selbst herstellen oder bekam sie geschenkt. OP-Masken gibt es im 10er-Pack je nach Apotheke oder Drogeriemarkt für fünf bis zehn Euro. Online gibt es häufig größere Packungen mit Stückpreisen um die 50 Cent. Diese Masken schützen vor allem das Gegenüber vor Tröpfchen mit dem Virus. Aerosole werden nicht zurückgehalten. Mehr Schutz für den Träger selbst und für andere bieten FFP2-Masken. Die filtern mehr als 90 Prozent der Aerosole aus der Atemluft. FFP2-Masken gibt es im 2-er-Set ab rund vier Euro. Je nach Anbieter können die Preise aber auch deutlich höher liegen. Für viele sind das erhebliche Mehrkosten in der Corona-Pandemie. Die Masken gelten laut Robert Koch-Institut als Einwegprodukte und müssten daher immer wieder neu gekauft werden.

Hier gibt es kostenlos Masken

Seit Mitte Dezember schon gilt die Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung des Bundes: Danach bekommen alle über 60 Jahren und sogenannte Risikopatienten FFP2-Masken. Zu dieser Gruppe gehören etwa Menschen mit Asthma, Herzproblemen oder Trisomie-21. Die ersten drei Masken gab es in Apotheken im Dezember gegen Vorlage des Personalausweises. Weitere zwölf FFP2-Masken werden jetzt im Januar gegen einen Gutschein in Apotheken ausgeteilt. Den verschicken die privaten und gesetzlichen Krankenkassen und es wird ein Eigenanteil von zwei Euro für sechs Masken fällig. Wenn der Gutschein noch nicht da ist, lohnt sich ein Anruf bei der Kasse. Die ersten sechs Masken können mit dem Gutschein bis Ende Februar abgeholt werden. Die zweiten sechs Masken gibt es dann bis Mitte April.

Je nach Bundesland und Gemeinde gibt es auch für andere kostenlose Masken: In Halle/Saale etwa verteilen Teams der Verkehrsbetriebe in den ersten beiden Wochen an Fahrgäste kostenlose OP-Masken in Bussen und Bahnen.

In Thüringen gibt Jena kostenlos Schutzmasken an Menschen mit niedrigen Einkommen aus: Ab Dienstag (26. Januar) sollen alle mit einer Jenabonus-Berechtigungskarte kostenfrei drei FFP2-Masken und zehn medizinische Mund-Nasen-Masken erhalten. Laut Stadtverwaltung richtet sich das Angebot an Rentner, die Wohngeld beziehen, und Familien, die Kinderzuschlag erhalten, an Empfänger von Hartz-IV-Leistungen und Asylbewerber. Auch Weimar will FFP2-Masken kostenlos an einkommensschwache Menschen abgeben. In Thüringen werden auch in der Landespolitik Gratismasken diskutiert: Die sollen Empfänger von Hartz-IV-Leistungen, arme Rentner und Asylbewerber bekommen.

Der Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen teilt seit Ende letzter Woche schon an alle Einwohner kostenlose OP-Masken aus. Vorerst sind laut Landkreis zehn Masken pro Person geplant. Die Masken wurden dafür letzte Woche an die einzelnen Gemeinden verteilt.

Wo gibt es medizinische Masken zu kaufen?

FFP2 Masken Mundschutz Gesichtsmasken
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OP-Masken und FFP2-Masken gibt es in Apotheken. Die "medizinischen Masken" bieten auch viele Drogerieketten an. Inzwischen haben auch einige Supermärkte angekündigt, diese Masken in ihr Angebot aufzunehmen. Das will etwa Kaufland machen. Beim Kauf sollte man auf die CE-Kennzeichnung und die vierstellige Kennnummer achten. Die gibt an, welche Prüfstelle die Maske zertifiziert hat. Das machen etwa Dekra oder auch TÜV Süd und TÜV Rheinland.

Können medizinische Masken wiederverwendet werden?

Laut RKI sind OP-Masken und der Schutz mit FFP2-Norm Einwegprodukte, die nach dem Tragen entsorgt werden sollten. Mit Blick auf die Kosten wurden aber inzwischen zulässige Wege zur Wiederverwendung veröffentlicht: FFP2-Masken können sieben Tage bei Raumtemperatur getrocknet und dann wieder genutzt werden. Alternativ können sie im Backofen bei 80 Grad innerhalb einer Stunde desinfiziert werden. Danach sind Coronaviren nach einer Studie der Fachhochschule Münster nicht mehr aktiv. OP-Masken können im privaten Bereich laut TÜV für Einkaufen oder Fahrten im Nahverkehr mehrfach genutzt werden. Sie können bei trockener Hitze bei 65 bis 70 Grad im Backofen desinfiziert werden.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa.

Anmerkung: Wir haben in einer früheren Version des Textes "blaue OP-Masken" geschrieben. Das war zu Veranschaulichung gedacht, weil die meisten diese Masken in der blauen Version kennen. Die mehrlagigen OP-Masken gibt es aber auch in anderen Farben. Darauf haben uns Hörer aufmerksam gemacht. Vielen Dank!

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 25. Januar 2021 | 19:20 Uhr

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