Hefe: Darum ist sie knapp und so kannst du sie ersetzen!

zuletzt aktualisiert: 06.04.2020 | 14:54 Uhr

Noch nie war Hefe so beliebt, wie zu Zeiten von Corona. Ähnlich wie Toilettenpapier ist auch die Hefe in vielen deutschen Supermärkten Mangelware. Dabei kann man sie ganz einfach selbst machen. Wir sagen euch wie!

Hefe
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Die gute Nachricht zuerst: Es wird weiterhin Hefe hergestellt, erklärt der Verband der Hefeindustrie der Nachrichtenagentur AFP:

Die Hefeproduktion ist auch während der Corona-Krise gesichert.

Aber wieso ist sie dann in den Supermarkt-Regalen kaum vorhanden? Maximiliane Overhage vom Verband der Hefeindustrie erklärt das auf Anfrage von MDR JUMP so:

Aufgrund der starken Nachfrage ist anzunehmen, dass die Bevölkerung zurzeit verstärkt backt und die Vorratsschränke füllt. Einen anderen Grund als die Coronakrise für diese Entwicklung zur Selbstversorgung sehen wir nicht.

Frisch gebackene Hefezöpfe mit Mandelblättern auf einem Blech
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Die Hersteller produzierten derzeit an der Kapazitätsgrenze, aber der Mangel könne sich noch über Wochen hinziehen, erklärte Markus Weck, Geschäftsführer des Verbandes, der Nachrichtenagentur dpa. Denn Supermärkte würden in der Regel nur einmal pro Woche beliefert.

Alkoholproduktion spielt keine Rolle

Ob der Hefe-Mangel auch mit der Produktion von Alkohol zusammenhängen könnte, hat Maximiliane Overhage vom Verband der Hefeindustrie auf Anfrage von MDR JUMP verneint. Denn es handele sich um verschiedene Hefearten:

Backhefe wird nicht zur Produktion von Alkohol verwendet, dort kommen in der Regel Reinzuchthefen zum Einsatz. Die Nachfrage nach Backhefe ist zuletzt stark gestiegen.

Der Hauptgrund liege im Moment in Engpässen beim Verpackungsmaterial:

Das Problem ist aktuell tatsächlich nicht die Rohstoffversorgung, sondern das Verpackungsmaterial. Die frischen Hefewürfel werden für den Lebensmittelhandel einzeln in kleine Folien verpackt und diese werden im Voraus entsprechend der zu erwartenden Nachfrage bestellt, produziert und gelagert. Mit dem aktuellen Anstieg und der außergewöhnlich hohen Nachfrage nach Hefe haben die Hersteller nicht gerechnet und deshalb kommt es auch bei Verpackungen zu Engpässen.

Außerdem gibt es, wie in viele anderen Betrieben deutschlandweit, auch bei den Hefe-Herstellern immer wieder Corona-bedingte Personalausfälle.

Verband: Bitte keine Hamsterkäufe

Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP kritisierte der Verband der Hefeindustrie:

Uns haben bereits Nachrichten erreicht, dass Kunden ganze Kartons Würfelhefe kaufen. Wenn so wenig umsichtig konsumiert wird, ist es klar, dass Hefe als Mangelware erscheint.

Damit kein Eindruck des Mangels entstehe, ist die Produktion bereits bis ans "Limit der Verpackungsfähigkeit" erhöht worden und in absehbarer Zeit werde eine Entspannung im Einzelhandel erwartet.

Verbraucherschützer warnen vor Internetkäufen

Hefe zum Backen
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Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat auf Ebay überteuerte Angebote gefunden: Eine Tüte Trockenhefe mit sieben Gramm gab es dort zum Beispiel für zehn Euro plus 1,55 Euro Versandkosten oder 16 Beutel für 44,00 Euro ohne Versandgebühren. Silke Vollbrecht, Lebensmittelexpertin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg stellt fest:

Die hier angebotene Trockenhefe ist fast durchweg teurer als Silber, das man derzeit für 43 Cent pro Gramm bekommen kann.

Rezepte: Hefe selbst machen

Dabei ist Hefe selbst machen gar nicht so schwer und gelingt mit Zutaten, die man bereits zu Hause hat. Vor allem braucht man aber etwas Geduld, denn die die Gärung der Hefe-Kultur dauert ein paar Tage. Es gibt viele verschiedene Rezepte. Für dieses Rezept benötigt man nur Kartoffeln, Zucker und etwas Bier:

Eine Alternative ohne Bier: Sogenannte „wilde Hefe" wird aus ungeschwefelten Früchten, wie getrocknete Datteln oder Pflaumen, hergestellt.

Einfache Hefe-Alternativen

In leichten, luftigen Brotteigen kann man Hefe ganz einfach mit Backpulver ersetzen. Bei 500 Gramm Mehl nimmt man dann ein Päckchen Backpulver. Der Teig muss dann aber nicht mehr gehen.

Natron ist auch ein Triebmittel, funktioniert aber nur in Verbindung mit Säure. Als Säure eignen sich zum Beispiel Zitronensaft, Joghurt oder Buttermilch. Natron als Hefeersatz bietet sich vor allem in Gebäck-Teigen an.

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