Wie die Fantastischen Vier mit der "luca"-App die Kulturbranche retten wollen

Eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist die Kontaktverfolgung. Die Fantastischen Vier haben zusammen mit einem Startup eine spezielle App dafür entwickelt.

Fanta 4 Michael Bernd Schmidt alias Smudo und Michael Beck alias Michi Beck zusammen mit Landrat des Salzlandkreis Markus Becker SPD in einem Altenpflegeheim zur Präsentation der App.
Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

Die Musiker von den Fantastischen Vier haben zusammen mit einem Berliner Startup eine Smartphone-App entwickelt, die die Gesundheitsämter in der Corona-Krise massiv entlasten könnte. Mit "luca" können sich die Besucher von Gaststätten oder Kulturveranstaltungen per QR-Code ein- und ausloggen - und damit jede Menge Zettelwirtschaft zur Adressaufnahme beenden.

Direkter Draht zum Gesundheitsamt

Mit der App muss man lediglich mit einem QR-Code bei einer Veranstaltung oder einem Restaurantbesuch einchecken. Die Daten bleiben dabei verschlüsselt und können weder von Veranstaltern noch anderen Gästen eingesehen werden. Gibt es nun einen Corona-Fall auf einem Konzert oder im Restaurant, werden die Daten an das Gesundheitsamt weitergeleitet. Ein ähnliches Konzept hat auch die App "pass4all" von einem Dresdner Startup.

Das besondere an der App sei, dass sie die Daten direkt an das Gesundheitsamt übertragen könne. Keine Andere App in Europa habe den direkten Draht zu den Behörden, sagt Rapper Smudo im WDR.

Der Stadtrat in Jena testet die App schon

In Jena probiert die Stadtverwaltung die "luca"-App schon aus. "Wir sind mit dem Stadtrat selbst an die Front gegangen und haben uns als Versuchskaninchen zur Verfügung gestellt", sagt der Jenaer Oberbürgermeister Thomas Nitzsche. Etwa zwei Drittel der Stadträte hätten die App installiert. Bisher funktioniere alles sehr einfach und schnell. Einen positiven Fall habe es aber noch nicht gegeben. Der Härtetest steht also noch aus.

Trotzdem kann sich Nitzsche vorstellen, die App großflächig einzusetzen:

Es wäre denkbar, die App überall dort einzusetzen, wo Gruppen zusammenkommen und wo man eine Kontaktnachverfolgung braucht.

Also etwa bei Veranstaltungen oder in der Gastronomie. Aber auch ein Einsatz in der Schule käme für ihn in Frage.

Grünes Licht vom Datenschutzbeauftragten

Aber wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Vom Thüringer Datenschutzbeauftragten habe die App schon grünes Licht bekommen. Die Macher von "luca" verweisen darauf, dass die Sicherheit der Daten in der App besser sei, als die unzähliger Zettel in Schuhkartons, die irgendwo im Keller lagern.

Ob und wie die App in der Praxis Funktioniert, wird sich aber erst sagen lassen, wenn erste Lockerungen beschlossen sind und Gastronomie und Veranstaltungen wieder möglich sind. Thomas Nitzsche glaubt auf jeden Fall daran, dass die Kontaktnachverfolgung mit der "luca"-App ein wichtiger Bestandteil der Eindämmung der Coronapandemie sein könnte. Wenn alle auf die gleiche App setzen und die Gesundheitsämter mitspielen.

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