Sachsen-Anhalt lockert Corona-Verordnung

Die Corona-Regeln in Sachsen-Anhalt werden weiter gelockert. Gültig sind die neuen Regelungen dann ab dem 17. September 2020. Wir geben euch einen Überblick über die Lockerungen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) trägt bei einem Besuch des Universitätsklinikums einen Mundschutz
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) trägt bei einem Besuch eines Universitätsklinikums einen Mundschutz Bildrechte: Denny Sachse

Heute wurde die achte Corona-Verordnung der Landesregierung von Sachsen-Anhalt verabschiedet. Ministerpräsident Reiner Haseloff erklärt dazu:

Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Verordnung zielt auf die Verantwortung des Einzelnen. [...] Diese Verantwortung ist auch entscheidend in den nächsten Monaten.

Täglich könne die Corona-Verordnung in Kabinettssitzungen angepasst werden, wenn es die Situation verlange. Haseloff bittet:

Bitte übernehmen wir Verantwortung! Versuchen wir die Risiken minimal zu halten!

Der Ministerpräsident weist darauf hin, dass jeder sich fragen sollte, ob man verantwortungsbewusst und solidarisch handelt. Die achte Corona-Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt ist auch ein Weg zurück zur Normalität, so der Konsens der Pressekonferenz der Landesregierung. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne erklärt, dass die Formulierungen der Verordnung nun immer allgemeiner werden und nicht mehr so streng sind.

Adressliste wird teilweise abgeschafft

Abgeschafft werden die Adresslisten beispielsweise bei Frisören und in Gaststätten. Denn dort, so hätten es die letzten Monate gezeigt, erklärt Petra Grimm-Benne, wüssten die Menschen in der Regel, mit wem sie Kontakt hatten bzw. an einem Tisch saßen. So seien die Listen nur noch ein bürokratischer Mehraufwand. Nötig seien die Listen aber noch bei Feiern über 50 Personen, Sportstätten und in Diskotheken. Dort sei die Nachverfolgung schwieriger, aber wichtig.

Der Mindestabstand von 1,5 Meter dürfe in Restaurants bei vorhandenen Plexiglaswänden oder anderen Vorrichtungen auch unterschritten werden.

Veranstaltungen

Kulturveranstaltungen könne wie bisher mit Abstand usw. durchgeführt werden. Aber die örtlichen Gesundheitsämter könnten die Voraussetzungen auch modifizieren. In geschlossenen Räumen dürfen sich bis zu 500 Personen auf einer Veranstaltung versammeln. Ab dem 1. November sind dann sogar bis zu 1.000 Personen erlaubt. Bis zu 50 Personen dürfen auf privaten Feiern sein. Werden sie professionell organisiert, sind bis zu 500 Personen in geschlossenen Räumen auf privaten Feiern erlaubt.

Sportveranstaltungen

Bei Sportveranstaltungen sei es generell schwerer mögliche Infektionsketten nachzuverfolgen, deshalb sind auch hier noch die Anwesenheitslisten notwendig.

Rainer Robra, Staats- und Kultusminister, erklärt, dass gerade viele Spielbetriebe kurz vor dem Beginn stehen. Es seien viele sehr gute Hygienekonzepte der Verbände eingereicht worden. Auf Grundlage der Hygienekonzepte der Verbände muss situativ entschieden werden. Ein einheitliches Konzept für ganz Deutschland sei nicht möglich. Nun gibt es einen sechswöchigen Testbetrieb in ganz Deutschland, jedoch sei eine Auslastung von nur 20% möglich. Für manche Vereine sei das zwar wirtschaftlich nicht rentabel, sie würden aber trotzdem mitmachen. Rainer Robra betont aber:

Staatsminister Rainer Robra
Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Das alles gilt natürlich unter dem Vorbehalt, dass die Lage stabil bleibt.

Clubs dürfen wieder öffnen

Ab dem ersten November dürfen auch Clubs und Diskotheken wieder öffnen. Doch nur 60% der eigentlich möglichen Besucher darf reingelassen werden. Geregelt werden soll das durch Einlasskontrollen. Auch hier spielt die Nachverfolgbarkeit eine große Rolle, deshalb soll es Online-Anmeldungen für Besucher geben. Und die Abstands- und Hygieneregeln gelten.

Armin Willingmann, sachsen-anhaltischer Wissenschafts- und Wirtschaftsminister zeigt sich optimistisch:

Wirtschaftsminister Armin Willingmann bei Video-Landespressekonferenz am 21. April 2020
Bildrechte: MDR/André Plaul

Es darf wieder getanzt werden.

Studium wird hybrid

Für Armin Willingmann hängt die Club-Öffnung in gewisser Weise auch mit dem Studium zusammen, denn Clubs gebe es vorrangig in Studentenstädten und gehören zum Studieren dazu. Sie sollen einen Ausgleich zum Studium und die Möglichkeit für ein Miteinander bieten. Außerdem werde das neue Semester hybrid gestaltet, erklärt Armin Willingmann:

So viel Präsenz wie möglich, so viel Digitales wie nötig.

Doch auch hier spielten die Hygieneregeln eine große Rolle.

Weihnachtsmärkte dürfen öffnen

Auch die Öffnung von Weihnachtsmärkten ist in der neuen Corona-Verordnung geregelt. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne erklärt:

Petra Grimm-Benne (SPD), Sachsen-Anhalts Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration
Bildrechte: dpa

Wollen wir Weihnachtsmärkte möglich machen. [...] Wir gucken uns jetzt schon die ganzen Hygienekonzepte an. Damit das im Harz und in Magdeburg und Halle passieren kann.

Doch sollen auf den Weihnachtsmärkten nicht mehr als 10 Menschen zusammenstehen. Ordner sollen die Einhaltung dann auch kontrollieren.

Die achte Corona-Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt gilt vom 17. September und ist bis zum 18. November gültig.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 15. September 2020 | 11:00 Uhr

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