Strenge Auflagen für Gastwirte, Schulen und Kitas in Mitteldeutschland

Endlich wieder mit der Familie ins Restaurant gehen oder am Wochenende ein Bier im Biergarten trinken. Die Landesregierungen hatten zuletzt auch deutliche Lockerungen beschlossen. Auch die Gastronomie soll wieder öffnen dürfen.

Kellnerinnen riegeln die Außenbestuhlung einer Gaststätte ab
Bildrechte: dpa

In Sachsen darf die Gastronomie am Freitag öffnen. Dabei gilt weiterhin ein Mindestabstand von 1,5 Metern – allerdings nicht zwischen den einzelnen Besuchern, sondern den Tischen. An einem Tisch dürfen sich nach derzeit geltenden Regeln nur Personen aus zwei Haushalten aufhalten.

Zudem hat die Landesregierung beschlossen, dass die Öffnung von Theatern, Kinos und Freibädern vorverlegt wird. Sie dürfen bereits ab Freitag wieder für Besucher öffnen – auch hier gelten weiter strenge Hygieneregeln. Teilweise muss der zuständige Kreis vorab ein Hygienekonzept genehmigen.

Schulunterricht in Sachsen

Außerdem hat die Landesregierung die Regeln für den Schulunterricht in Sachsen präzisiert. Schüler der 1. bis zur 4. Klasse haben ab kommendem Mittwoch wieder im Klassenverband Unterricht. Sie müssen dabei keine Masken tragen und auch nicht den Mindestabstand einhalten. Allerdings müssen die Klassen strikt voneinander getrennt werden. Zum Beispiel, indem jede Klasse eine eigene Pausenzeit hat, damit sich die Kinder nicht beim Toben begegnen.

Die Schüler der Klassen 5 bis 12 sollen im Wechsel zu Hause und in der Schule unterrichtet werden. Wie genau, das sollen die Schulen festlegen. Ebenso, wann und wie eine Maske zu tragen ist. Die Schüler und Schülerinnen sind verpflichtet, eine Maske bei sich zu haben. Für diese Jahrgänge gilt auch, dass der Mindestabstand eingehalten werden muss.

Kitas in Sachsen

Auch die Kitas und andere Betreuungseinrichtungen öffnen wieder. Dabei sollen die jeweiligen Einrichtungen darauf achten, dass die Gruppen möglichst vom selben Personal betreut werden. Ein Mindestabstand gilt hier nicht. Die Kinder sollen nicht zwischen verschiedenen Gruppen tauschen. Die Außenanlagen der Einrichtungen sollen nur von jeweils einer Gruppe genutzt werden.

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping sprach heute davon, dass es in Sachsen bundesweit die größten Lockerungen gebe. Das sei ein historischer Tag. Wirtschaftsminister Martin Dulig sprach von einem „mutigen Schritt“. Er appellierte an die Bürger: „Aus Mut darf kein Leichtsinn werden“.

Strenge Auflagen für Gaststätten in Sachsen-Anhalt

Willkommensschild vor Ausflugslokal Walternienburg
Bildrechte: André Plaul

In Sachsen-Anhalt dürfen Gaststätten ab kommendem Montag (18.05.) wieder öffnen. Aber nur, wenn es ein Hygienekonzept gibt, das vom jeweils zuständigen Landkreis geprüft wurde. Das hat die Landesregierung heute bekannt gegeben. Zunächst nicht öffnen dürfen Kneipen und Bars.

Hotels und Pensionen sollen ab 22. Mai wieder Menschen aus Sachsen-Anhalt beherbergen dürfen. Campingplätze und Ferienwohnungen können schon ab Freitag wieder öffnen.

Kindergärten in Thüringen öffnen mit Einschränkungen

In Thüringen öffnen die Kindergärten am Montag wieder zum Regelbetrieb – zumindest theoretisch. Das Land überlässt es den jeweiligen Trägern, wann und wie schnell sie ein Hygienekonzept umsetzen können. Ähnlich wie an Thüringens Schulen werden nicht alle Kinder in einer Gruppe zusammen betreut, sondern einer Art Schichtbetrieb in kleineren Gruppen. Wie viele Kinder betreut werden dürfen, hängt auch von der Raumgröße ab.

In Zukunft sollen an den Schulen in Thüringen auch mehr als zehn Schüler unterrichtet werden können. Allerdings nur, wenn die Abstände von 1,5 Metern eigenhalten werden können. In Pausen und auch in Schulbussen gilt eine Maskenpflicht.

Ab 2. Juni sollen alle Schüler in Thüringen wieder an einem Präsenzunterricht teilnehmen dürfen. Allerdings, sagte Bildungsminister Helmut Holter, wird es bis zum Ende des Schuljahres keinen regulären Unterricht geben, sondern eine Mischung aus Unterricht von zu Hause und Präsenzzeiten in der Schule.

Weitere Freizeiteinrichtungen öffnen in Thüringen

Viele Menschen treffen sich rein zufällig beim Spazieren auf dem Domplatz, es ist ein friedlicher Protest gegen die Corona-Regelungen, die Polizei ist anwesend und filmt nach geraumer Zeit die Spaziergänger, um Verstösse gegen die Corona-Regeln festzuhalten .
Bildrechte: imago images/Karina Hessland

Freizeiteinrichtungen wie Fitnessstudios, Schwimmbäder oder andere Sporteinrichtungen sollen ab dem 1. Juni wieder öffnen dürfen. Disco und Kinos bleiben aber bis mindestens zum 15. Juni geschlossen.

Zudem hat sich die Landesregierung auf ein Bußgeld von 50 Euro geeinigt, wenn Menschen im öffentlichen Nachverkehr keine Maske tragen. Demos unter freiem Himmel haben ab Mittwoch keine Teilnehmerbegrenzung mehr – bislang durften nur 50 Personen protestieren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 12. Mai 2020 | 16:00 Uhr

Weitere Informationen zu Corona