Neue Corona-Regeln: Was bedeuten sie für Mitteldeutschland?

Ein bundesweit einheitlicher Lockdown kommt: Teilweise werden Schulen und Geschäfte wieder geschlossen, eine nächtliche Ausgangssperre wird eingeführt. Diese Einschränkungen gelten ab Samstag.

Ein Fahrgast mit Mund-Nasen-Schutz steht in einer Berliner S-Bahn vor der Notbremse.
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Die neue, bundesweite Corona-Notbremse ist beschlossene Sache und gilt ab Samstag. Zuvor sind die neuen Regeln von Bundestag und Bundesrat beschlossen worden. In ganz Deutschland werden damit einheitliche Maßnahmen umgesetzt, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Diese Regeln gelten

Wenn es keine zwingenden, betriebsbedingten Gründe gibt, müssen Unternehmen ihren Angestellten anbieten, die Tätigkeit im Homeoffice auszuführen. Ist kein Homeoffice möglich, müssen Corona-Tests angeboten werden.

Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 (laut RKI, an drei aufeinander folgenden Tagen) gilt ab dem übernächsten Tag in dem jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt:

  • Private Treffen sind nur zwischen einem Haushalt und einer weiteren Person erlaubt. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt.
  • Es gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22:00 Uhr und 5:00 Uhr. Allerdings bleibt es zwischen 22:00 Uhr und 24:00 Uhr erlaubt, sich alleine im Freien zu bewegen. Es gelten generell Ausnahmen für Arbeitswege oder andere wichtige Gründe. Dazu zählt die Versorgung von Tieren.
  • Schulen werden Präsenzunterricht nur noch im Wechselunterricht anbieten.
  • Alle Geschäfte (außer Läden des täglichen Bedarfs) dürfen nur nach vorheriger Terminbuchung besucht werden. Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test.
  • Sport ist maximal zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes erlaubt. Ausnahmen gibt es für Kinder unter 14 Jahren. Für sie sind Gruppen von höchstens fünf Kindern für gemeinsamen Sport erlaubt.
  • Für Trauerfeiern dürfen maximal 30 Personen zusammenkommen.
  • Zoos und botanische Gärten müssen schließen. Das gilt nicht für deren Außenbereiche. Ein negativer Coronatest ist Voraussetzung für den Besuch.


Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 150 (laut RKI, an drei aufeinander folgenden Tagen) gilt ab dem übernächsten Tag in dem jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt:

  • Geschäfte, außer Läden des täglichen Bedarfs, müssen schließen. Bestellte Waren können aber abgeholt werden. (Click & Collect)


Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz über 165 (laut RKI, an drei aufeinander folgenden Tagen) gilt ab dem übernächsten Tag in dem jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt:

  • Schulen dürfen nur noch Distanzunterricht anbieten.

Auswirkungen auf Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Die bundesweiten Regeln sind auch für Mitteldeutschland verbindlich. Das bedeutet, dass die Maßnahmen weitestgehend vereinheitlicht und vielerorts strenger werden.

Ob und welche Regelungen gelten, ist abhängig von den Inzidenz-Werten, die das Robert Koch-Institut für die Landkreise und kreisfreien Städte angibt.

Viele Schulen schließen

Die derzeitigen Inzidenzwerte zeigen: In allen mitteldeutschen Regionen muss die Notbremse gezogen werden. Denn der Inzidenzwert liegt überall über 100. In vielen Kreisen ist der Wert so hoch, dass die schärfsten Regelungen in Kraft treten müssen. Dazu gehören Schulschließungen in vielen Kreisen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Auch Änderungen bei Kinderkrankentagen Zusätzlich soll die Zahl der möglichen Kinderkrankentage für Eltern erhöht werden. Diese können mit bestimmten Bedingungen auch bei geschlossenen Kitas und Schulen genutzt werden.

Jedes Elternteil erhält zehn zusätzliche Tage, Alleinerziehende weitere 20 Tage pro Kind. In diesem Jahr hat demnach jedes Elternteil einen Anspruch auf 30 Tage Kinderkrankengeld pro Kind, Alleinerziehende auf 60 Tage pro Kind.

Bundesgartenschau kann öffnen

Am Freitag hat trotz der neuen Regelungen die BUGA in Erfurt eröffnet. Ob die Blumenschau tatsächlich Besucherinnen und Besucher begrüßen darf, war lange unklar. Jetzt kann die Bundesgartenschau mit einem strengen Hygienekonzept öffnen. Außenbereiche von botanischen Gärten dürfen laut den gesetzlichen Änderungen im Infektionsschutzgesetz weiterhin geöffnet bleiben. Besucherinnen und Besucher müssen ein Zertifikat eines negativen Corona-Schnelltests vorlegen.

Stiefmütterchen blühen auf einer bepflanzten Insel am Domplatz in Erfurt
Die Bundesgartenschau lässt Erfurt aufblühen. Bildrechte: dpa

Modellprojekte auf der Kippe

Viele Modellprojekte stehen jedoch auf der Kippe. Zum Beispiel Im sächsischen Augustusburg, wo nach einem Coronatest Gaststätten und Hotels besucht werden können. Mit den Änderungen im Infektionsschutzgesetz müssen laut Sachsens Staatskanzleichef Oliver Schenk laufende Modellprojekte beendet werden. Dirk Neubauer, der Bürgermeister von Augustusburg, sagte dazu:

Es wäre einfach sehr schade, weil jeder Tag der uns hier fehlt auch Beweiskraft reduziert. Und ich dachte eigentlich, dass wir beweisen wollen, dass das geht, was wir hier machen.

Dirk Neubauer, Bürgermeister von Augustusburg

Eine Tafel mit einem QR-Code steht vor dem Schloss.
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Mit Material der dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 21. April 2021 | 10:00 Uhr

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