Treibt das Coronavirus die Lebensmittelpreise nach oben?

Im April sind Nahrungsmittel zum Teil deutlich teurer gewesen. Vor allem beim Gemüse gab es einen enormen Preissprung – alles wegen der Corona-Krise?

Die Lebensmittelpreise sind laut Statistischem Bundesamt im April fast 5 Prozent höher gewesen als im März. Gemüse war sogar fast ein Drittel teurer, Obst um 14 Prozent. Hier machte sich das Fehlen von Erntehelfern bemerkbar. Auch Logistik-Hindernisse etwa bei der Belieferung mit Frischware aus Italien oder Spanien haben eine Rolle bei der Preisentwicklung gespielt.

Eine Ausnahme machen da Kartoffeln. Die sind jetzt viel günstiger. Das liegt daran, dass das Geschäft mit Pommes Frites abgestürzt ist – durch den Wegfall des Außerhaus-Verkaufs. Verarbeiter in ganz Europa hätten die Produktion gestoppt oder planen das und es gibt laut Marktexperten einen Überhang an Fritten-Kartoffeln von geschätzt zwei Millionen Tonnen in Nordwesteuropa.

Preisrückgänge gibt es auch beim Fleisch. Durch die komplette Schließung der Gastronomie fehlen die Großabnehmer. Das konnte der Einzelhandel kaum ausgleichen. Auch jetzt ist fraglich, ob etwa die Grillsaison Impulse bringt. Zwischenzeitlich war das Schweinefleischgeschäft vor allem mit China coronabedingt stark zurückgegangen. Da gab es wenig Export, dadurch war der Preis runtergegangen. Nun aber läuft das China-Geschäft langsam wieder an und die Preise steigen wieder.

Ganz unabhängig von Corona sind Milchprodukte teurer geworden. Aldi hat neue Lieferverträge abgeschlossen und das wirkt sich erfahrungsgemäß auf andere Supermarktketten aus. Der Preis für einen Liter Milch wurde um 6 Cent angehoben. Auch Quark und andere Milchprodukte sind im Preis gestiegen. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter sieht die Preiserhöhung durch Aldi als einen Erfolg der Bauernproteste in den vergangenen Monaten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 07. Mai 2020 | 11:00 Uhr

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