Corona: Diese drei Apps könnten Weihnachtsmärkte sicherer machen

Nicht mehr lange, dann beginnt die Zeit der Weihnachtsmärkte. Viele Städte versuchen aufgrund des Coronavirus spezielle Konzepte umzusetzen. Mit technischer Unterstützung könnten auch die besinnlichen Volksfeste sicher werden.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz Wernigerode
Weihnachtsmärkte könnten in diesem Jahr auf Apps am Einlass setzen. (Weihnachtsmarkt Wernigerode, Symbolbild) Bildrechte: imago/epd

Der Striezelmarkt in Dresden, der Weihnachtsmarkt in Magdeburg oder der in Weimar: Das sind nur einige der vielen Weihnachtsmärkte in Mitteldeutschland, die in diesem Jahr trotz Corona stattfinden sollen. Und sie haben etwas gemeinsam: Mehr Platz soll helfen, ausreichenden Abstand zwischen Besuchern gewährleisten zu können. Doch das ist nicht die einzige Idee, die in den entsprechenden Konzepten in Mitteldeutschland angedacht ist. Möglich könnte auch die Nutzung einer App oder Internetseite sein. Drei Apps könnten dabei helfen. Zwei davon wurden hier bei uns im Osten entwickelt.

Digital statt mit Zettel und Stift

Sie alle sollen einen Vorgang vereinfachen: Name und Adresse am Eingang eines Weihnachtsmarktes oder einer anderen Veranstaltung hinterlassen. Das soll helfen, eine mögliche Infektionskette nachvollziehbar zu machen. Doch das Eintragen in eine Liste - mit Stift und Zettel - ist aufwendig und beansprucht viel Zeit. Außerdem müssen diese Papierberge geordnet und aufbewahrt werden.

Ein Zettel für die Gäste-Regstrierung liegt in einem Restaurant auf einem Tisch
Derzeit in Restaurants und bei Veranstaltungen üblich: Kontaktdaten auf einem Zettel hinterlassen. Bildrechte: dpa

Infektionen nachverfolgen mit Pass4all

Die App „pass4all“ stammt aus Dresden. Vor dem Besuch einer Veranstaltung muss sich der Teilnehmer in der App registrieren. Vor Ort kann dann ein QR-Code gescannt werden. So ist nachvollziehbar, wer wann und wo unterwegs gewesen ist. Denn auch eine Sitzplatznummer kann hinterlegt werden. Anschließend sollen Gesundheitsämter auf die Kontaktdaten zugreifen können. Veranstalter zahlen für diesen Service. Wenn die Veranstaltung verlassen wird, müssen sich die Besucher in der App abmelden.

Sachsen, Dresden: Kathleen Parma und Jörg Meiߟner, Entwickler vom sächsischen Startup "pass4all", halten ein Smartphone mit der App-basierten Lösung zur anonymen Kontaktnachverfolgung mit verifizierten Kontaktdaten in den Händen.
Bildrechte: picture alliance/dpa

Guestident: Funktioniert auch ohne App-Installation

Auch diese Idee stammt aus Dresden: Zwei junge Entwickler haben eine Variante ohne App-Installation ins Leben gerufen. Beim Besuch einer Veranstaltung ruft der Besucher eine Website auf und scannt einen QR-Code. Dann können die Kontaktdaten eingegeben werden. Der Vorteil ist, dass vorher keine App installiert werden muss. Die Nutzung soll also einfacher sein. Allerdings dauert die Anmeldung vor Ort dann etwas länger. Die Dresdner bieten ihr Produkt kostenlos an, wollen es von Sponsoren finanzieren lassen.

Guestident-Erfinder: Jonas Kellert und Marius Gebert aus Dresden
Guestident-Erfinder: Jonas Kellert und Marius Gebert aus Dresden Bildrechte: guestident

Auch der Gaststättenverband setzt auf eine App

Dass Anwesenheitslisten aus Papier abgelöst werden, plant auch der deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA). Mit der App BarCov sollen sich Besucher in Restaurants oder bei Veranstaltungen der Gastronomen registrieren können. Das Prinzip ist ähnlich wie bei „pass4all“ aus Dresden.

Und wenn ich kein Smartphone habe?

Die Veranstalter werden oft auf unterschiedliche Lösungen setzen. Denn derzeit entstehen immer mehr Apps, mit denen die Kontakte nachverfolgt werden sollen. Das bedeutet für die Nutzenden: Vielleicht werden sehr viele verschiedene Apps auf dem Handy benötigt, um gut vorbereitet zu sein. Was ist also, wenn ich die passende App nicht auf dem Handy habe oder sogar kein Smartphone besitze? Dann planen die Veranstalter weiterhin auf die herkömmliche Lösung zu setzen: Anwesenheitslisten mit Zettel und Stift.

Datenschutz: Wie sicher sind die Lösungen?

Im Vergleich zur herkömmlichen Zettel und Stift-Variante sind die Bedingungen bei der Speicherung auf einem Server deutlich höher. Das erklären die Computertechnik-Experten vom c’t-Magazin auf Anfrage von MDR JUMP. Kontaktdaten in einer App oder auf einer Internetseite speichern kann durchaus kritisch sein. Doch allein der Blick auf die Website der Anbieter sorgt bei den Experten für ein gutes Gefühl:

Sie haben eine Datenschutzerklärung auf der Website. Es wird beschrieben, welche Daten erhoben und wo sie gespeichert werden. Das ist gut. Viele US-Firmen machen das nicht.

Hartmut Gieselmann, c’t – Magazin für Computertechnik

Eine App, die in Deutschland entwickelt wurde, bedient also deutlich höhere Datenschutzanforderungen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 08. Oktober 2020 | 19:50 Uhr

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