Kommt bald der Corona-Schnelltest für zu Hause?

Angekündigt sind sie schon lange, doch bisher ist wenig geschehen: Corona-Schnelltests für zu Hause. Ein neuer Gesetzentwurf bringt Bewegung in die Sache.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit Maske
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Corona Selbsttests für zu Hause erlauben. Angekündigt war eine entsprechende Initiative schon im Herbst, jetzt kommt Medienberichten zufolge allerdings Bewegung in die Sache. Der Zeitung "Rheinische Post" liegt ein Entwurf der Neufassung der sogenannten Medizinprodukteabgabeverordnung vor. Diese regelt, wer welche Medizinprodukte an wen verkaufen darf, unter anderem Corona-Tests.

Wichtiger Baustein im Kampf gegen Corona

In dem Entwurf heißt es nun, dass "Antigentests zur Eigenanwendung mittels Antigenbestimmung" von der Abgabebeschränkung ausgenommen werden sollen. Im Klartext: Antigentests sollen dann frei über die Apotheken verkauft werden können. Weiter heißt es in dem Papier, dass der Einsatz solcher Selbsttests vor allem dort sinnvoll sei, wo kein professioneller Test durchgeführt werden kann. Selbsttests seien ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie.

Statt des unangenehmen Stäbchens in der Nase sollen in den Apotheken vor allem Spuck- oder Gurgeltests verkauft werden. Die Preisspanne soll zwischen zehn und 15 Euro liegen, heißt es.

Gute Ergebnisse auch bei Laien

Das Gesundheitsministerium hatte zuletzt immer wieder an Verordnungen zu Corona-Tests gearbeitet. So wurde etwa der Kreis derer, die Coronatests durchführen dürfen bereits um Zahnarztpraxen, Apotheker und ambulante Pflegedienste erweitert. Apothekerverbände begrüßen die Änderungen. Auch Laien könnten gute Testergebnisse erzielen, heißt es etwa vom Apothekerverband Nordrhein.

Kathrin Quellmalz, die Sprecherin des sächsischen Apothekerverbandes schränkt allerdings ein:

Wir halten es für zwingend erforderlich, dass beim Kauf eine intensive Beratung zur Anwendung und dem Umgang mit dem Testergebnis stattfindet.

Es müsse sichergestellt werden, dass im Falle eines positiven Testergebnisses umgehen Kontakt zum Hausarzt aufgenommen wird und das Ergebnis dort durch einen PCR-Test bestätigt wird.

Antigentests haben allerdings einen Haken: Sie sind nicht so zuverlässig, wie PCR-Tests. Die Wahrscheinlichkeit eines falschen Ergebnisses (positiv oder negativ) liegt wesentlich höher.

Mit Material von AFP

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 26. Januar 2021 | 11:15 Uhr

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