Kinderkrankengeld oder Sonderurlaub zur Kinderbetreuung: Alle Infos zur Beantragung

Die Zahl der Kinderkrankentage wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie deutlich erhöht. Dabei gilt es einiges bei der Beantragung zu beachten.

Eine Mutter arbeitet Zuhause an einem Laptop, während ihre beiden Kinder neben ihr malen und ein Buch ansehen.
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In der Corona-Pandemie gibt es in vielen Schulen und Kitas nur eine Notbetreuung. Im MDR JUMP-Interview erklärt Finanzexperte Tenhagen, was Eltern nun tun können, wenn sie von der Betreuung nicht Gebrauch machen dürfen oder die Einrichtung ganz geschlossen ist.

Das ändert sich beim Kinderkrankengeld

Für die Betreuung von Kindern wird die Anzahl der Kinderkrankentage je Elternteil von 10 auf 20 verdoppelt. Alleinerziehende können demnach 40 statt der bisher möglichen 20 Tage nutzen. Die Krankenkassen rechnen mit Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe. Die sollen durch höhere Zuschüsse vom Bund ausgeglichen werden.

Der Bundestag hat heute den Weg für die neuen Regeln frei gemacht. Am Montag ist noch eine Sondersitzung des Bundesrates geplant, auf der die Gesetzesänderung dann abschließend beraten werden soll. Die Regelung soll dann rückwirkend zum 5. Januar 2021 gelten.

Wann das Kinderkrankengeld beantragt werden darf

Leerer Klassenraum mit hochgestellten Stühlen
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Das Kinderkrankengeld soll es nicht nur geben, wenn ein Kind krank ist. Auch wenn Schulen oder Kitas geschlossen oder der Zugang eingeschränkt wurde, ist ein Antrag möglich. Auch wenn Eltern darum gebeten werden, Kinder möglichst zu Hause zu betreuen, kann von der Hilfe Gebrauch gemacht werden. Die Regeln gelten für alle Kinderkrankentage, nicht nur die, die zusätzlich beschlossen wurden.

Wie kann das Kinderkrankengeld beantragt werden kann

Das Kinderkrankengeld wird bei der Krankenkasse beantragt. Wenn das Kind krank ist, wird eine Bescheinigung – wie bisher – vom Arzt notwendig. Geht es um die Betreuung aufgrund der Corona-Lage, braucht es eine Bescheinigung der Kita oder Schule. Grundlage ist, dass das Kind nicht anders betreut werden kann, erklärt Finanzexperte Tenhagen im MDR JUMP-Interview:

Es gibt ja immer Notbetreuung für bestimmte Kinder von bestimmten Eltern, wenn das nicht möglich ist, dann braucht man diese Bescheinigung eben.

In der Bescheinigung muss vermerkt sein, dass der Betrieb der Einrichtung beschränkt ist oder eingestellt wurde.

Kinderkrankengeld vor Corona-Sonderurlaub

Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen
Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen Bildrechte: Finanztip

Neben den Kinderkrankentagen können Eltern auch staatliche Entschädigungen bekommen. Wenn sie aufgrund geschlossener Kitas oder Schulen ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, kann ein Sonderurlaub beantragt werden. Der Staat zahlt dann über den Arbeitgeber 67 Prozent Lohnersatz, bis zu 2016 Euro im Monat. Finanzexperte Tenhagen empfiehlt aber, eher vom Kinderkrankengeld Gebrauch zu machen:

Ich würde mit dem Kinderkrankentagegeld anfangen, weil das nämlich 90 Prozent vom Netto sind, das ist schon mal ganz ordentlich.

Wenn dann diese Kinderkrankentage aufgebraucht sind, kann immer noch der Corona-Sonderurlaub beantragt werden, erklärt Tenhagen weiter. Gleichzeitig geht das allerdings nicht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Themen des Tages | 13. Januar 2021 | 19:10 Uhr

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