300 Euro Kinderbonus: Die Auszahlung beginnt!

Familien haben während der Corona-Krise die Hauptbelastung zu tragen. Deshalb wird in den nächsten Wochen der Kinderbonus als Unterstützung gezahlt. Aber nicht alle profitieren gleichermaßen von dem Zuschuss.

Kinderbonus kommt im September

Die 300 Euro Bonuszahlung werden ab 7. September ausgezahlt. Zunächst gibt es eine erste Rate von 200 Euro zusätzlich zum Kindergeld. Die zweite Rate von 100 Euro folgt dann im Oktober.

Wann die Raten auf dem Konto ankommen, hängt von der Endziffer der Kindergeldnummer ab:

Endziffer 0 7. September 7. Oktober
Endziffer 1 8. September 8. Oktober
Endziffer 2 9. September 9. Oktober
Endziffer 3 10. September 12. Oktober
Endziffer 4 11. September 14. Oktober
Endziffer 5 14. September 15. Oktober
Endziffer 6 16. September 16. Oktober
Endziffer 7 18. September 19. Oktober
Endziffer 8 21. September 21. Oktober
Endziffer 9 22. September 22. Oktober

Gut zu wissen: Der Kinderbonus wird auch für ungeborene Kinder, die bis Ende Dezember 2020 zur Welt kommen sollen, gezahlt. Auch Kinder, die aktuell keinen Anspruch auf Kindergeld haben, aber irgendwann früher im Jahr Kindergeld bekamen, werden berücksichtigt. Das betrifft zum Beispiel alle, die im Juli eine Ausbildung abgeschlossen haben und seitdem kein Kindergeld mehr bekommen. Auch sie erhalten den vollen Kinderbonus von 300 Euro.

Kinderbonus wird nicht auf Sozialleistungen angerechnet

Der Bonus wird bei Hartz-IV-Empfängern nicht als Einkommen berücksichtigt. Sie bekommen die volle Leistung plus Kinderbonus. Dasselbe gilt fürs Wohngeld und den Kinderzuschlag. Auch auf den Unterhaltsvorschuss wird der Kinderbonus nicht angerechnet. Der Bonus kann auch nicht gepfändet werden.

Getrennt lebende Eltern müssen teilen

Den Kinderbonus bekommt jede Familie mit Kindern, egal, ob die Eltern zusammenleben oder nicht. Gezahlt wird an denjenigen, der das Kindergeld bekommt. Wer unterhaltspflichtig ist, kann die Zahlung im September um 100 Euro und im Oktober um 50 Euro (also je die Hälfte) kürzen. Die Beträge verringern sich bei Eltern, die weniger als den Mindestunterhalt zahlen. Auch bei Eltern im Wechselmodell ist eine Verrechnung der Kinderbonus-Zahlung analog zum Kindergeld vorgesehen.

Alleinerziehende bekommen Zusatz-Freibetrag

Alleinerziehende, die Unterhaltsvorschuss bekommen, erhalten den vollen Kinderbonus. Zudem werden alle Alleinerziehenden steuerlich mit einem besonderen Freibetrag entlastet. Der liegt normalerweise bei 1.908 Euro jährlich. Er wird dieses und nächstes Jahr auf 4.008 Euro mehr als verdoppelt. Bei jedem weiteren Kind erhöht sich der Betrag um 240 Euro.

Familien mit hohem Einkommen profitieren nicht

Bei Eltern, die eine Steuererklärung abgeben, wird immer geprüft, ob sie durch die Anrechnung des Kindergeldes günstiger kommen (Günstigerprüfung) oder ob sie mehr vom Kinderfreibetrag profitieren. Bei höheren Einkommen wirkt sich der Freibetrag besser aus. Das hat nun zur Folge, dass der Kinderbonus, der ja zusammen mit dem Kindergeld berücksichtigt wird, bei hohen Einkommen nicht steuerentlastend wirkt. Sprich, diese Familien haben nur teilweise etwas von der Zusatzzahlung. Eine definierte Einkommensgrenze gibt es nicht, da dies auch von der Zahl der Kinder abhängt. Laut Bundesfamilienministerium erhalten rund 80 Prozent aller Familien (mit kleinen und mittleren Einkommen) die volle Entlastung durch den Kinderbonus. Rund 20 Prozent (mit hohen Einkommen) werden nur teilweise oder gar nicht entlastet.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 04. Juni 2020 | 10:00 Uhr

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