Trotz laufender Nase und Schnupfen in die Kita?

Obwohl Schnupfen nicht zu den typischen Covid-19-Symptomen zählt, wollen einige Kitas in Deutschland, dass die Kinder dann nicht zur Kita kommen. Wie ist der Stand in Mitteldeutschland?

Eine Frau hält ein Taschentuch an die Nase eines kleinen Jungen.
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Viele Kitas sind wieder normal geöffnet und oft auch zu ihren regulären Öffnungszeiten zurückgekehrt. Dirk Reelfs, Sprecher des sächsischen Kultusministeriums fasst die Situation so zusammen:

Eine große Erleichterung sowohl in der Kita-Branche als auch bei vielen Eltern.

In Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt müssen die Eltern laut geltenden Corona-Verordnungen aber jeden Tag bestätigen, dass ihr Kita- oder Krippen-Kind keine Corona-Symptome zeigt. Viele Eltern seien in den vergangenen Wochen verunsichert gewesen, ob sie ihr Kind etwa mit laufender Nase in die Kita bringen könnten, so Dirk Reelfs.

Schnupfen: Covid-19-Symptom?

Zu den Symptomen, die häufig bei einer Covid-19-Infektion vorkommen, gehören laut RKI: trockener Husten, Fieber und manchmal Halsschmerzen, Atemnot, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Schlappheit, Schnupfen.

Aber da Schnupfen auch eine typische Kita-Kind-Krankheit ist, wird sie anders bewertet. Das jetzt die Kinder wieder vermehrt Schnupfen bekommt, scheint auch logisch. Denn jetzt wo auch im Kindergarten Alltag einzieht, treffen wieder mehr Kinder auf einander und gewöhnliche Infekte verbreiten sich schneller.

Mit Schnupfen in die Kita? Der Stand in Mitteldeutschland

Offiziell, nach den aktuell geltenden Corona-Verordnungen, ist es in den drei Bundesländern in Mitteldeutschland (bald) auch möglich Kinder mit laufender Nase und Schnupfensymptomen in der Kita abzugeben.

Sachsen

Eltern müssen täglich eine Bescheinigung vorlegen, dass ihr Kita-Kind nicht an typischen Covid-19-Symptomen leidet. Schnupfen wird nicht mehr als typisches Symptom bewertet. Außerdem können die Kinder auch ohne ärztliche Bescheinigung zurück in die Kita, wenn sie zwei Tage symptomfrei sind. Die Corona-Schutzverordnung in Sachsen gilt noch bis zum 17. Juli.

Sachsen-Anhalt

Andreas Pinkter vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt erklärt, dass mit der neuen Corona-Verordnung vom 16. Juli auch hier die Symptome bei denen Kinder nicht in die Kita dürfen, angepasst wurden. In Sachsen-Anhalt gilt: Kinder, die typische Covid-19-Symptome habe, dürfen nicht in die Kita. Davon ausgenommen wurden aber leichte Erkältungs- und Schnupfensymptome. In dem Fall, müssen die Eltern auch keine Unbedenklichkeitserklärung vorlegen. Dies sei auch geschehen, um den Ansturm auf die Kinderarztpraxen zu reduzieren und sie zu entlasten, erklärt Andreas Pinkert. Diese Verordnung gilt so, bis eine neue in Kraft tritt.

Thüringen

In Thüringen dürfen Kitas und Schulen nicht betreten werden, wenn es eindeutige Covid-19-Symptome gibt. Aber der Abschnitt „jegliche Erkältungssymptome", der derzeit noch in der thüringischen Corona-Verordnung steht, soll gestrichen werden. Ab 16. Juli brauchen Eltern dann keine Unbedenklichkeitsbescheinigung mehr für ihre Kinder. Die neue Verordnung soll bis zum 30. August gelten.

Abstand halten immer noch wichtig

Aber auch, wenn sich der Kita-Alltag langsam normalisiert: Eltern, die ihre Kinder zur Kita bringen, sollten weiterhin die Corona-Schutzmaßnahmen einhalten. Dazu zählen zum Beispiel der Mindestabstand von 1,5 Metern, das regelmäßige Händewaschen und desinfizieren und das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 14. Juli 2020 | 17:10 Uhr

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