Corona-Testpflicht für Urlaubsheimkehrer

Bisher sind Corona-Tests für Urlaubsheimkehrer freiwillig. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat jetzt allerdings eine Testpflicht angekündigt. Wer aus einem Risikogebiet kommt, der muss sich künftig testen lassen.

Ein Rachenabstrich wird genommen
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Ab kommender Woche müssen sich Urlaubsheimkehrer aus Risikogebieten gleich am Flughafen testen lassen. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gestern angekündigt. Die Tests sollen für Betroffene kostenlos sein. Die Testpflicht solle für Länder aus Risikogebieten bestehen, so Spahn.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, wird ständig neu bewertet. Eine ständig aktualisierte Liste der Gebiete bietet das Robert-Koch-Institut hier. Wird ein Gebiet zum Risikogebiet erklärt, während man dort Urlaub macht, muss man bei der Heimkehr übrigens auch zum Corona-Test.

Ablauf und Finanzierung noch unklar

Wie genau die Tests ablaufen sollen, ist noch unklar. Der Plan sieht vor, an Flughäfen Teststellen einzurichten und Rückkehrer von der Bundespolizei ansprechen zu lassen. Auch wer mit dem Auto oder der Bahn reist, solle bei der Heimkehr kontrolliert werden. Jens Spahn verwies hier auf Bayern. Dort werden an den großen Autobahnübergängen und an den Hauptbahnhöfen in München und Nürnberg Testzentren eingerichtet.

Auch die Frage der Finanzierung ist noch nicht abschließend geklärt. Geht es nach dem Willen von Jens Spahn, sollen für Betroffene kostenlos sein. Dagegen regt sich allerdings Kritik von mehreren Seiten. FDP-Chef Christian Lindner sagt etwa: "Wer sich in ein Risikogebiet freiwillig begibt als Tourist, der wird damit in Kauf nehmen müssen, dass er für diesen Test auch bezahlt." Auch der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kritisierte, dass die Test kostenlos sein sollen: "Jeder Reisende zahlt ja auch für die Sicherheit seines Gepäcks."

Falsche Sicherheit?

Andere Experten, wie etwa die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes fürchten, dass die Tests dazu führen könnten, dass sich Heimkehrer in falscher Sicherheit wiegen. Die Verbraucherzentralen fürchten rechtliche Schritte gegen die Praxis. Bundesvorstand Klaus Müller sagte in den Tagesthemen:

Aus freiwilligen Tests, die es ja noch gar nicht überall gibt, jetzt Zwangstests zu machen, ist schlecht, weil es Gegenreaktionen hervorrufen wird. Es wird gerichtliche Auseinandersetzungen geben, die niemandem nützen werden an der Stelle.

Einig sind sich im Grundsatz aber alle: Je mehr Tests, desto besser.

Mit Material von dpa

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