Maskengegner zunehmend aggressiver

Beschimpfungen und Gewaltandrohungen gehören mittlerweile nahezu zur Tagesordnung, wenn das Ordnungsamt in Jena kontrolliert, ob die Maskenpflicht eingehalten wird. Die Mitarbeiter mussten im Juni sogar in Polizeibegleitung durch die Straßen ziehen. Die Stadt sieht einen klaren Trend.

Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche mit Mundschutz
Auch Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche nimmt die zunehmende Gewalt wahr Bildrechte: MDR/Anke Preller

Jena galt als die Vorreiterstadt, wenn es um neue Corona-Bedingungen ging. Als erster Ort in Thüringen wurde hier eine Plicht zur Bedeckung von Mund und Nase in Straßenbahn und Bus eingeführt. In der Stadtverwaltung war man begeistert, wie schnell sich die Bewohner mit selbst genähten Masken versorgt haben. Wenige Wochen später hat sich die Stimmung gewandelt: „Wir merken, dass es eine gewisse Müdigkeit gibt“, sagt Kristian Philler, Pressesprecher Stadt Jena im Gespräch mit MDR JUMP.

Hohe Akzeptanz aber auch mehr Gewalt

Prinzipiell ist die Bereitschaft eine Maske im Alltag zu tragen sehr hoch. Zu diesem Ergebnis kommen verschiedene repräsentative Befragungen. Allerdings wird die Stimmung immer aufbrausender. In Jena musste das Ordnungsamt, welches die Einhaltung der Regeln kontrolliert, im Juni sogar in Begleitung der Polizei durch die Straßen ziehen, da sie vor allem verbaler Gewalt ausgesetzt waren.

Die Angriffe wurden über die Monate immer mehr.

Kristian Philler, Pressesprecher Stadt Jena

Ziel war es, so die Akzeptanz der Mitarbeiter zu steigern. Laut Philler mussten sie sich am Abend von verschiedenen Gruppen Jugendlicher bepöbeln lassen und am nächsten Tag von denen, die sich nicht an die Maskenpflicht halten.

Oberbürgermeister erhält Hass-Kommentare

Auch Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche kann diesen Trend bestätigen. Auf seiner Facebook-Seite erhielt er Anfeindungen unter einem Beitrag, in dem es um die Ausbreitung des Corona-Virus ging. Das Fazit der Stadtverwaltung: Die Durchsetzungskraft der Behörden sei gesunken, weil die Akzeptanz gesunken sei, erklärt Philler weiter.

Wir merken, dass es eine kleinere Gruppe ist, die immer mehr versucht, gegen dieses offensichtliche Agreement anzugehen. Und da eben auch sehr radikal vorgehen.

Kristian Philler, Pressesprecher Stadt Jena

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