Update: Wie wird die Corona-Impfung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen organisiert?

Biontech und Pfizer, Moderna und AstraZeneca: Diese Unternehmen haben aussichtsreiche Kandidaten für einen zugelassenen Impfstoff vorgestellt. Deshalb soll in Deutschland schon jetzt eine mögliche Impfstrategie umgesetzt werden. Wie sieht die für unsere Region aus?

Ein Patient bekommt eine Spritze
Noch im Dezember könnte ein Impfstoff verteilt werden. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Wenn ein Impfstoff zugelassen und verfügbar ist, dann soll dieser möglichst schnell verteilt werden. Gesundheitsminister Jens Spahn rechnet damit, dass noch in diesem Jahr erste Corona-Impfungen durchgeführt werden können. Er hat die Länder nach eigenen Angaben gebeten, dass die dafür geplanten Impfzentren Mitte Dezember einsatzbereit sein sollen. Der Präsident des Deutschen Städtetags und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) warnte am Wochenende aber vor der Hoffnung, dass es ab Januar an vielen Orten Impfzentren geben könne. Er sagte:

Tatsächlich gehen wir aber davon aus, dass bis weit ins Frühjahr hinein vor allem mobile Impfteams in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser fahren.

Es dürften keine unrealistische Erwartungen geweckt werden. Massenimpfungen für die breite Bevölkerung seien nach den Plänen von Bund und Ländern frühestens ab dem Sommer möglich. Wie der Impfstoff verteilt wird, wurde in der nationalen Impfstrategie (Stand: 23. Oktober) festgeschrieben.

Diese sieht insgesamt drei Phasen vor. Phase eins ist entscheidend, wenn der erste Impfstoff verfügbar ist. Diese Phase könnte im Dezember oder Anfang des Jahres starten.

Impfstrategie: So könnte es losgehen

Wenn erste Impfstoffe zur Verfügung stehen, sollen diese gezielt an bestimmte Bevölkerungsgruppen verteilt werden. Dabei liegt die Priorität auf Risikogruppen. Eine bestimmte Reihenfolge wird derzeit erarbeitet. Es wird davon ausgegangen, dass diese Gruppen bevorzugt einen Impfstoff erhalten können:

  • Menschen mit Vorerkrankungen
  • Alte Menschen
  • Pflegepersonal
  • Personal des Gemeinwesens (beispielsweise Lehrkräfte, Polizistinnen und Polizisten)

Die bevorzugte Impfung für alte Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen hatten der Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die Ständige Impfkommission empfohlen.

Wo werden die Impfungen verteilt?

Die Impfstoffe haben besondere Anforderungen an Transport und Lagerung. Zum Beispiel muss das Präparat von Biontech/Pfizer bei minus 70 Grad aufbewahrt werden. Dazu sagte der Präsident des Technischen Hilfswerks (THW) Gerd Friedsam am Monag:

Wenn in der Tat der Impfstoff bei 70 Grad minus gelagert werden muss, bedarf es spezieller Einrichtungen. Es gibt spezielle Kühlschränke, es gibt Möglichkeiten, das über Trockeneis-Verfahren zu machen.

Daher soll der Impfstoff zu Beginn in sogenannte Impfzentren verteilt werden. Diese werden von den Bundesländern geplant und aufgebaut. Laut THW arbeiten alle mit Hochdruck daran, diese Impfzentren einzurichten. Dabei unterstützt das Hilfswerk die Gesundheitsämter.

Ärztin, die einen Impfstoff für einen Patienten vorbereitet
Bildrechte: imago images / Westend61

In Sachsen soll es pro Landkreis und kreisfreier Stadt ein Impfzentrum geben. Die ersten Impfzentren in Dresden, Chemnitz und Leipzig bereitet der Freistaat vor. Sie sollen nach MDR-Informationen bereits in knapp drei Wochen startklar sein. Ähnlich wie Sachsen mit einem Impfzentrum pro Landkreis und kreisfreier Stadt plant auch Sachsen-Anhalt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In Thüringen soll es insgesamt 29 Orte geben, an denen eine Impfung verabreicht werden kann. Zusätzlich sind in den drei Bundesländern mobile Impfteams geplant. Sie sollen Menschen aus den Risikogruppen impfen, die keine langen Wege zurücklegen können. Petra Grimm-Benne, Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin (SPD) sagte dazu:

Ziel ist es, die organisatorische Vorbereitung im Dezember dieses Jahres abzuschließen.

In den Impfzentren werden Ärzte eingesetzt, die diesen Job neben ihrem eigentlichen Alltag umsetzen sollen. Dafür sucht zum Beispiel Thüringen bereits Freiwillige.

Mit Material der Nachrichtenagenturen epd und dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 23. November 2020 | 19:50 Uhr

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