Impfzentren in Mitteldeutschland kommen nur langsam in Gang

In Sachsen und Sachsen-Anhalt haben die Impfzentren die Arbeit aufgenommen. Thüringen folgt am Mittwoch. Schwierigkeiten gibt es vor allem bei der Buchung von Terminen.

Wegweiser zum Corona Impfzentrum
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Nach wochenlanger Vorbereitung öffnen nach und nach die Impfzentren in der Region. Zunächst werden diejenigen geimpft, die 80 Jahre oder älter sind, sowie weiterhin Personal von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. 

Probleme mit Terminbuchung

Das Buchungsportal von Sachsen war am Montag kurz nach dem Start nicht mehr erreichbar. Dem DRK-Landesverband zufolge, der die Impfungen koordiniert, läuft das Buchungssystem stabil. Wegen der "enorm hohen Zugriffzahlen" würden die Buchungen aber bewusst gesteuert. Daher entstehe eine Warteschleife für Nutzer. Laut Gesundheitsministerium soll "in Kürze" auch eine Telefon-Hotline für Terminbuchungen geschaltet werden.

In Sachsen-Anhalt kann über die Telefonnummer 116 117 ein Termin vereinbart werden. Die Hotline ist aber oft überlastet und nicht erreichbar. Es wird empfohlen, sich online anzumelden. Der Start der Terminvergabe in Thüringen war wegen eines Cyber-Angriffs und technischer Probleme ebenfalls holprig verlaufen. Bis Ende vergangener Woche war es aber wieder problemlos möglich, entweder online oder unter der Telefonnummer 03643-49 50 490 Impftermine zu bekommen.

Wichtig: Ohne Termin auf gut Glück wird man nicht geimpft! Und wer einen Termin haben möchte, muss nachweisen, dass er einer vorrangig zu impfenden Bevölkerungsgruppe angehört.  

Sachsen und Thüringen Schlusslichter bei Impfungen

Obwohl die beiden Bundesländer Corona-Hotspots sind, geht es ausgerechnet hier schleppend mit den Impfungen voran. Sachsen hat laut Gesundheitsministerium geplant, pro Tag bis zu 13.000 Menschen zu impfen. Die Impfdosen, die aktuell zur Verfügung stehen, reichen aber nur für 3.000 Impfungen täglich. Nun könnten weitere Moderna-Impfstoff-Dosen hinzukommen. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) gibt sich optimistisch. Sie sei froh, dass nun die Impfzentren die Arbeit aufgenommen haben:

Wir versuchen jeden Tag zu impfen, sieben Tage die Woche.

Impfquote
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Meeraner Bürgermeister spricht von Amtsversagen

Der Bürgermeister von Meerane, Lothar Ungerer, fordert vom Freistaat Sachsen, die Bewohner und das Personal in den Pflegeeinrichtungen seiner Stadt schnellstmöglich zu impfen. In einem offenen Brief an Sozialministerin Köpping beschrieb er die Lage als äußerst angespannt. In den Heimen in Meerane gebe es immer mehr Corona-Infizierte, die Zahl der Todesfälle sei extrem gestiegen. Dennoch gebe es in einzelnen Einrichtung weder Impftermine noch einen Zeitplan, sagte Ungerer dem MDR:

Die Tatsache, dass es hier keinen Impftermin gibt, das ist eigentlich der Gipfel der Unverschämtheit. Das ist schlichtweg Amtsversagen und es geht hier um Leben und Tod und es geht um das Sterben unserer Bürgerinnen und Bürger und das ist jetzt nicht mehr einfach so wegzudiskutieren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Themen des Tages | 12. Januar 2021 | 19:10 Uhr

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