Impftourismus & Impfreihenfolge: Wer darf sich wann impfen lassen?

In den Bundesländern gelten unterschiedliche Regelungen, wer sich impfen lassen darf. In Sachsen-Anhalt können auch Menschen aus anderen Bundesländern ihre Impfung bekommen. Das ist umstritten.

Impfdosen werden vorbereitet
Bildrechte: dpa

Wer darf sich impfen lassen? Wann bin ich dran? Viele Menschen beschäftigt derzeit, wie sie eine Corona-Schutzimpfung erhalten können. In Sachsen-Anhalt ist eine Diskussion entfacht.

Sachsen-Anhalt: Impfung für alle?

40 Prozent der in Magdeburg geimpften Personen ist aus anderen Bundesländern angereist. Darüber ärgert sich Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper. Denn der Impfstoff wird bezogen auf die Einwohnerzahl geliefert, die Impfstatistik komme durcheinander und in der Pandemie wäre es sinnlos, wenn sich in den Impfzentren Leute aus 20 Städten treffen. "Die Menschen sollen sich dort impfen lassen, wo sie wohnen", sagte er und möchte in Zukunft nur noch Magdeburgerinnen und Magdeburger in seiner Stadt impfen lassen.

Dafür gibt es Kritik von Sachsen-Anhalts Sozialministerin Grimm-Benne. "Alles, was wir machen, ist eine nationale Aufgabe", sagte sie. Sie ist der Meinung, dass die Impfungen nicht nach dem Wohnsitzprinzip vergeben werden sollen. In diesem Streit gibt es derzeit noch keine Einigung.

Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Trotzdem keine Impfung für alle

Auch wenn sich in Sachsen-Anhalt Ortsfremde impfen lassen dürfen: Aufgrund des noch immer knappen Impfstoffes sind noch nicht alle berechtigt, eine Impfung zu erhalten. Die Grundlage liefert die Bundes-Impfverordnung mit ihren Priorisierungsgruppen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind die Impfungen für die beiden ersten Priorisierungsgruppen geöffnet.

Impfberechtigt sind also derzeit vor allem:

  • Personen über 70 Jahren
  • Personen mit bestimmten Erkrankungen
  • Bis zu zwei Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben und über 70 Jahre alt sind oder bestimmte Erkrankungen haben
  • Medizinisches Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt
  • Polizei- und Einsatzkräfte, die einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher

Zusätzlich gibt es einige regionale Erweiterungen:
In Sachsen und Sachsen-Anhalt können sich auch alle über 60 Jahre alten Menschen mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen. In Thüringen sind über 60-Jährige zusammen mit allen anderen aus der dritten Priorisierungsstufe (bspw. Personen aus dem Lebensmitteleinzelhandel) nur in ausgewählten Landkreisen impfberechtigt. Im sächsischen Vogtlandkreis ist die Impf-Priorisierung bereits komplett aufgehoben.

Die genauen Impfregelungen gibt es hier zusammengefasst:

Sachsen startet mit Priorisierungsgruppe 3

Schon in der kommenden Woche sollen in Sachsen noch mehr Personen impfberechtigt sein. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping in einem Livestream auf Facebook. Dann können sich auch Menschen aus Bereichen der kritischen Infrastruktur im gesamten Bundesland impfen lassen. Dazu gehören Mitarbeitende von Polizei, Feuerwehr und aus dem Lebensmittelhandel.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 15. April 2021 | 05:00 Uhr

Weitere Informationen zu Corona