Beherbergungsverbote in Deutschland: Für wen gilt das?

Für Menschen aus einem innerdeutschen Corona-Hotspot soll ein Beherbergungsverbot gelten. Doch was bedeutet das und wird das auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen umgesetzt?

Stadtansicht Berlin - Blick auf Spree, Bahnhof Zoo und Fernsehturm
In einigen Berliner Bezirken steigt die Zahl der Neuinfektionen an. Bildrechte: Colourbox.de

Die Herbstferien starten in Mitteldeutschland in wenigen Tagen. Von einer Auslandsreise sehen viele Familien in diesem Jahr ab. Doch auch wenn ein Urlaub innerhalb von Deutschland geplant ist, könnte es zu Problemen kommen. 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen: Dieser Wert gilt derzeit als Grundlage, wenn eine Region als Risikogebiet gilt. Laut Robert Koch-Institut liegen die Fallzahlen derzeit in Stuttgart, Essen, Bremen und Hamm über diesem Wert. Auch die Hauptstadt Berlin ist betroffen.

Unterschiedliche Quarantäne-Regelungen sollen ein Ende haben

Ein Bundesland greift besonders hart durch: Schleswig-Holstein hat eine eigene Liste mit Risikogebieten in Deutschland eingeführt. Wer von dort kommt oder dort war, muss einen negativen Corona-Test vorweisen. Der darf nicht älter als 48 Stunden sein. Nur Familienbesuche und Geschäftsreisen sind von der Regelung ausgenommen. Immerhin: In Quarantäne müssen Reisende aus Risikogebieten nicht mehr. Allerdings könnte es bald bundesweit einheitliche Regelungen geben. Darüber haben die Staatskanzlei-Chefs der Länder beraten. Doch nicht alle Bundesländer tragen die Entscheidungen mit. In den mitteldeutschen und vielen anderen Bundesländern gilt keine Quarantänepflicht nach einer Rückkehr aus einem innerdeutschen stark betroffenen Gebiet. Eine aktuelle Übersicht über die einzelnen Regelungen gibt es beim Tourismus-Wegweiser des Bundes.

Einschränkungen für Urlauber

Von Urlaubern aus innerdeutschen Corona-Hotspots wollen viele Bundesländer negative Corona-Tests verlangen. Ansonsten gilt für diese Personen ein Beherbergungsverbot. Das bedeutet, dass sie nicht in einem Hotel oder einer Pension übernachten dürfen. Für private Reisen gilt das nicht. Und auch nicht alle Bundesländer wollen dieses Beherbergungsverbot umsetzen. Darunter ist auch Thüringen.

Sachsen und Sachsen-Anhalt setzen schon länger auf die Regelung

Wer aus einem innerdeutschen Risikogebiet nach Sachsen reist, muss derzeit nicht in Quarantäne. Das teilte das Sozialministerium auf Anfrage von MDR JUMP mit. Allerdings gilt bereits länger ein Beherbergungsverbot. Wer aus einer Region in Deutschland kommt, in der es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage gab, darf also nicht in einem Hotel übernachten. Das galt auch in Sachsen-Anhalt schon vor dem bundesweiten Beschluss der Länder. "Das ärztliche Zeugnis ist durch die einreisende Person für mindestens 14 Tage nach der Anreise aufzubewahren", heißt es aus dem Sozialministerium.

Situation in Thüringen

"Sonderregeln oder Einschränkungen für Menschen aus Hotspots in anderen Bundesländern […] sind in Thüringen aktuell nicht geplant",  teilte das Sozialministerium in Erfurt auf Anfrage von MDR JUMP mit. Das bedeutet: Reisende aus Corona-Hotspots müssen nicht mit einem Beherbergungsverbot rechnen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 12. Oktober 2020 | 07:00 Uhr

Weitere Informationen zu Corona