Lockdown-Verlängerung: Was ändert sich für uns?

Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, die Corona-Maßnahmen bis Ende Januar zu verlängern. Die Ministerpräsidenten gaben zudem bekannt, dass die Regeln auch verschärft werden sollen.

Läden und Gastro am Erfurter Domplatz im Lockdown
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Michael Kretschmer, MP Sachsen
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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in den vergangen Tagen gesunken. Laut Sachsens Ministerpräsident geht das aber zu langsam. Die Beschränkungen müssten ausgeweitet werden, damit man auch für die mutierte Coronavirus-Variante, die in Großbritannien erstmals festgestellt wurde, vorbereitet ist. Die Mutation soll deutlich ansteckender sein als die bisherige Variante. Im MDR Sachsenspiegel hat Kretschmer deshalb verteidigt, warum es nicht nur eine Verlängerung der Maßnahmen braucht, sondern auch eine Ausweitung:

Die Zahlen müssen massiv nach unten gedrückt werden, damit wir für Februar/März eine Chance haben, wieder mehr gesellschaftliches Leben und auch wirtschaftliches Leben zu ermöglichen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer

Zu den verschärften Maßnahmen zählt eine Ausweitung der Kontaktbeschränkungen aber auch eine Einführung eines 15-Kilometer-Bewegungsradius für Landkreise, die als Corona-Hotspots gelten.

Alle wichtigen Regeln haben wir hier in Kürze zusammengefasst:

Kontaktbeschränkungen

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt
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Künftig darf sich ein Hausstand nur noch mit einer weiteren Person treffen. Dabei gibt es auch keine Ausnahmen mehr für Kinder unter 14 Jahren. Ein Schulfreund des eigenen Kindes dürfte also zum Lernen vorbeikommen. Die Eltern dürfen dann allerdings nicht noch schnell auf einen Kaffee beim Abholen des Kindes vorbeikommen. Auch kleine Lerngruppen für Schülerinnen und Schüler sind damit tabu. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident verteidigte im MDR, warum die Kontaktbeschränkungen verschärft werden:

Im privaten Bereich läuft zu viel. Und zwar über alle Altersgruppen hinweg.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff

15-Kilometer-Radius

In Landkreisen mit mehr als 200 Corona-Neuinfektionen pro Woche je 100.000 Einwohner soll der Bewegungsradius eingeschränkt werden. Dort sollen sich Menschen nur noch mit triftigem Grund 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen dürfen. Dabei sollen Einkaufen, Reisen und Tagesausflüge nicht als triftige Gründe gelten. Die Arbeitswege oder Wege zu Arztpraxen sind davon ausgenommen.

Schulen und Kitas weiter im Notbetrieb

Bis mindestens Ende Januar sollen Schulen und Kitas weiterhin geschlossen  bleiben. Schülerinnen und Schüler sollen bis dahin von zu Hause lernen. In Grundschulen und Kitas wird eine Notbetreuung angeboten. Die Verlängerung der Schließung stellt die Kitas vor eine Herausforderung. Sie rechnen teils mit einer steigenden Nachfrage bei der Notbetreuung. Felix Sauerbrey ist der Zuständige für die Kitas in der Stadt Leipzig. Er sagte dem MDR:

Einige Familien haben vielleicht doch noch in der ersten Januarwoche Urlaub genommen und deswegen gehen wir von einem leichten Anstieg spätestens ab der zweiten Januarwoche aus.

Felix Sauerbrey, der Zuständige für die Kindertagesstätten in der Stadt

Weitere beschlossene Maßnahmen:

Ausweitung des Kinderkrankengeldes

Eltern sollen dafür mehr Spielraum bei der eigenen Betreuung ihrer Kinder bekommen. Die Anzahl der bezahlten Kinderkrankentage sollen in diesem Jahr auf 20 Tage verdoppelt werden. Diese sollen nicht nur im Krankheitsfall des Kindes in Anspruch genommen werden können, sondern auch für die Betreuung des Kindes im Falle von Kita- oder Schulschließungen.

Mehr Tests in Pflegeeinrichtungen

In den Alten- und Pflegeheimen sollen die Corona-Schnelltests besser organisiert werden. Dafür haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, freiwillige Helfer in die Einrichtungen zu schicken. Hilfsorganisationen sollen Schulungen übernehmen. Bisher wurde mit der Testvorschrift in den Ländern sehr unterschiedlich umgegangen.

Schnelle Auszahlung von Wirtschaftshilfen

Bund und Länder haben sich dafür ausgesprochen, die Wirtschaftshilfen so schnell wie möglich auszuzahlen. Die Novemberhilfen sollen spätestens ab dem 10. Januar vollständig ausgezahlt werden. Für Dezemberhilfen können noch Anträge gestellt werden. Die ersten Auszahlungen laufen aber auch da schon. Im ersten Quartal dieses Jahres sollen auch die ersten Gelder der Überbrückungshilfe lll ausgezahlt werden.

Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa, epd und AFP.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 05. Januar 2021 | 19:10 Uhr

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