„Lockdown light“: Geht regionalen Geschäften jetzt das Geld aus?

Im Frühjahr mussten sie geschlossen bleiben. Im jetzigen „Lockdown light“ können Ladengeschäfte weiterhin öffnen. Aber dennoch fehlen viele Kundinnen und Kunden.

Leerer Platz in Rudolstadt
So leer wie im Frühjahr sind die Innenstädte, wie hier in Rudolstadt, derzeit nicht. Aber der Einzelhandel verzeichnet dennoch deutlich weniger Kundschaft. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Das Jahr 2020 ist durch das Coronavirus ein hartes Jahr für viele Branchen. Auch der Einzelhandel leidet. Im Frühjahr mussten viele Geschäfte aufgrund der Corona-Schutzverordnungen vorübergehend schließen. Davon hat der Onlinehandel profitiert. Seit November gibt es mit dem „Lockdown light“ erneut viele Einschränkungen. Doch Geschäfte in den Innenstädten dürfen, anders als im Frühjahr, weiterhin öffnen. Aber das Weihnachtsgeschäft läuft nicht so gut, wie in den Vorjahren. In vielen Bundesländern gelten zudem strenge Werte, wie viele Menschen sich in einem Laden aufhalten dürfen.

Innenstädte besonders betroffen

Bekleidung, Schmuck, Spielwaren und Sportartikel: Das sind die Waren, welche in den Innenstädten besonders gern gekauft werden. Doch in diesem November läuft das Weihnachtsgeschäft nur schleppend an, erklärt René Glaser vom Handelsverband Sachsen im Gespräch mit MDR JUMP:

Der Teil-Lockdown trifft im zweitstärksten Umsatzmonat und dem Weihnachtsgeschäft leider trotz der gegebenen Öffnungsmöglichkeiten des Einzelhandels insbesondere den innerstädtischen Einzelhandel sehr hart.

René Glaser, Handelsverband Sachsen

Denn es sind weniger Menschen in den Städten unterwegs. Das liegt daran, dass viele andere Bereiche schließen mussten. Während in einem normalen Monat viele Kundinnen und Kunden in die Geschäfte kommen, weil sie anschließend in ein Restaurant oder ins Kino gehen, bleiben derzeit viele Menschen zu Hause. Die Fußgängerzonen sind deutlich leerer. Das betrifft auch die Geschäfte. Auch die vielen abgesagten Weihnachtsmärkte werden diesen Trend verstärken.

Wir haben teilweise bis zu 50% weniger Kunden in den Städten. Mit der fehlenden Frequenz fehlt der Umsatz bei voller Kostenlast, so dass viele Unternehmen momentan vor der großen Herausforderung der Liquidität stehen.

René Glaser, Handelsverband Sachsen

In den kommenden Monaten könnte sich zeigen, wie viele Läden diese Situation überleben können.

Drohnenaufnahme leere Innenstadt
Auch die Innenstadt von Dresden war vor allem im Frühjahr 2020 besonders leer. Bildrechte: MDR/xcitePRESS

Deshalb solltest du die Weihnachtsgeschenke in regionalen Geschäften kaufen

Damit es auch in Zukunft belebte Innenstädte und viele verschiedene Läden geben kann, muss mehr in den Geschäften gekauft werden. Für den Geschenke-Kauf in der Innenstadt gibt es noch einen besonderen Grund: Viele Paketdienste sind überlastet. In diesem Jahr wird besonders viel online gekauft. Der Paketverband rechnet in der Weihnachtszeit mit 60 Millionen Paketsendungen mehr als im Vorjahr und begründet des auch mit der Corona-Situation. Das könnte dafür sorgen, dass Pakete deutlich länger brauchen oder sogar unpünktlich ankommen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 23. November 2020 | 15:10 Uhr

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