Wegen Corona: Friseurbesuche in Deutschland werden teurer

Friseure dürfen ab dem 4. Mai wieder eröffnen. Durch neue Hygienevorschriften werden in vielen Betrieben die Preise angehoben. Das gilt auch für Friseure in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Eine Friseurin mit Mundschutz schneidet einem Kunden die Haare.
Friseurin mit Mundschutz: Die Hygieneregelungen machen den Betrieb teurer. Bildrechte: dpa

Friseure in Deutschland werden teurer. Aufgrund neuer Hygiene-Vorschriften im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie haben die Betriebe höhere Kosten. Diese werden zum Großteil auf die Kunden umgelegt. Dorrit Mai vom Verband Deutscher Friseurunternehmen sagte MDR JUMP:

Da gibt es bei unseren Unternehmen ganz klare Vorstellungen. Es entstehen höhere Aufwendungen durch die Sicherheitsbestimmungen, deshalb wird man einen Beitrag erheben.

Dorrit Mai, Verband Deutscher Friseurunternehmen

Im Schnitt sei geplant, die Preise um ein bis zwei Euro zu erhöhen, sagte Mai weiter. Zu den neuen Hygienevorschriften zählen neben Desinfektionsmitteln und einer Mund-Nase-Bedeckung auch Einmalumhänge für Kunden. Mai erklärte, dass vorhandene Umhänge teilweise nicht mit 60 Grad waschbar sind: „Das heißt, man wird in jeder Hinsicht aufstocken müssen.“

Auch Preise in Mitteldeutschland steigen

Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden viele Geschäfte ihre Preise anpassen. Das bestätigten einige Betriebe in einer Stichprobe von MDR JUMP. Sandra Waldera betreibt einen Friseursalon im sächsischen Hoyerswerda. Sie sagte im Gespräch mit MDR JUMP: „Das ist alles ein Mehraufwand für uns. Von daher werden wir eine Pauschale von 1,50 Euro pro Kunde aufrufen.“

Eine junge Frau in weißem Kittel hält eine Effilierschere in der Hand.
Die Haare selbst schneiden? Ab 4. Mai ist das nicht mehr nötig. Bildrechte: imago/Torsten Becker

Das sind die neuen Vorschriften

Die Friseure dürfen ab dem 4. Mai öffnen. Die zuständige Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege hat dafür Richtlinien festgelegt.

  • Beschäftigte und Kunden müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.
  • Der Abstand zwischen einzelnen Arbeitsplätzen muss bei mindestens 1,5 Metern liegen.
  • Es darf keinen Wartebereich im Salon geben.
  • Ein Trockenhaarschnitt ist verboten: Bei jedem Kunden müssen die Haare gewaschen werden.
  • Beschäftigte müssen Einmalhandschuhe tragen.
  • Augenbrauen und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege sind verboten.
  • Es dürfen keine Getränke ausgeschenkt werden.
  • Zeitschriften sind verboten.
  • Kunden dürfen die Haare nicht selbst föhnen.

Keine Wohlfühl-Behandlung mehr

Auch im Friseursalon von Sandra Waldera müssen die Bestimmungen eingehalten werden. Für sie besonders ärgerlich: Dass sie keinen Kaffee mehr ausschenken darf. Damit gehe der Wohlfühl-Faktor verloren.

Wir müssen die Kunden mit Handschuhen begrüßen. Es geht eine gewisse Persönlichkeit weg.

Sandra Waldera, Friseurin aus Hoyerswerda

Terminvergabe schwierig

Für Kunden, die schon jetzt einen Termin für Mai vereinbaren wollen, wird es in vielen Fällen schwer. Da die Betriebe derzeit noch geschlossen haben, werden viele Telefonate nicht entgegengenommen. Auch das zeigte sich in einer Stichprobe von MDR JUMP. Einige Betriebe hatten Bandansagen geschaltet, in denen sie darauf hinweisen, dass eine Terminvergabe erst ab kommender Woche möglich sein wird.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 23. April 2020 | 13:00 Uhr

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