Pro und Contra: Verkaufsverbot für Feuerwerk an Silvester

Die Ministerpräsidenten haben sich auf ein generelles Verkaufsverbot für Feuerwerk vor Silvester geeinigt. Umweltschützer begrüßen das Verbot, für die Hersteller ist es ein harter Schlag.

Silvesterfeuerwerk: Raketen und Leuchtfeuer
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Silvester wird dieses Jahr wohl eher still ausfallen: Wer keine Böller-Vorräte aus dem letzten Jahr hat, wird dieses Jahr in Deutschland keine zu kaufen bekommen. Wer noch Reste hat, darf die zwar zünden, allerdings wird auch davon "dringend abgeraten". Die Kommunen sollen außerdem auf öffentlichen Plätzen Böllerverbote verhängen dürfen.

Hintergrund ist die Corona-Pandemie. Mit den neuen Verordnungen, die ab Mittwoch bundesweit in Kraft treten, sollen Menschenansammlungen verhindert werden und so das Corona-Virus eingedämmt werden. Deshalb wird der Verkauf von Böllern dieses Jahr also untersagt.

Katastrophe für die Feuerwerkshersteller

Für die pyrotechnische Industrie eine Katastrophe: "Im Zweifel droht die Insolvenz des gesamten Wirtschaftszweigs", erklärte der Vorstandsvorsitzende des Verbands der pyrotechnischen Industrie, Thomas Schreiber, am Sonntag. Schreiber ist gleichzeitig Chef des größten deutschen Feuerwerksherstellers Weco.

Überbrückungshilfen könne die Branche nicht erwarten, meint Schreiber. Normalerweise erwirtschaftet sie 95 Prozent ihres Jahresumsatzes im Dezember.

Das größte Problem für die Industrie: Mit der Hauptauslieferung sei schon begonnen worden. Der Einzelhandel stünde nun vor dem Problem, was mit den Waren geschehen soll.

Feuerwerk ist ein Kommissionsgeschäft, am Ende wird der wirtschaftliche Schaden von der pyrotechnischen Industrie getragen werden müssen.

Thomas Schreiber, Vorstandsvorsitzender des Verbands der pyrotechnischen Industrie

Aufatmen an Silvester

Die Befürworter des Verbots sehen vor allem eine Entlastung für die Krankenhäuser. Zu Silvester haben vor allem auch Notaufnahmen jedes Jahr viel mit Verletzungen durch Feuerwerkskörper zu tun. Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe begrüßt den Schritt mit markigen Worten:

Erstmals stoppt die Bundesregierung den bisherigen irren Brauch, zum Jahreswechsel Sprengstoff in die Hände von Betrunkenen zu geben.

Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe

Auch für Tiere, alte Menschen und kleine Kinder sei das Verkaufsverbot eine gute Nachricht, da viele von ihnen jedes Jahr durch Feuerwerk in Panik versetzt würden.

Dazu käme, dass durch das Böllerverbot die sonst so hohe Feinstaubbelastung an Silvester dieses Jahr ausfallen würde.

Wichtig sei nun aber, sicherzustellen, dass kein illegal beschafftes Feuerwerk zum Einsatz kommt, sagt Resch. Hier müssten das Bundesinnenministerium und die Behörden vor Ort Klarheit und Ordnung schaffen.

Mit Material von AFP, dpa

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 14. Dezember 2020 | 19:40 Uhr

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