Weihnachtsferien verlängern? Das sagen die mitteldeutschen Länder

Sollten die Weihnachts- oder Winterferien verlängert werden, damit die Corona-Infektionszahlen nicht so stark ansteigen? Die Idee des Hamburger CDU-Chefs wird auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen diskutiert. Wir fassen erste Reaktionen zusammen.

Eine Lehrerin mit Maske erklärt Schülern etwas.
Sollten die Ferien im Winter verlängert werden? Das wird diskutiert. Bildrechte: imago images/Belga

Schulschließungen wie im Frühjahr dieses Jahres sollen vermieden werden. Da sind sich alle einig. Doch in der Frage, wie die steigenden Infektionszahlen im Winter abgefangen werden können, gibt es unterschiedliche Ansichten. Was schon zum Alltag gehört: regelmäßiges Lüften im Klassenraum. Dabei könnten bei kalten Temperaturen auch Winterjacke und Mütze im Unterricht zum Einsatz kommen.

Idee: Verlängerte Ferien

Aus Hamburg kommt die Idee, die Winterferien um zwei bis drei Wochen zu verlängern, um das Infektionsgeschehen möglichst zu unterbrechen. Das sagte der dortige CDU-Chef Christoph Ploß der Bild-Zeitung. Von Stephan Pilsinger von der CDU kommt die Idee, die Weihnachtsferien länger zu machen. Hier ist die Rede von bis zu vier Wochen. Im Gegenzug könnten die Sommerferien verkürzt werden.

Widerstand aus Thüringen

Diese beiden Ideen stoßen in Mitteldeutschland nicht auf Begeisterung. Ganz im Gegenteil. Das sagte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter im Gespräch mit MDR JUMP:

Die Verlängerung der Ferien im Winter oder über Weihnachten würde beim Schutz vor einer Ansteckung nichts bringen. Die Schulen sind nicht der Ort des Infektionsgeschehens. Wir müssen in den Schulen alles unternehmen, dass es nicht zu Schließungen kommt und nicht zu weiteren Infektionen.

Helmut Holter, Bildungsminister Thüringen

Er sagt weiter, dass bereits vor einigen Wochen über eine Verkürzung der Sommerferien diskutiert wurde, diese aber auch nicht umgesetzt worden ist.

Die Betrachtung nur aus Sicht der Infektionsgefahr ist eine eingeschränkte Sicht. [...] Wir müssen dazu kommen, den Komplex zu beurteilen. Dazu gehören das Kindeswohl und das Recht auf Bildung. Solange sich das Infektionsgeschehen auf einem sehr niedrigen Niveau bewegt, können wir das Recht auf Bildung als das übergeordnete Gut betrachten.

Helmut Holter, Bildungsminister Thüringen

Erhöhen sich die Infektionszahlen, müssten lokal und regional entsprechende Entscheidungen getroffen werden, so Holter weiter.

Auch Sachsen ist dagegen

Auch Sachsens Kultusminister Christian Piwarz stellt sich gegen den Vorstoß. Er sagte im Gespräch mit MDR JUMP, dass die Schulen nicht der Treiber der Infektionen seien:

Ich glaube, das Wichtigste, was wir im Moment brauchen, ist Planbarkeit und Verlässlichkeit. [...] Wir sollten gerade im Bildungsbereich nicht jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf treiben.

Christian Piwarz, Kultusminister Sachsen

Nur selten hätte eine Infektion innerhalb der Schulen stattgefunden, sagte Piwarz weiter.

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Tullner teilte dem MDR mit, dass die Kultusministerkonferenz sich in den kommenden Tagen auch mit dieser Frage befassen werde. Er sagte weiter, dass vor allem die Abschlussklassen und die Eltern einen verlässlichen Plan bräuchten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 13. Oktober 2020 | 19:10 Uhr

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