Fake-Shops bieten minderwertige Corona-Schutzartikel an

Keine Spontan- und Panikkäufe – schon klar. Doch wer in der Pandemie Schutzprodukte für seine Familie im Netz besorgen will, muss echt aufpassen. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt.

Verkauf einer Schutzmaske gegen Coronavirus in einer Apotheke
Bildrechte: imago images / ULMER Pressebildagentur

Wem kann man im Netz trauen? In Corona-Zeiten ist diese Frage drängender denn je. Da geht es zum einen natürlich um verlässliche Informationen. Die sollte man aus offiziellen Quellen beziehen, oder aber vom Medium seines Vertrauens. Und viele von uns haben da ja über die Zeit eigentlich ein ganz gutes Gefühl entwickelt.

Zum anderen, und da wird es deutlich schwieriger, stellt sich die Frage nach dem Vertrauen auch beim Kauf von Schutzprodukten im Netz. Welche Masken, zum Beispiel, kann man woher guten Gewissens bestellen? Und da hängen viele Menschen so ein bisschen in der Luft, weil ihnen schlicht die Erfahrung fehlt. Klar, wir haben inzwischen alle irgendwas von CE-Nummern und Prüfverfahren gehört – aber so richtig blickt kaum einer durch. Und fiese Betrüger könnten genau das ausnutzen.

Ermittler warnen deswegen nun vor Fake-Shops, in denen neben minderwertigen Medizinprodukten teils sogar auch Arzneimittel vertreiben werden, die angeblich sogar vor Covid-19 schützen sollen. In Einzelfällen wurde sogar angeblicher Corona-Impfstoff zum Verkauf angeboten – obwohl der überhaupt nicht frei verkäuflich ist. In dieser Woche befasste sich der „Safer Internet Day“, eine Initiative der Europäischen Kommission, auch mit dem Thema.

Fake-Shops sind nicht immer leicht zu erkennen

Die Zeiten, in denen sich Betrüger mit Rechtschreibfehlern und schlampiger Gestaltung ihrer gefälschten Onlineshops verraten haben, dürften mehr oder weniger vorbei sein. Inzwischen sind Fake-Angebote im Normalfall so professionell gestaltet, dass sie von echten kaum zu unterscheiden sind. Genutzt werden zum Beispiel geklaute Fotos von den Webseiten seriöser Anbieter. Was also tun? Kurz gesagt: Ein Teil des Problems lässt sich mit ein bisschen gesundem Menschenverstand lösen, der andere – wenn man will – mit etwas langwierigeren Recherchen. Die nötigen Informationen sind kein Geheimwissen, aber teils etwas wenig benutzerfreundlich aufbereitet.

„Wir raten dazu, jedes Angebot im Internet und die Seriosität der Anbieter genau zu prüfen“, sagt Stefanie Hinz. Sie ist Vorsitzende der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. „Ein fehlendes Impressum kann beispielsweise ein Hinweis darauf sein, dass der Online-Händler nichts Gutes im Schilde führt.“

Und wenn ein Impressum da ist, kann man da ruhig auch mal einen näheren Blick darauf werfen: Zu finden sein sollten unter anderem Adresse, ein Vertretungsberechtigter und - soweit vorhanden – ein Verweis auf das Handelsregister mit entsprechender Nummer. Und diese Angaben lassen sich dann bei Interesse online überprüfen.

Liste mit zugelassenen Internetapotheken

Wer gut informiert sei, könne sich und andere besser vor Betrug schützen, das ist das Motto der Polizei. Sie rät auch, Medizinprodukte oder Arzneimittel nur bei zugelassenen Internetapotheken zu kaufen. Auch davon gibt es eine offizielle Liste – und nur wer da draufsteht, darf Medizin für Menschen verkaufen. Da kann man also mal nachschauen, wenn einem der Anbietername im Netz nichts sagt.

Und wem das zu kompliziert ist: Vielleicht wenigstens mal den Shop-Namen durch eine Suchmaschine laufen lassen. Denn es ist durchaus möglich, dass Verbraucherschützer schon auf ein schwarzes Schaf aufmerksam geworden sind – und entsprechend warnen.

Und auch zu den Produkten kann man ruhig mal ein bisschen recherchieren. Denn, und das ist der nächste Tipp der Polizei, sinnvollerweise kauft man nur in Deutschland zugelassene Arzneimittel und Medizinprodukte. Und auch dafür gibt es eine offizielle Datenbank.

Vorkasse als einzige Option? Finger weg!

Auf der Shop-Seite kann man mit wachen Augen mögliche Fakes erkennen. So sollte man zum Beispiel von Anbietern definitiv die Finger lassen, die nur Vorkasse als Bezahloption anbieten. Die Verbraucherzentrale rät hier: „Erst die Ware, dann das Geld. Ohne kundenfreundliche Zahlungsweise sollten Sie besser nichts bestellen.“

Die Produkte vor dem Kauf noch einmal unter die Lupe zu nehmen, das ist unser letzter Tipp. Da kommt im Fall von FFP2-Masken jetzt nochmal die eben schon kurz erwähnte CE-Nummer ins Spiel. Diese vierstellige Ziffer muss nämlich auf jeden Fall auf dem Produkt zu finden sein – und sie verrät, wo die Qualität der Maske getestet wurde. Und mit Hilfe einer speziellen Datenbank kann jeder checken, ob die betreffende Stelle überhaupt die Qualifikation hat, Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu überprüfen.

Wenn es hier Unstimmigkeiten sollte: Auf jeden Fall auch Finger weg von diesem Angebot – egal wie preiswert es scheinen mag. Besonders gefährliche Fälschungen tauchen übrigens in einer speziellen EU-Datenbank auf. ()

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 14. Februar 2021 | 14:40 Uhr

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