Schulöffnung: Diese Probleme habt ihr in Mitteldeutschland erlebt

Immer mehr Kinder und Jugendliche gehen wieder in die Schulen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es verschiedene Konzepte, welche Klassenstufe wann unterrichtet wird. Schüler, Eltern und Lehrer berichten über Probleme bei der Einhaltung der Hygienevorschriften.

Unterricht - Schüler mit Masken.
Bildrechte: MDR/Stephanie Schettler

Viele Kinder und Jugendliche besuchen wieder die Schulen. Abstand und regelmäßiges Händewaschen gehören jetzt zu den Regeln, die für den Schulunterricht gelten. Für manche Schüler geht es nur an einzelnen Tagen in den Klassenraum, für viele vor allem in getrennten Gruppen. Wir haben euch auf unserer Facebook-Seite gefragt: Wie läuft das bei euren Kindern? Was lief gut und wo gibt es Nachbesserungsbedarf?

Michi aus Bautzen schreibt zum Beispiel: „Wenn die Kinder nach 2 Tagen Schule schon komplett kaputte Hände haben weil sie sich aller 30 Minuten Hände waschen müssen finde ich, es läuft was falsch.“ Sie hätte ihr Kind lieber noch eine Zeit von zu Hause unterrichten lassen und würde dabei unterstützen. Auch, wenn sie nebenbei einen Vollzeitjob hat. Tino schreibt, dass an seiner berufsfördernden Schule Regelungen kaum umgesetzt werden würden:

Abstand? Naja nicht wirklich. Geschweige denn, dass jemand kontrolliert, ob Hände desinfiziert werden. Würde mich nicht wundern, wenn da noch eine Welle kommt, wenn das bei anderen Schulen auch so ist.

Viel Kritik wird auch auf Twitter laut. Hier schreiben Schüler, Eltern und Lehrer von ihren Erfahrungen.

Noch mehr Meldungen bei Twitter

Bei uns melden sich auch viele Schüler, die von ihren Erfahrungen berichten. Eine von ihnen ist Sarah, Abiturientin in Sachsen. Sie hat im Gespräch mit MDR JUMP die haarsträubenden Zustände an ihrer Schule geschildert. "Die Lage ist angespannt", sagt sie. Zwar wurden Masken ausgeteilt, allerdings erst nach einer Belehrung. Bei dieser waren 30 Personen in einem Raum. "Der Abstand zu den Sitznachbarn lag zwischen 20 Zentimetern und einem Meter."

Hinweise - Verhaltensregeln Corona - im Schulgebäude.
Bildrechte: MDR/Stephanie Schettler

Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich vom Ministerium alleingelassen.

Dass zum Beispiel Abstände an einigen Schulen nicht richtig eingehalten werden würden, hat auch Eva Gerth erfahren. Sie ist die Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW in Sachsen-Anhalt und berichtet von einem großen Zeitproblem:

Die Schulöffnungen finden überhastet statt. Wir hätten uns gewünscht, wenn Sachsen-Anhalt sich ein bisschen mehr zurückgehalten hätte. […] Es gibt kein Konzept, sondern die Schulen werden einfach beauftragt: Macht ein Konzept, ohne, dass es Vorgaben gibt, wo die Schulen nur zum Teil auf ihre Verhältnisse anpassen müssten.

Eva Gerth, GEW Sachsen-Anhalt

Es gibt auch positive Beispiele

Die Schulöffnungen werden aber auch von vielen Lehrerinnen und Lehrern organisiert, die versuchen, alle Beteiligten gut zu schützen. Auch darüber berichtet ihr auf unserer Facebookseite. Heike aus Oschatz schreibt: „Getrennter Einlass, Befragungen nach Gesundheit, danach Desinfektion und dann ins fest zugewiesene Zimmer. Ich denke es läuft gut.“ Dem stimmt auch Alexandra aus Aschersleben zu:

Die Kinder wurden liebevoll vom Hausmeister empfangen. Er hat ihnen die neuen Regeln spaßig rübergebracht und jeden einzeln begrüßt. Mein Kind war glücklich und meinte, es hat alles super geklappt und auch wenn es alles etwas komisch ist, macht es doch Spaß. Genau das ist es, was sich eine Mama wünscht.

In einem Gymnasium in Marktoberdorf gehen Schüler der oberen Klassen mit Maske wieder zum Unterricht.
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Der aktuelle Stand

Sachsen

  • Kultusminister Christian Piwarz kündigte für den 18. Mai die Aufnahme eines "eingeschränkten Regelbetriebs" an Kitas und Schulen an. Sachsen geht in der Corona-Krise einen weiteren Schritt in Richtung Normalität bei Kinderbetreuung und Schulunterricht. Was das bedeutet, wird hier zusammengefasst.

Sachsen-Anhalt

  • In Sachsen-Anhalt sind die Abschlussjahrgänge 2020 schon länger wieder im Schulunterricht. Seit dem 6. Mai sollen alle Klassenstufen regelmäßig in die Schulen gehen, jedoch stark getrennt. An jedem Tag geht eine andere Klassenstufe in die Gebäude.

Thüringen

  • In Thüringen dürfen alle Abschlussklassen in die Schulen. Ab 11. Mai sollen auch die Viertklässler wieder in ihre Grundschulen gehen. Spätestens ab Juni sollen dann alle Kinder wieder in die Schule gehen können. Mehr Informationen gibt es hier.

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