Deshalb sind Corona-Soforthilfen nichts für Solo-Selbstständige

17.04.2020 | 12:29 Uhr

Seit einigen Wochen laufen Programme für Soforthilfe-Maßnahmen. Bund und Länder wollen damit Selbstständige und Unternehmen durch die Corona-Krise helfen. Allerdings gibt es Kritik: Nicht jeder würde davon profitieren.

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Viele Freiberufler haben Umsatzprobleme aufgrund der Corona-Krise. Bildrechte: imago images / agefotostock

Eine schnelle, unbürokratische Unterstützung sollten sie sein: Die Soforthilfen für die Wirtschaft in der Corona-Krise. Allein in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind bereits mehr als 100.000 Anträge auf den Zuschuss eingegangen. Aber es gibt Unmut: Die Auszahlungen dauern lange und das Geld kommt bei Weitem nicht allen zu Gute.

Solo-Selbstständige und Freiberufler haben kaum Anspruch

Grafiker, Logopäden, Messebauer, Dolmetscher oder Künstler: Sie fallen in den meisten Bundesländern durch das Raster, bekommen keine Unterstützung. Das sagt Hans-Joachim Kraatz, der Präsident vom Landesverband der Freien Berufe Sachsen:

Man bekommt nicht den fehlenden Umsatz ersetzt, sondern Kosten ersetzt.

Hans-Joachim Kraatz, Landesverband der Freien Berufe Sachsen

Viele Solo-Selbstständige haben aber keine großen laufenden Kosten, wie zum Beispiel Laden- oder Werkstattmieten. Sie finanzieren mit ihrem Beruf also kaum berufliche Zahlungen, sondern vor allem die eigenen Lebenshaltungskosten. Diese werden aber unter anderem in Sachsen nicht ersetzt.

Eingangsbereich einer Agentur für Arbeit
Der letzte Ausweg: Das Arbeitsamt Bildrechte: dpa

Gefahr: Trotzdem einen Antrag gestellt

Viele haben von dieser Regelung nichts gewusst und haben daher vorsorglich einen Antrag gestellt. Wenn dieser sogar bewilligt wurde, empfiehlt Kraatz:

Diejenigen, die den Zuschuss versehentlich oder falsch erhalten haben, sollten das unbedingt mitteilen. Sonst kann das strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Hans-Joachim Kraatz, Landesverband der Freien Berufe Sachsen

Empfehlung: Arbeitslosengeld

Das Bundeswirtschaftsministerium teilt auf Anfrage von MDR JUMP mit: Betroffene mit Umsatzeinbußen sollen Arbeitslosengeld 2 beantragen. Für den Landesverband der Freien Berufe Sachsen reicht das nicht aus:

Wir fordern, dass es für die Solo-Selbstständigen Zuschüsse gibt. Das ist besser, als sie in die Grundsicherung abzuschieben.

Hans-Joachim Kraatz, Landesverband der Freien Berufe Sachsen

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 17. April 2020 | 12:45 Uhr

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