Corona-Kontaktbeschränkungen über Ostern verlängert: Was gilt für Familienbesuche?

03.04.2020 | 15:48 Uhr

Dieses Ostern wird anders: Eier suchen im Garten geht noch. Der Spaziergang mit den Liebsten ist auch erlaubt, wenn alle zum Hausstand gehören. Was Leckeres backen ist natürlich auch drin. Die Reise zur Familie, zu Freunden, das schöne Wiedersehen: Das geht Ostern 2020 leider nicht.

Strauch mit Ostereiern vor einem Haus.
Schmücken mit Ostereiern: Geht auch in Zeiten mit Kontaktbeschränkungen. Bildrechte: imago images / Müller-Stauffenberg

Deutschland will die Corona-Infektionsgefahr weiter eindämmen. Daher sollen die Menschen auch über Ostern hinaus auf Reisen und Besuche bei Freunden und Familien verzichten. Die Kanzlerin betonte nach einer Beratung mit den Ministerpräsidenten Mitte der Woche:

Eine Pandemie kennt keine Feiertage.

Sachsen und Thüringen haben nach der Absprache die strengen Ausgangsbeschränkungen bis zum 20. April verlängert, Sachsen-Anhalt bis zum 19. April. Eine Übersicht über die Regeln gibt es hier. Erst am 14. April wollen Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten die Lage neu bewerten.

Darf man zur Familie reisen, wenn man in einem anderen Bundesland wohnt?

Damit können viele Familien in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Ostern nicht ihre entfernt wohnenden Verwandten und Freunde besuchen. Auch Urlaubsreisen fallen komplett weg. Viele Menschen werden an Ostern auch allein zu Hause sein müssen, weil ihre Lieben in anderen Bundesländern wohnen. So geht es auch Sarah von Neuburg von der MDR JUMP-Morningshow. Dazu sagt unser Experte für Rechtsfragen, Anwalt Thomas Kinschewski aus Dresden:

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski
Bildrechte: Thomas Kinschewski

Sarah darf nicht fahren. Es ist verboten, sich mit seiner Familie zu treffen. Ausgenommen sind absolute Notfälle, ein Todesfall, eine Geburt. Ansonsten darf ich aktuell nicht verreisen.

Wir haben unseren Rechtsexperten gefragt: Wie streng ist die Polizei bei Kontrollen?

Die Polizei hat chronischen Kräftemangel und das gilt nicht erst seit der Corona-Krise. Wenn man kontrolliert wird, muss man glaubhaft machen, dass man einen Todesfall in der Familie, dass jemand im Sterben liegt oder ein neues Baby auf die Welt kommt. Dann darf ich diese Menschen im Heim oder im Krankenhaus besuchen. Ansonsten drohen in Sachsen und Sachsen-Anhalt nach den ganz frischen Bußgeldkatalogen ziemlich empfindliche Strafen.

Womit muss man nach den im schlimmsten Fall rechnen?

In Sachsen und Sachsen-Anhalt gibt es tatsächlich Bußgelder, die erstaunlich hoch sind. Im Vergleich zur "normalen" Kriminalität. Ein Beispiel: Wer in Sachsen-Anhalt einen gesperrten Spielplatz nur betritt, zahlt 100 Euro, wenn die Polizei kommt. Wer in der Öffentlichkeit grillt, der kann mit 250 Euro Bußgeld bestraft werden. Und auch sollte man wissen: Wer wiederholt Party macht, so wie hier einige an der Elbe in Dresden – da kann es im Extremfall bis zu mehreren Jahren Gefängnis geben. Das ist momentan geltende Gesetzeslage.

Sachsen-Anhalt und Sachsen haben wie zahlreiche andere Bundesländer auch diese Woche einen Corona-Bußgeldkatalog eingeführt. Damit ist jetzt konkreter geregelt, wie Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen bestraft werden können. Thüringen will in den nächsten Tagen ebenfalls konkrete Bußgelder festlegen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 06. April 2020 | 05:40 Uhr

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