Gefährliche Corona-Variante Delta an Dresdner Schule nachgewiesen

An einer Grundschule in Dresden hat es einen Coronafall mit der hochansteckenden Delta-Variante gegeben. Was ist über diese Variante bekannt? Und hilft die Impfung dagegen?

Ein Fünftklässler meldet sich während des Präsenzunterrichts.
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An der 113. Grundschule am Großen Garten in Dresden hat es einen bestätigten Fall der Delta-Variante des Coronavirus gegeben. Das bestätigte Dirk Reelfs, Sprecher des Sächsischen Kultusministeriums der Sächsischen Zeitung:

Letzte Woche wurde der Fall bestätigt. Am Mittwoch wird das Gesundheitsamt allen Schülern und Lehrern freiwillige Tests vor Ort anbieten.

24 Kinder und 9 Lehrer befinden sich demnach in Quarantäne. Warum die Stadt den Fall nicht vorher offen kommuniziert hat, ist nicht bekannt. Was macht die Delta-Variante aus und wie gefährlich ist sie?

Delta-Variante

Die Corona-Variante Delta, auch B1.617.2 genannt, wurde zunächst in Indien entdeckt. Inzwischen wurde sie in über 40 Ländern nachgewiesen. Zuletzt breitete sie sich vor allem in Großbritannien aus. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock sagte gegenüber der BBC, dass Delta um 40 Prozent übertragbarer sei, als die ursprüngliche Variante des Coronavirus. Auch das Robert-Koch-Institut stuft die Delta-Variante als besorgniserregend ein. Auch wenn der Anteil der Infektionen in Deutschland noch sehr gering ist, verbreitet sich Delta sehr schnell weiter. Mit der Delta-Variante infizierte Menschen stecken offenbar mehr Menschen an. Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sagte der Rheinischen Post:

Menschen in der Einkaufsstraße und Fußgängerzone in der Innenstadt von Heidelberg.
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Der große Unsicherheitsfaktor ist gerade die neue Mutation B.1.617.2, die noch ansteckender als die derzeit dominierende Variante B.1.1.7 sein soll. Schrittweise wird sich deshalb auch in den nächsten Wochen diese neue Mutation durchsetzen.

Laut einer schottischen Studie ist auch das Risiko für eine Krankenhauseinweisung deutlich höher, als bei den anderen Varianten. Auch die Symptome unterscheiden sich ein wenig.

Symptomatik der Delta-Variante

Das King’s College London überwacht Corona-Symptome und wertet sie aus. Tim Spector, Leiter der Studie sagte:

Seit Anfang Mai haben wir uns die häufigsten Symptome der App-Nutzer angeschaut - und sie sind nicht mehr dieselben wie zuvor.

Eine Frau liegt mit Schnupfen auf dem Sofa
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Die häufigsten Symptome seien Kopfschmerzen, Schnupfen und ein rauer Hals. Der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn komme eher wenig vor. Vor allem jüngere Menschen könnten die Symptome mit einer Erkältung verwechseln. Es wird erneut geraten sich in jedem Fall testen zu lassen. Was ist, wenn ich bereits geimpft bin? Bin ich auch vor der Delta-Variante geschützt?

Impfschutz fällt geringer aus

Der Impfschutz ist vorhanden, fällt jedoch etwas geringer aus. Eine britische Studie, die jedoch noch nicht gegengeprüft ist, kommt zu dem Ergebnis, dass der Schutz nach einer Impfdosis nur noch bei knapp 34 anstatt rund 51 Prozent liegt. Nach vollständiger Impfung ist der Impfschutz immer noch geringer, aber trotzdem gut. Dort gibt es Unterschiede von 5-6 Prozent. In Großbritannien treibt die Variante die Inzidenzen wieder in die Höhe. Und das, obwohl dort deutlich mehr Menschen geimpft sind, als in Deutschland. Der Chemnitzer Virologe Thomas Grünewald sagte in einem Interview mit MDR AKTUELL:

Das ist ein Problem der Nicht-Geimpften und das kann man ganz klar sagen. Die vollständig Geimpften in Großbritannien haben keine Probleme mit der Delta-Variante.

Er könne sich vorstellen, dass es auch bei uns in vier bis sechs Wochen einen deutlichen Anstieg dieser Variante geben wird. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht den Verlauf etwas positiver:

Wenn wir Superspreading verhindern, sind wir bei dieser Variante auf der sicheren Seite.

Mit Material von RND, Tagesschau und ZDF

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 16. Juni 2021 | 08:00 Uhr

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