Vereine freuen sich: „Wir können wieder Sport machen!“

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in den vergangenen Wochen gesunken. Deshalb ist auch Sport wieder in größeren Gruppen möglich. Die Vereine freuen sich auf den Neustart. Aber es gibt Sorge um den Nachwuchs.

"Zeit für den Neustart" heißt eine Aktion des Landessportbundes und der Kreissportbünde in Sachsen. Sie wollen darauf aufmerksam machen, dass viele Menschen die sportlichen Aktivitäten in ihren Vereinen vermissen. Langsam werden die Regelungen gelockert. Egal ob Fußball, Handball oder Aerobic: Immer mehr ist wieder möglich.

Welche Regeln gelten?

Wie der Vereinssport stattfindet, ist in Mitteldeutschland weiterhin abhängig von den Inzidenzwerten.

In Sachsen gilt beispielsweise unter einer Inzidenz von 100, dass Sport auf Außensportanlagen möglich ist. Bei Sportarten, bei denen ein Körperkontakt möglich ist, gilt für Erwachsene eine Testpflicht. Im Inneren ist kontaktfreier Sport für getestete Personen erlaubt. Sinkt der Inzidenzwert unter 50, ist nach vorherigem Test auch im Inneren sogenannter Kontaktsport möglich. In jedem Fall gibt es eine Testpflicht für alle, die das Training leiten.
Ähnlich ist es in Sachsen-Anhalt, wo bei Inzidenzen unter 100 organisierter Sport außen und kontaktfrei auch innen mit begrenzter Personenzahl möglich ist.
In Thüringen ist Außensport bei Inzidenzen unter 100 möglich. Unter einem Wert von 50 ist auch der Sport in geschlossenen Räumen erlaubt, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt.

Trainingsauftakt SV Rödinghausen: Symbol Tornetz Bruchmühlen Nordrhein-Westfalen Deutschlan
Bildrechte: imago images/Noah Wedel

"Wir können wieder Sport machen!"

Nach und nach ist also wieder mehr Vereinssport möglich. Darüber freuen sich nicht nur viele, die endlich wieder gemeinsam trainieren können. Auch Marko Weber-Schönherr vom Oberlausitzer Kreissportbund erklärt im Gespräch mit MDR JUMP: "Wir sind sehr glücklich, dass wir wieder Sport treiben können."

Wir können wieder Sport machen. Die Stimmung wird zunehmend besser.

Marko Weber-Schönherr, Oberlausitzer Kreissportbund

Auch Jörg Hänsel vom Kreissportbund Erzgebirge ist euphorisch. Im Gespräch mit MDR JUMP sagt er über die Stimmung in den Vereinen: "Die freuen sich total, auch dass der Wettkampfbetrieb wieder losgeht." Viele Vereine fragen derzeit bei ihm an, was erlaubt ist und was nicht. Oft können einfache Lösungen gefunden werden. Wenn eine Sportart sonst innen stattfindet, könne das Training zum Beispiel auch ohne Test stattfinden. Eine konkrete Anfrage konnte schnell gelöst werden:

Die klassische Aerobic-Gruppe kann auf die Wiese rausgehen.

Jörg Hänsel, Kreissportbund Erzgebirge

Zu wenig Nachwuchs

Die Corona-Zeit hat den Vereinen in vielen Bereichen schwer zugesetzt. Nicht nur, dass kaum ein Training stattfinden konnte: Viele Sportvereine verzeichnen einen starken Mitgliederschwund. Laut Jörg Hänsel ist das aber vor allem ein Phänomen in den Städten. Der Erzgebirgskreis hatte im vergangenen Jahr sachsenweit prozentual die wenigsten Vereinsmitglieder verloren.

2020 haben die Mitglieder im Erzgebirgskreis noch sehr stark zusammengehalten. Im ländlichen Raum identifiziert man sich stärker mit dem Verein.

Jörg Hänsel, Kreissportbund Erzgebirge

Doch was ihn beschäftigt, ist der fehlende Nachwuchs. In den vergangenen Monaten konnten kaum junge Mitglieder in Kitas und Schulen für einen Vereinssport begeistert werden. Jörg Hänsel sagt: "Es fehlt der Nachwuchs von unten zur Zeit". Er hofft, dass diese Lücke in den kommenden Jahren nicht zu einem größeren Problem wird.

Auch Marko Weber-Schönherr vom Oberlausitzer Kreissportbund hofft, dass die Zukunft der Vereine positiv weitergeht. Mit Blick auf den kommenden Herbst und Winter wünscht er sich: "dass wir wieder Sport so machen können, wie wir das gewohnt sind."

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