Wer bekommt den Corona-Bonus für Pflegekräfte?

Klatschende Menschen auf den Balkonen und ganz viel Dankbarkeit: Die Corona-Krise zeigt uns, wie wichtig viele Berufe sind. Das hat auch die Politik gemerkt. Eine Bonuszahlung soll Wertschätzung für die geleistete Arbeit bieten. Aber wer profitiert von den geplanten Geldern?

Eine junge Frau bindet sich einen Mundschutz um
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Sie halten das Gesundheitssystem am Laufen und sorgen dafür, dass es anderen gut geht: Mitarbeiter im Gesundheitswesen sind wichtig. Das wird vielen gerade in der Corona-Zeit sehr stark bewusst. Deshalb wurde bereits Anfang April angekündigt: Einige Mitarbeiter aus der Branche können einen steuerfreien Zuschuss für die derzeit besonders hohen Belastungen erhalten. Bis zu 1.500 Euro sollen ohne Abgaben ausgezahlt werden können.

Staatlicher Zuschuss kommt

Mittlerweile gibt es einen Gesetzesentwurf, durch den Pflegekräfte den Anspruch auf eine einmalige Prämie von bis zu 1.000 Euro erhalten sollen. Das Geld wird demnach vorerst aus den Pflegekassen kommen. In dem Entwurf heißt es: „Die höchste Prämie erhalten Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung.“ Auszubildende und weitere Mitarbeiter sollen einen reduzierten Zuschuss erhalten. Arbeitgeber und die Bundesländer können den Betrag zusätzlich selbst aufstocken. 

Sollten alle Mitarbeiter des Gesundheitswesens einen Bonus erhalten?

93% 2372 Stimmen   Ja, jeder sollte einen Bonus erhalten.
6% 157 Stimmen   Nein, ich bin gegen eine Ausweitung der Bonus-Zahlungen.
1% 22 Stimmen   Ich bin mir unsicher.

Stand: 17.05.2020 23:22:29 Uhr 2551 Stimmen Die Abstimmungsergebnisse sind nicht repräsentativ.

Die Abstimmung ist beendet.

Kritik: Nicht alle systemrelevanten Berufe erhalten das Geld

Der staatliche Zuschuss von bis zu 1.000 Euro wird aber nur an Beschäftigte in der Altenpflege ausgezahlt. Dadurch gehen zum Beispiel auch Mitarbeiter aus Krankenhäusern leer aus. Das wird von vielen Seiten kritisiert. Die Gewerkschaft Verdi fordert zum Beispiel, dass auch Klinikmitarbeiter profitieren.  "Die Prämie ist kein Schmerzensgeld, sondern eine Anerkennung für extreme Mehrleistungen“, sagte Bernd Becker, Verdi-Landesfachbereichsleiter für Gesundheit & Soziales, dem MDR. Außerdem wird befürchtet, dass die Bonuszahlung am Ende durch die Pflegebedürftigen finanziert werde. Denn wie die Mehrkosten ausgeglichen werden sollen, ist noch nicht klar.

Bernd Becker von ver.di vor MDR-Mikrofon
Bernd Becker von Verdi. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dauerhaft bessere Bedingungen gefordert

Für die sächsische Sozialministerin Petra Köpping reicht der einmalige Zuschuss nicht aus. Dem MDR teilte sie mit, sie wolle die Bedingungen "für die Beschäftigten und damit auch für Patientinnen und Patienten dauerhaft verbessern“.

Wer viel leistet und große Verantwortung trägt, verdient mehr.

Petra Köpping, Sachsens Sozialministerin

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