Mehr Einschränkungen in Hotspots: Das sind die Corona-Regeln bis Ende des Jahres

Wie werden wir im Dezember leben? Welche Einschränkungen gelten dann? Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben am Mittwoch erneut in einer Videokonferenz diskutiert und neue Maßnahmen vereinbart. Darunter sind härtere Kontaktbeschränkungen und eine weiterhin geschlossene Gastronomie sein.

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf der Wiese vor dem Deutschen Bundestag Berlin.
In Berlin wurde über neue Corona-Maßnahmen diskutiert. Bildrechte: imago images/Christian Spicker

"See you next week“: Mit diesen Worten hat sich Angela Merkel von ihren Kollegen in der vergangenen Woche verabschiedet. Nachdem Bund und Länder stundenlang miteinander über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie debattiert hatten, wurden neue Entscheidungen auf die Folgewoche vertagt. Dieses Treffen fand am Mittwoch statt. Dabei wurden bereits neue Regelungen vereinbart.

Wir alle sind dringend aufgefordert, alle nicht zwingenden Kontakte zu vermeiden.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Angela Merkel und Michael Müller nehmen an einer Videokonferenz mit den Regierungschefs der Bundesländer teil.
Das Treffen fand virtuell statt. (Archiv) Bildrechte: dpa

Diese Maßnahmen sollen umgesetzt werden

Auf diese Maßnahmen haben sich die Bundesregierung und die Länder geeinigt:

  • Verlängerung der Corona-Maßnahmen:

Die derzeitigen Einschränkungen werden bis zum 20. Dezember verlängert. Davon betroffen sind auch die Gastronomie und weitere Freizeiteinrichtungen. Sie müssen weiterhin geschlossen bleiben. Auf Reisen und Ausflüge sollen die Menschen weiterhin verzichten. Voraussichtlich werden die Beschränkungen bis Anfang Januar gelten, sagte Kanzlerin Merkel.

  • Strengere Kontaktbeschränkungen

Es sollen sich nur noch zwei Haushalte und maximal fünf Personen treffen dürfen. Darin nicht gezählt werden Kinder bis 14 Jahre. Über Weihnachten werden diese Regelung auf bis zu zehn Personen aus verschiedenen Haushalten ausgeweitet. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sagte dazu im ZDF: "Familien sollen zusammenkommen".

  • Umfangreichere Einschränkungen in "Hotspots":

Hat ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt einen Wert von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, sollen weitere Maßnahmen angeordnet werden. Dazu können beispielsweise zusätzliche Regelungen in Schulen, im Einzelhandel oder bei den Kontaktbeschränkungen gehören.

  • Strengere Richtlinien für den Einzelhandel:

Damit Geschäfte in der Weihnachtszeit nicht überfüllt sind, werden neue Richtlinien gelten. Demnach soll sich pro zehn Quadratmeter Ladenfläche nur ein Kunde darin aufhalten dürfen. Bei Geschäften mit mehr als 800 Quadratmetern darf nur noch eine Person pro 20 Quadratmeter im Geschäft sein.

  • Verbot von Skiurlaub

Wird es ein Verbot von Skiferien geben? Dafür wird sich die Bundesregierung in der EU einsetzen. So soll der Skitourismus bis in den Januar verboten werden.

  • Ausgeweitete Maskenpflicht

In ganz Deutschland soll die Maskenpflicht ausgeweitet werden. Auch in höheren Klassenstufen an Schulen soll eine komplette Maskenpflicht eingeführt werden.

Angela Merkel am 18.11.2020 mit Maske auf der Regierungsbank bei der 191. Sitzung des Deutschen Bundestag in Berlin.
Bildrechte: imago images / Political-Moments

Situation in Mitteldeutschland

Nicht in allen Regionen Deutschlands sind die Infektionszahlen alarmierend hoch. Im Norden ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen im Schnitt niedriger als im Süden, in Sachsen-Anhalt sind die Werte geringer als in Sachsen und Thüringen. Deshalb werden einige Regionen in Mitteldeutschland stärker von der neuen "Hotspot-Strategie" betroffen sein.

Wir sind bemüht, dass die Maßnahmen, die wir jetzt ergreifen, wirklich wirken. [...] Wir wollen gemeinsam etwas erreichen.

Michael Kretschmer, Ministerpräsident Sachsen ZDF

Jetzt müssen die Länder die vereinbarten Regelungen noch umsetzen. Die Erfahrung zeigt: Auch in Mitteldeutschland könnten einige der oben genannten Punkte leicht abgeändert umgesetzt werden.

Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 25. November 2020 | 11:00 Uhr

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