Corona und Dürre: Bauern unter Druck

Die Corona-Krise hält das Land auf Trab. Doch die Bauern blicken auch noch mit Sorge in den Himmel.Vor allem in Sachsen hat es dieses Jahr bisher viel zu wenig geregnet. Ein neuer Dürresommer droht.

Ein Landwirt überprüft die trockene Erde auf seinem Feld
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Von Oktober bis April hat es nur im Februar in Sachsen ausreichend geregnet, sagt Torsten Krawczyk. Er ist Präsident des sächsischen Landesbauernverbandes. Die Entwicklung bereitet ihm große Sorgen.

Das beschäftigt uns mehr, als Corona. Sie können sich vorstellen, wie akut das ist.

Schäden drohen gerade vor allem beim Futter. Das kommt für die Milchbauern von den abgemähten Wiesen. Wenn die Wiesen das erste Mal abgemäht werden, deckt das die Hälfte des Futterbedarfs, erklärt Krawczyk. Der fehlende Regen macht dem aber einen Strich durch die Rechnung.

Die Schauer, die für die kommenden Tage angesagt sind, kommen da schon zu spät. Für das Gemüse, das eben erst ausgesät wurde, kämen sie allerdings genau richtig, sagt Krawczyk. Also vor allem für Mais, Rüben, Erbsen und Hafer.

Was frisch ausgesät ist, kann diese Niederschläge unmittelbar nutzen.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, bereitet den Bauern auch die Corona-Krise Kopfzerbrechen. Wegen der Reisebeschränkungen in Europa fehlen Erntehelfer. Das führt dazu, das weniger geerntet werden kann. Die Helfer, die da sind, bekämen außerdem höhere Löhne. Durch Hygieneauflagen fallen mehr kosten an. Das führt dazu, dass auch Obst und Gemüse im Supermarkt teurer werden.

Aber Torsten Krawczyk gibt sich im MDR JUMP-Interview optimistisch. Er glaubt nicht, dass wegen der Corona-Krise Höfe schließen müssen. Mit der Bundesregierung sei eine Luftbrücke für Erntehelfer aus dem Ausland eingerichtet worden.

Es hakelt am Anfang, wie das eben immer in so einer Situation ist. Aber wir sind guter Hoffnung, dass wir in Sachsen den Arbeitskräftebedarf, den wir haben auch abdecken können.

Ob das funktionieren wird, muss sich allerdings noch zeigen. Am höchsten ist der Bedarf erst im Mai und Juni.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 29. April 2020 | 13:45 Uhr

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