Sommerurlaub: An der Ostsee ist (noch) Platz

Viele verbringen den Urlaub gerade in Mecklenburg-Vorpommern. Übernachtungsmöglichkeiten an der Ostsee sind gut ausgelastet, die Strände sind voll – aber nicht überfüllt.

Zinnowitz auf der Insel Usedom
Bildrechte: imago images / Leo

„Wir waren gerade in Karls Erdbeerhof, da halten sich nicht alle an die Maskenpflicht. Das hat uns gestört, darum sind wir dort weg. Aber hier am Strand geht´s.“ sagen Tommy und Kathleen aus Altenburg in Thüringen, die mit ihrer Tochter Tabea gerade in Warnemünde spazieren. Mitten im Juli stehen hier viele der Strandkörbe leer, es ist noch Platz an der Ostsee. Anders sieht es auf der Promenade und am Alten Strom aus - obwohl viele sich an die Mindestabstände halten, kommt es hier oft zu Staus.

Urlaub in Deutschland ist klar im Trend

Klar ist: das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern ist gerade wieder gefragt. „Wir haben eine gute Buchungslage. Vor acht Wochen hatten wir noch nicht daran gedacht, jetzt so eine Auslastung haben zu können. Trotzdem ist es leerer als in den Vorjahren“, sagt Tobias Woitendorf, der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, im Gespräch mit MDR JUMP: „Das liegt daran, dass wir im Landesdurchschnitt bei den Übernachtungsmöglichkeiten eine Kapazität von nur etwa 85 % haben.“ Zum einen sei das durch Corona-Auflagen und Personalmangel zu erklären, zum anderen begrenzten manche Anbieter freiwillig ihre Kapazitäten, um die Sicherheit zu erhöhen.

Corona-Einschränkungen auch an der Ostsee

Gesperrte Ostsee-Zufahrten, wie sie in Schleswig-Holstein wegen Überfüllung schon nötig geworden sind, hat es in Mecklenburg-Vorpommern bisher nicht gegeben. Auch ein System, das die Kapazitäten an den Stränden anzeigen soll, sei laut Woitendorf nicht geplant. „Bei uns ist es ja beispielsweise weiterhin nicht erlaubt, dass Tagesgäste anreisen. Das ist in anderen Bundesländern anders.“ Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung will am 4. August über die nächsten Öffnungsschritte beraten und dabei auch über den Tagestourismus entscheiden.

Die großen Attraktionen im Land, wie die Tierparks, Karls Erlebnisdörfer oder Museen, sind unter Auflagen geöffnet. Teilweise sorgt auch das wechselhafte Wetter dafür, dass es dort etwas voller wird. Hier müssen Besucher mit möglichen Beschränkungen rechnen. Auch in der Gastronomie sind die Kapazitäten trotz Lockerungen begrenzt. Obwohl Restaurants an einigen Stellen mehr Flächen im Freien nutzen, wird empfohlen möglichst vorher zu reservieren.

Corona-Einschränkungen kaum spürbar

Fahrrad liegt an einem Strand
Bildrechte: Colourbox.de

Viele Urlauber können in Mecklenburg-Vorpommern offenbar gerade gut abschalten. Bei einer MDR JUMP-Umfrage am Strand in Warnemünde sagen die meisten Stammgäste, dass sich der Urlaub wie immer anfühlt - abseits der Maskenpflicht im Zug, der Gastronomie und in Geschäften. „Es ist wie gewohnt“, sagt Carola aus Bischofswerda: „Für uns ist das der schönste Fleck der Erde.“

Übernachtungsmöglichkeiten finden sich immer, heißt es von den Touristikern in Mecklenburg-Vorpommern. „Traditionell sind die Küstenregionen sehr gut gebucht. Im Binnenland dagegen sind mehr Plätze frei“, rät Matthias Dettmann, DEHOGA-Geschäftsführer im Land: „An manchen Orten dort, beispielsweise an der Mecklenburgischen Seenplatte, steht die Natur und Erholung im Vordergrund. Ruhe oder aktive Erholung wie Wandern oder Fahrradfahren ist hier besonders gut möglich. Und die Ostsee ist nur einen Tagesausflug weit weg.“

So findest du noch leere Plätze

In der Regel finden sich auf den Homepages der Hotels, Ferienwohnungen oder anderen Übernachtungsmöglichkeiten übersichtliche Informationen zu den aktuellen Corona-Auflagen. Unterschiedliche Lösungen finden sich besonders auf den Campingplätzen in Mecklenburg-Vorpommern. Einer der größten Anbieter, die Regenbogen AG, hatte sich für die Sanitäranlagen ein System mit Tischtennisbällen ausgedacht. Besucher sollten beim Zutritt einen Ball aus einem Korb nehmen und ihn nach dem Verlassen des Gebäudes wieder zurücklegen. So können die Gäste sehen, wie stark die Anlagen gerade genutzt werden.

Wohnwagen auf einem Campingplatz in Prerow, direkt in den Dünen
Bildrechte: imago images / f8 das Bild

Das sei auf ihrem Platz nicht nötig, sagt die Betreiberin des Camping- und Wohnmobilparks „Ostseecamping am Salzhaff“, Christa Neumann: „ In unseren Waschräumen haben wir jedes zweite Becken abgesperrt. Wir lüften regelmäßig, es wird desinfiziert und die Reinigungskräfte drehen regelmäßig ihre Runden.“ Auf dem Platz sieht es fast aus wie immer: Wohnmobile, Zelte und Bullis stehen in den bisherigen Abständen zueinander. „Die Plätze sind 100 bis 120 Quadratmeter groß. Damit können die Abstände eingehalten werden, wir haben das durchgerechnet.“, versichert Neumann.

Sie freut sich, dass viele ihrer Gäste dieses Jahr neu dabei sind: „Gerade hatten wir ein Paar, das sonst immer nach Norwegen fährt. Aber die sind jetzt der Meinung, dass sie hier genauso gut entspannen können.“ Das Geschäft laufe gut, sagt Christa Neumann. Aber eine Corona-Infektion könne das schnell ändern. Deshalb sei es wichtig, dass Vorsichtsmaßnahmen auch im Urlaub weiter befolgt werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 24. Juli 2020 | 19:20 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP