Helfen Masken gegen das Corona-Virus?

26.03.2020 | 13:59 Uhr

In asiatischen Ländern gehören sie zum Straßenbild ganz normal dazu. Mit dem Corona-Virus halten die Schutzmasken nun auch Einzug in Deutschland. Doch Achtung: nicht jede Maske schützt vor dem Virus.

Ein junger Mann mit einer Mundschutzmaske geht über die leere Karlsbrücke
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Schutzmasken sind gerade ähnlich heiß begehrt wie Toilettenpapier. Für medizinisches Personal ist das eine Katastrophe, denn vor allem Ärzte und Krankenschwestern, die Corona-Patienten pflegen, brauchen die Masken dringend. Dazu kommt, dass nicht jede Maske wirklich vor einer Ansteckung mit dem Virus schützt.

FFP3-Atemschutzmasken

Atemschutzmasken (partikelfiltrierende Halbmaske) der Schutzklasse FFP2 (r, Filtering Face Piece) und FFP3.
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Wirklichen Schutz vor einer Ansteckung bieten vor allem FFP3-Masken. FFP steht dabei für "filtering facepiece" und bezieht sich darauf, dass die Masken einen eingebauten Filter haben, der Viren abfängt.

Diese Masken sind für den Schutz vor biologischen Bedrohungen zertifiziert und schützen sowohl vor einer Ansteckung, als auch einer Verbreitung des Sars-CoV-2-Virus. Damit sind sie vor allem für medizinisches Personal ausgesprochen wichtig.

Mund-Nasen-Schutzmasken

Mann trägt eine medizische Schutzmaske vor Mund und Nase.
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Diese Masken kennt man vor allem aus dem OP. Sie bestehen aus mehreren Lagen Stoff, die äußerste ist dabei flüssigkeitsabweisend. Auch sie hat eine Filterwirkung. Die entsteht, wenn sich die Filterschicht durch Reibung an den anderen Schichten elektrisch auflädt (als wenn man einen Luftballon an den Haaren reibt). Dieser Effekt geht allerdings zum Beispiel verloren, wenn man die Masken wäscht. Daher sind in der EU nur Wegwerfprodukte zugelassen.

Und ob so ein Mundschutz wirklich vor einer Ansteckung schützt, ist hochumstritten. Wer allerdings selbst krank ist, kann mit einer solchen Maske andere Menschen Schützen. Feine Tröpfchen werden nämlich in jedem Fall abgefangen. Virologe Alexander Kekulé erklärt im MDR-Podcast Kekulés Corona-Kompass, dass der Einsatz solcher Masken in Hong Kong beispielsweise durchaus geholfen habe, den Corona-Ausbruch einzudämmen.

Helfen selbstgenähte Masken?

Weil medizinische Ausrüstung extrem knapp ist und Krankenhäuser und Pflegepersonal Mundschutz und FFP3-Masken selbst dringend benötigen, ergreifen Firmen und Privatleute die Initiative und nähen selbst Masken. Die bringen allerdings vor allem psychologischen Schutz. Denn den selbstgenähten Masken fehlt die Filterfunktion, die medizinische Masken aufweisen müssen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Sprechstunde | 26. März 2020 | 10:10 Uhr

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